David Kaufmann

@tauernwetter.at

Unabhängiger Wetterdienst aus Kärnten. Prognosen aktiv eingebunden in über 100 Gemeinden, Live-Messwerte, Warnungen und ein eigenes Wettermodell (ALPIXION). Schwerpunkt Kärnten und Osttirol, dazu viele Auswertungen für ganz Österreich.

Heute endet der wärmste meteorologische Sommer der Messgeschichte (Abweichung +2,5 Grad) – und das verbreitet viel zu warm. In Ferlach gibt es heute den 62. Hitzetag des Jahres, in St. Andrä und Bad Deutsch-Altenburg den 60. Der Österreich-Rekord an Hitzetagen wird damit weiter ausgebaut.

Karte von Österreich mit der Zahl der Hitzetage (Tagesmaximum ab 30 °C) vom 1. Jänner bis 30. August 2026 an 274 Wetterstationen. Im Süden und Osten stehen die höchsten Werte: Ferlach 61, St. Andrä im Lavanttal und Bad Deutsch-Altenburg je 59, Bad Radkersburg 58, Graz 56. Im Westen und in den Alpentälern liegen die Zahlen deutlich niedriger, auf den Bergstationen ab etwa 1450 m gab es keinen einzigen Hitzetag. Quelle: GeoSphere Austria, Darstellung Tauernwetter.

Saharastaub über den Hohen Tauern: Die heiße Südwestströmung bringt heute nicht nur den letzten Tag mit teils großer Hitze in diesem meteorologischen Sommer, sondern auch Wüstenstaub – die Berge verschwimmen im Dunst. Eine Kaltfront wäscht den Staub in der Nacht auf Samstag aus.

Blick von Mallnitz auf die Ankogelgruppe unter einem milchig-blauen, dunstigen Himmel. Die Felsgipfel und Almflächen wirken durch den Saharastaub in der Luft blass und kontrastarm, im Vordergrund Lärchen und Fichten.

112 km/h in Wien: Auf der Jubiläumswarte erreichte der Sturm um Mitternacht seinen Höhepunkt. Die höchsten Windspitzen wurden jedoch am Feuerkogel mit 129 km/h gemessen, auch bewohnte Lagen waren vom Sturm betroffen: Wolfsegg 107, Enns 94, Wien Hohe Warte 93 km/h. Im Westen und Süden blieb es ruhig.

Österreichkarte mit den höchsten Windspitzen der vergangenen 24 Stunden in km/h, Stand Samstag, 22. August, 4:50 Uhr früh. Die stärksten Böen konzentrieren sich auf Oberösterreich und den Donauraum bis Wien: 129 km/h am Feuerkogel, 112 auf der Wiener Jubiläumswarte, 107 in Wolfsegg, 94 in Enns und 93 an der Wiener Hohen Warte. Im Westen und Süden blieb es ruhig. Daten: GeoSphere Austria.

In Ober- und Niederösterreich steht eine sehr stürmische Nacht bevor! Vor allem in Niederösterreich wird es heute Nacht ziemlich stürmisch ab 22 oder 23 Uhr,sind im Donauraum sind sogar schwere Sturmböen um 100 km/h möglich!

Wetterkarte von Österreich mit der Windprognose für heute, 23 Uhr. Der Großteil des Landes ist nicht vom Sturm betroffen, über Niederösterreich heben sich orange eingefärbte Böenlinien ab: Dort werden schwere Sturmböen erwartet. Quelle: Tauernwetter. Daten: ICON-D2, DWD.

Am Nachmittag von Süden her nochmals verbreitet Regenschauer und Gewitter, einzelne Unwetter mit Hagel, Starkregen und Sturmböen möglich. Im Nordosten meist trocken, im Osten bis zu 32 Grad. Morgen keine Unwetter mehr, im Großteil Österreichs freundlicher, kurze Schauer im Südosten, 16 bis 25 Grad.

