Stefan Grasgruber-Kerl

@stefangraskerl.bsky.social

Campaigner for Human Rights @SuedwindAustria.bsky.social Views my own.

Ihr findet hier die Rede eines Genossen der postsowjetischen Linken auf der Antikriegskonferenz in London am 20.06, in der es um Wehrdienstverweigerung, (Arbeits)Migration & die Notwendigkeit eines neuen Internationalismus der Arbeiter*innenbewegung geht. aufwiderstand.at/rede-eines-a...

Rede eines Aktivisten der postsowjetischen Linken auf der internationalen Antikriegskonferenz in London am 20.06.2026

Wir veröffentlichen hier die für euch übersetzte Rede eines Genossen von der postsowjetischen Linken auf der Antikriegskonferenz in London am 20.06.2026, in

aufwiderstand.at

Viele von uns schätzen die Distopien von Orwell, von denen mittlerweile vieles Realität geworden ist. Über den spanischen Bürger*innenkrieg hat er sein wohl wichtigstes politisches Werk „Mein Katalonien“ verfasst. Diese Erfahrungen machten ihn auch zu einem bedingungslosen Mahner gegen den Krieg.

“Alle Kriegspropaganda, alles Geschrei, alle Lügen und aller Hass kommen ständig von Leuten, die nicht mitkämpfen”

George Orwell: Mein Katalonien

Erstaunlich, dass gerade der #papst klare Worte findet, in Zeiten, in denen viel zu viele, die genau wissen, was Sache ist, schweigen. Erstaunlich insbes., weil die katholische Kirche selbst viele Kriege verursacht und geführt hat, und bis heute mit Segnungen von Waffen glänzt.

„Die Welt ist leider von Kriegen und von der Sprache des Krieges entstellt. Dabei handelt es sich um eine Vergiftung der Vernunft, die von der geopolitischen Ebene in jede soziale Beziehung eindringt.”

Papst Leo XIV. bei einem Besuch an der in Universität La Sapienza in Rom vor Studierenden

Während von den offiziellen Organisationen der Arbeiter*innenbewegung zur Frage der Aufrüstung bestenfalls lauwarme Bekundungen, denen keine Taten folgen, zu hören sind, sagt der aktuelle Papst, was im Gegensatz zu vielen, die sich fälschlicherweise so bezeichnen, tatsächlich sozialdemokratisch ist.

“Man darf eine Aufrüstung, die Spannungen und Unsicherheit vergrößert, Investitionen in Bildung und Gesundheit schmälert, das Vertrauen in die Diplomatie widerlegt und Eliten bereichert, denen das Gemeinwohl gleichgültig ist, nicht ‘Verteidigung’ nennen.”

Papst Leo XIV. bei einem Besuch an der Universität Sapienza in Rom

Auf Druck aus der Basis hat der Vorstand des DGB bei dessen Kongress im Mai einen Initiativantrag eingebracht, der sich mit Aufrüstung und Militarisierung beschäftigt sowie jedenfalls die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland ablehnt. Das geht auch im ÖGB!

„Für den DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften bleibt es bei dem in unserer eigenen Geschichte begründeten Auftrag, unermüdlich daran erinnern, dass immer die abhängig Beschäftigten und ihre Familien besonders unter Krieg und Militarisierung sowie deren sozialen und wirtschaftlichen Folgen zu leiden hatten. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Uns eint als Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter deshalb der unbedingte Wille, als Teil einer starken und breit aufgestellten Friedensbewegung einen wirksamen Beitrag zu einer Welt ohne Krieg zu leisten.”

Beschluss des DGB-Kongresses im Mai 2026

In Österreich waren 2025 fast 20% der Bevölkerung arm oder armutsgefährdet. Tendenz massiv steigend, was auch an der Budgetpolitik liegt. Mateschitz z.B. hat so viel geerbt, dass ein*e durschnittliche*r Lohnabhängige*r dafür 1.067.692 Jahre arbeiten müsste, ohne auch nur 1 Cent ausgeben zu können.

Erbschaftssteuer ist Gerechtigkeit

Mark Mateschitz, reichste Einzelperson in Österreich, hat, ohne einen Finger dafür zu rühren, über 40 Millarden geerbt.

1,7 Millionen hierzulande sind arm oder armutsgefährdet - die meisten davon arbeiten hart oder haben hart gearbeitet.

Eine Erbschaftssteuer von nur 35% wie z.B. von der SPÖ gefordert, würde diesem einen Erben noch immer 26 Milliarden lassen, während damit

für jede*n der 1,7 Millionen Sozialleistungen von über 8.000 Euro finanziert werden könnten.

