Vielen Dank an alle, die meine Freundin Vanessa unterstützt haben. Ihr seid großartig! Danke an alle, die gespendet, geteilt, geliked und andere darauf aufmerksam gemacht haben. Danke, dass wir viele sind. Ihr macht nicht nur das Leben eines Menschen, sondern auch diese Zeiten, viel heller. 🌟
Sarah Atlantik
@atlanticandme.bsky.social
politik & poetik. atlantic ocean. literatur- und sozialwissenschaftlerin. autorin, moderatorin, lobyistin für inklusion. rollstuhlfahrerin. in my mind I am wild. radikal zärtlich. queer. Betreiberin von #HotelMeerblick. sie/ihr
Liebe Leute, für Behinderte ist es oft schwer, ein gutes Leben für sich aufzubauen - hier könnt ihr sehr konkret unterstützen. Auch kleine Beträge helfen. ❤️ gofund.me/e1519e2c0
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Normalerweise mache ich sowas nicht, aber ich brauche eure Hilfe für meine Freundin Vanessa. Endlich gibt es eine barrierefreie Wohnung für sie, aber sie hat keine Rücklagen um alles Notwendige zu finanzieren. Falls ihr könnt, helft bitte mit, damit Vanessa ein Zuhause bekommt: gofund.me/7fa510626
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Warum sind Bestseller und Blockbuster wie „Ein ganzes halbes Jahr“ (gerade mal wieder bei Netflix) problematisch? Weil das Bild von Behinderung, das sie zeichnen, das öffentliche Narrativ der Mehrheitsgesellschaft dominiert. Dieses Narrativ vereint zwei ableistische Motive: 1/17
Vermutlich wäre jetzt die Zeit für „Stadtbild“-Demos, für „Wir sind das Stadtbild“-Shirts. Ganz sicher ist jetzt der Moment gemeinsam der personifizierte Albtraum des rein weißen Stadtbilds zu werden, von dem dieser Bundeskanzler träumt.
Als Mitarbeiterin einer Stadtverwaltung möchte ich übrigens klarstellen, dass hier in „meiner“ Stadt hunderte Menschen täglich daran arbeiten, dass unser Stadtbild vielfältig und offen für alle ist. Da gibt es noch Luft nach oben, aber wir arbeiten daran. 1/2
Als Teenager wurde ich für meinen Körper gemobbt. Zu dick, zu humpelnd, zu komisch. Als Erwachsene im Rollstuhl wurde ich wegen meines Körpers sitzengelassen, ich wurde ausgelacht, beschimpft, angespuckt und Menschen sind vor lauter Starren gestolpert. Zu dick, zu behindert, zu wenig normschön. 1/3
Am letzten Tag des #DisabilityPrideMonth kommt jetzt die freundliche Erinnerung daran, dass der Gitarrist und ich letztes Jahr diesen Protestsong zusammen geschrieben haben. Es geht um inneren Protest, um das Aufbegehren wir selbst zu sein. Ach, hört einfach selbst. 1/2 youtu.be/E4WR3tVUOxE?si
In my mind I'm wild
YouTube video by Leather and Cookie - Topic
youtu.be
Was mich vermutlich von vielen Menschen, die neu im Thema oder noch jünger sind, unterscheidet: Ich kämpfe NICHT gegen meine chronische Erkrankung und meine fortschreitende Behinderung. Sie sind Teil meiner selbst. Ich kämpfe nicht gegen mich. 1/2
Ich habe kein „Kämpferherz“. Ich wurde zufällig mit einer genetischen Mutation geboren, die meine Behinderung verursacht. Aus irgendeinem rätselhaften Grund habe ich seit zwei Jahren auch noch eine schwere Herz- und Lungenerkrankung. Nichts daran war meine Entscheidung. 1/2
#DisabilityPrideMonth Wenn Beziehungen behinderter Menschen sichtbar sind, dann meistens als interabled relationships, also Beziehungen zu Nichtbehinderten. Ich liebe jede Liebe und feiere diese Beziehungen. Dennoch wünsche ich mir mehr Sichtbarkeit für Beziehungen zwischen behinderten Menschen. 1/4
#DisabilityPrideMonth Auch im pride month scheinen interabled relationships ein Lebensziel zu sein, ein Statussymbol, perfekt. Falls euch das mutlos macht und unter Druck setzt: Ich liebe disabled-disabled-relationships: das tiefe Gefühl von Verständnis für ableistische Erfahrungen. 1/2
Am 5. Mai 2025 wählt die Union einen rechtskonservativen Politiker zu ihrem Fraktionschef im Bundestag. Es ist der Mann, der als Gesundheitsminister im Jahr 2020mit dem IPREG behinderte Menschen und die pflegenden Angehörigen behinderter Kinder, so richtig gefickt hat. 1/2
Es ist Montag, der 5. Mai und eigentlich sollte ich heute für meine Gleichstellung protestieren. Stattdessen tippe ich die Medikamentenliste des Gitarristen in eine Email und lese ihm den Entlassungsbericht vor. 1/2
Es ist 1. Mai, seit drei Tagen ist der Gitarrist im Krankenhaus wieder auf einer normalen* Station und ich möchte das Gesundheitssystem anzünden.