In den Gewittern sind heute Nachmittag und Abend stellenweise schwere Sturmböen möglich. Das hochauflösende Modell ICON-CH1 rechnet teilweise Spitzen bis zu oder sogar über 100 km/h! Wo genau, entscheidet sich erst kurzfristig – die Animation für heute Nachmittag. tauernwetter.at/modelle

Heute und morgen sind teils heftige Gewitter möglich, punktuell fallen dabei große Regenmengen. Flächendeckender Landregen wird es aber keiner: Die Summen bis Freitagabend liegen je nach Zugbahn der Gewitter zwischen wenigen und über 70 Litern – oft auf engstem Raum. tauernwetter.at/modelle

Karte der bis Freitagabend aufsummierten Niederschlagsmenge für Österreich nach dem Modell ICON-D2, Lauf 20. August 00 UTC. Die Verteilung ist sehr unterschiedlich: Einzelne Regionen erreichen über 70 Liter pro Quadratmeter, dazwischen bleibt es vielerorts, wenn überhaupt, bei 5 bis 20 Litern. Kein zusammenhängendes Regengebiet, sondern Gewitterlinien. Daten: DWD.

Wie warm die Sommer mittlerweile sind: Bezogen auf die Referenzperiode 1961–1990 der WMO lag in Österreich seit 2000 kein Sommer mehr unter dem Mittel, selbst der kühlste +0,7 °C darüber. 2026 liegt bis 17.8. bei +4,6 °C, hochgerechnet auf 3 Monate rund +4,3 °C. Endgültige Bilanz Anfang September.

Balkendiagramm: Temperaturabweichung der Sommer 2000 bis 2026 in Österreich gegenüber dem Klimamittel 1961–1990, Daten GeoSphere Austria (SPARTACUS). Alle 27 Balken liegen über null. Der Sommer 2026 ist rot hervorgehoben und mit hochgerechnet +4,3 °C der bisher wärmste der Messgeschichte, davor 2024 mit +4,1 °C (orange) und 2003 mit +4,0 °C (gelb). Der kühlste Sommer seit 2000 war 2005 mit +0,7 °C. Fußzeile: 2026 hochgerechnet, Schwankungsbreite ca. 0,2 Grad.

Im Sentinel-3-Satellitenbild sieht man eindeutig den Auslöser der Rauchschleier – den Waldbrand in Norditalien mit mehreren Rauchsäulen. Der Schleier ist durchgängig und lässt sich mit dem Auge zurückverfolgen: vom Gailtal über Drautal, Klagenfurter Becken und Lavanttal bis ins Grazer Becken.

Sentinel-3-Satellitenbild vom 16. August 2026, 11:15 Uhr, (Echtfarbe) mit 300 Metern Auflösung: Kärnten, Osttirol und die südliche Steiermark. Im Nordwesten Quellwolken über den Hohen Tauern. Ein roter Kreis um den Waldbrand – darin mehrere helle Rauchsäulen. Von dort zieht ein grauer Rauchschleier durchgängig nach Nordosten über das Gailtal, das Drautal, das Klagenfurter Becken und das Lavanttal bis ins Grazer Becken.

Wenn es in den Bergen nach Rauch riecht: Heute liegt über Österreich eine Aerosolschicht aus der Ferne, rund 25 % davon Rauch aus Waldbränden. Sie befindet sich oberhalb der Inversion – am Boden Dunst, ab 1600m Brandgeruch. Die CAMS-Animation zeigt, wie sie sich im Tagesverlauf ausbreitet.

David Kaufmann@tauernwetter.at · last mo.

Nachtrag mit CAMS: Über Österreich liegt heute eine Schicht mit deutlich erhöhtem Aerosolgehalt, rund 25 % davon ist Rauch (organischer Kohlenstoff) – aus der Ferne herangeführt und in der Höhe eingelagert. Das könnte den Geruch ab 1600 m erklären, unterhalb der Inversion kommt davon nichts an.

Langsam, aber doch geht es auch im östlichen Flachland und im Süden mit den Temperaturen bergab. Nach dem Höhepunkt am Sonntag mit bis zu 36 Grad wird es zu Wochenbeginn spürbar kühler – der Sommer gibt sich aber noch nicht geschlagen und meldet sich Mitte der Woche mit über 30 Grad zurück. #Hitze

Zwei Diagramme mit dem 10-Tage-Trend der Tageshöchstwerte für Wien und Klagenfurt vom 15. bis 24. August 2026. Eine gestrichelte Linie zeigt das langjährige Mittel 1991 bis 2020, darüber ist die Fläche rot, darunter blau. In beiden Städten liegt die Kurve am Wochenende mit 34 bis 36 Grad weit im roten Bereich, fällt am Montag und Dienstag kurz in den Bereich des langjährigen Mittels, steigt Mitte der neuen Woche noch einmal auf rund 30 bis 33 Grad und nähert sich zum Ende hin dem langjährigen Mittel erneut an. Helle Flächen zeigen die Schwankungsbreite der Prognose, die zum Ende hin deutlich breiter wird.Zwei Diagramme mit dem 10-Tage-Trend der Tageshöchstwerte für Wien und Klagenfurt vom 15. bis 24. August 2026. Eine gestrichelte Linie zeigt das langjährige Mittel 1991 bis 2020, darüber ist die Fläche rot, darunter blau. In beiden Städten liegt die Kurve am Wochenende mit 34 bis 36 Grad weit im roten Bereich, fällt am Montag und Dienstag kurz in den Bereich des langjährigen Mittels, steigt Mitte der neuen Woche noch einmal auf rund 30 bis 33 Grad und nähert sich zum Ende hin dem langjährigen Mittel erneut an. Helle Flächen zeigen die Schwankungsbreite der Prognose, die zum Ende hin deutlich breiter wird.

Ohne mich allzu weit aus dem Fenster lehnen zu müssen: Dieser Sommer wird im Flächenmittel als der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen in die Geschichte eingehen – und das alles andere als knapp. Bis 8. August liegt 2026 bei +2,6 Grad, ein halbes Grad vor 2019 und 2003. #Hitze tauernwetter.at

Balkendiagramm der Sommer-Temperaturabweichung in Österreich für die Jahre 2000 bis 2026, jeweils 1. Juni bis 8. August,
verglichen mit dem Klimamittel 1991-2020, Flächenmittel aus SPARTACUS-Daten. 2026 führt mit plus 2,6 Grad deutlich vor 2019 und 2003 mit je plus 2,1 Grad. Die meisten Jahre seit 2015 liegen über plus 1 Grad, während die frühen 2000er teils unter dem Mittel lagen. Daten: GeoSphere Austria.

Die teilweise extreme Dürre ist mittlerweile auch sehr gut von oben zu erkennen. Der Sentinel-3-Satellit von Copernicus zeigt den Vegetationszustand – hier der 8. August 2025 im Vergleich mit heute. Im Weinviertel und Marchfeld ist kaum noch Grün übrig.

Hitze und Trockenheit verstärken einander: Alle elf Stationen, die heuer schon 40 Grad erreicht haben (★), liegen in den niederschlagsärmsten Gebieten Österreichs – seit 1. Jänner fielen dort nur 162 bis 290 l/m². Im Westen und Süden kamen bis zu 1160 l/m² zusammen. #Hitze tauernwetter.at

Österreichkarte der Niederschlagssummen vom 1. Jänner bis
8. August 2026 in Litern pro Quadratmeter, aus amtlichen
Tagesdaten. Elf Stationen sind mit einem goldenen Stern
markiert - sie alle erreichten 2026 bereits 40 Grad und liegen
in Niederösterreich und Wien, wo nur 162 bis 290 Liter fielen
(Mistelbach 162, Laa 169, Bad Deutsch-Altenburg 236, St. Pölten
290). Nach Westen und Süden steigen die Summen stark an:
Arlberg 948, Loiblpass 1160 Liter. Daten: GeoSphere Austria.

Gut eine Woche ist der August alt – trotz der extremen Hitze fielen bisher vor allem in Teilen Tirols, Salzburgs und Kärntens gar nicht so geringe Regenmengen, örtlich über 100 l/m². Zwischen Oberösterreich und dem Burgenland kam vielerorts nichts oder kaum etwas zusammen. #Wetter tauernwetter.at

Österreichkarte der Niederschlagssummen vom 1. bis 8. August
2026, Stationswerte in Litern pro Quadratmeter. In Nordtirol
bis 111, im Land Salzburg bis 104, in Oberkärnten verbreitet
40 bis 85 Liter. Deutlich trockener der Osten: zwischen
Oberösterreich, Wien und dem Burgenland vielfach unter 5,
im östlichen Flachland an den meisten Stationen 0 Liter.