Heute denken wir im #HotelMeerblick an Lucille, Martina, Christian und Andreas. Vor 4 Jahren wurden sie in ihrem Zuhause, einem Pflegeheim in Potsdam, von einer Pflegerin ermordet. Sie sind nicht vergessen. Wir stellen Kerzen in die Fenster. Denn: Ableismus tötet. Kommt gut durch die Nacht 🩵
Die Neurointensivstation lässt mich Krankenhaus neu erfahren. Alle sind unfassbar zugewandt, ruhig und freundlich. Sie nehmen sich Zeit und betrachten auch mich als Besucherin nie als Last oder nervig. So kenne ich das gar nicht und ich bin erleichtert, dass der Gitarrist so gut aufgehoben ist.
Der Gitarrist hat heute auf der Neurointensiv zum ersten Mal „mir ist langweilig“ gesagt. Mich macht dieser Satz sehr glücklich.
Ab sofort werde ich jede*n aus dem medizinischen Bereich, der*die sich hier über Patient*innen und vermeintlich harmlose Symptome in der NA lustig macht, radikal blockieren. Ein harmloses Kribbeln im Fuß kann eine lebensbedrohliche Ursache haben. Der Gitarrist ist jetzt auf der Intensivstation. 1/2
Und plötzlich ist alles anders: der Gitarrist liegt im Krankenhaus. Was erst harmlos wirkte, ist auf einmal lebensgefährlich. Die Welt steht jetzt ein bisschen still.
Manchmal hätte ich gerne Urlaub von meinem Leben, vom behindert sein. Alle um mich herum können aussteigen, Feierabend machen, nach Hause fahren, Urlaub nehmen. Sie können die Diskriminierungen, die Abhängigkeit und die ständige Interaktion, die sie mit mir (indirekt) miterleben, 1/2
Heute war ein schlimmer Tag. Mein ohnehin halb kaputter Rollstuhl ging kaputt und lässt sich nun gar nicht mehr anschalten. Trotz Panikattacke ist es mir gelungen den Assistenten so anzuleiten, dass wir mich in Sicherheit bringen konnten. 1/2
Im #HotelMeerblick spüren wir heute Vorfreude. Habt ihr etwas, auf das ihr euch freut? Menschen, Sonnenstrahlen, Kekse oder den Geruch von Sommer. Egal wie anstrengend das Leben gerade ist: Vergesst bitte nicht, dass irgendwann, irgendwo etwas Schönes auf euch wartet. Kommt gut durch die Nacht 🩵
Im #HotelMeerblick lesen wir uns heute unsere liebsten Tiergeschichten vor. Wir hören von müden Mäusen, schüchternen Tapiren und vom frechen Faultier, das sich ständig woanders versteckt. Das Schlossgespenst freut sich schon und verteilt Kuscheldecken. Kommt gut durch die Nacht 🩵
Im #HotelMeerblick geben wir dem Abend heute die Chance besser zu werden, als wir ursprünglich dachten. Vielleicht überrascht uns der Gesang eines Vogels, ein guter Geruch oder eine tröstend weiche Decke. Das Schlossgespenst verteilt kleine Wundertüten. Kommt gut durch die Nacht 🩵
Heute war es den ganzen Tag verregnet und ich hatte Kerzen, schönes Licht, Tee, Kekse, Bastelkram und Musik. All die Gemütlichkeit und das ruhige Innehalten, was ich beides diesen Winter über vermisst habe. Meine Gesundheit, die kaputten Hilfsmittel und ein schwindendes Assistenzteam 1/2
Es ist Freitag um 21:30 Uhr: der Gitarrist schreibt mir eine Nachricht, dass sie gleich dran sind. Ich antworte mit feiernd-anfeuernder Nachricht und krieche danach mit Wärmflasche ins Bett. Dieses Leben als Musikerbraut ist so aufregend! 🤭
Letzte Woche war ich das 1. Mal mit dem Gitarristen alleine im Kino. Dank Greta-App und dem barrierefrei umgebauten Kinosaal war die größte Herausforderung der Getränkeautomat. Er funktioniert mit Touch-Display, also nix für Blinde. Das Display war über meiner Kopfhöhe: im Rollstuhl unerreichbar. 1
Im #HotelMeerblick ist heute Pasta-Abend. Das Schlossgespenst wirbelt Mehl durch die Küche und klappert mit den Töpfen. Wir treffen uns am Küchentisch und sitzen zusammen bis wir müde werden. Kommt gut durch die Nacht 🩵