Wir können politisch nur etwas verändern, wenn wir die herrschenden politischen Ideen und ihren Klassencharakter verstehen, dann entzaubern und ihnen schließlich in der Praxis etwas entgegenstellen, um die Welt zu verändern.

Auch heute gilt nach wie vor

„Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die

Ideen der herrschenden Klasse.“

Karl Marx

Gerade in Zeiten des Krieges erinnern wir uns zum und am 1. Mai daran, was eine Hauptaufgabe der Arbeiter*innenbewegung ist, was es braucht, um wirklich Gewerkschafter*in oder Sozialdemokrat*in zu sein. Handeln wir entsprechend der traditionellen Devise: Kein Cent für Aufrüstung, Armee und Krieg!

So geht Gewerkschaft:

„Notwendig und von größter Dringlichkeit ist, dass sich die Gewerkschaften in jedem Land und europäisch, ja international vereinen, gegen Aufrüstung, Militarisierung und Kriegsvorbereitung.”

Klaus Zwickel, ehemaliger Vorsitzender der Gewerkschaft IG Metall in Deutschland und des internationalen Metallgewerkschaftsbundes

Wir können so vieles aus der Geschichte lernen. Selbst Ideen, die Jahrtausende alt sind, scheinen in Vergessenheit geraten zu sein. Solange das so bleibt, sind wir dazu verdammt, immer wieder die gleichen Fehler zu wiederholen. Passt das nicht perfekt z.B. auf Musk oder Trump?

Seit über 2000 Jahren wissen wir

„Es gibt keine hässlichere Erscheinungsform eines Staates als jene, in der die Reichen für die Besten gehalten werden.“

Marcus Tullius Cicero (106–43 v. u. Z.): De re publica, auf Deutsch „Über das Gemeinwesen“

In Frankreich gibt es eine immer gößer werdende Bewegung Jugendlicher und junger Menschen gegen Aufrüstung und Krieg. Diese versteht sich unter anderem als Teil der Mobilisierung für das Antikriegstreffen am 20.06. in London. Hier ihr übersetzter Aufruf:

Aufruf 2026 der Jugend in Frankreich: Wir werden nicht in den Krieg ziehen

Wie in Deutschland und zahlreichen anderen Ländern gibt es mittlerweile auch in Frankreich eine immer gößer werdende Bewegung Jugendlicher und junger Mensche

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Zunehmend wagen sich auch Promis gegen Trump aus der Deckung. Besonders wichtig ist das, wenn es welche sind, die bisher kaum für ihr politisches Engagement bekannt waren. Das zeigt deutlich, dass das Regime Trumps tagtäglich auf mehr und mehr Widerstand stößt.

„Es ist an der Zeit, Nein zu Königen zu sagen. Es ist an der Zeit, Donald Trump Nein zu sagen. Wir haben genug davon. Wir werden es nicht länger hinnehmen, dass ein korrupter Machthaber sich zusammen mit seinen Komplizen à la Epstein bereichert. Trump muss gestoppt werden.“

Robert De Niro anlässlich der „No Kings“-Demonstrationen

(eigene Übersetzung)

Während immer noch viel zu viele an heilbaren Krankheiten sterben oder verhungern, explodieren die Rüstungsausgaben. Aufrüstung führt immer zu noch mehr Leid und Tod. Schließlich müssen all die Waffen irgendwann verbraucht werden, weil es sonst zur nächsten Wirtschaftskrise kommt. Schluss damit!

Militärausgaben 2024 laut SIPRI: 2.718 Milliaden US-Dollar

→ 55% davon NATO (12% der Weltbevölkerung)

→ 50% davon G7

→ 997 Millarden davon USA

→ 149 Milliarden davon Russland

Laut UNO würden 4% davon ausreichen, dass bis 2030 keine Mensch mehr Hunger leiden müsste. Doch der Westen hat gerade seine Beiträge zur Bekämpfung des Hungers um 40% gekürzt, die USA sogar um zwei Drittel.

Seit Jahren hören wir, dass viel zu wenige Menschen im Sozial- und Gesundheitsbereich, der Pflege, der Elementarpädagogik arbeiten (wollen). In Anbetracht stagnierender Stundenlöhne kein Wunder. Infolge des gegenwärtigen sozialen Kahlschlags wird sich das noch weiter verschärfen.

Niemand wundert sich, dass viel zu wenige Menschen im Sozial- und Gesundheitsbereich arbeiten wollen Entwicklung der Reallöhne (brutto pro Stunde) 2018-2022 nach ausgewählten Branchen. Neuere Zahlen werden wohl noch schlechter ausfallen. * Bergbau (ÖNACE B) +4,8% * sonstige Dienstleistungen (ÖNACE S) +3,5% * technische Dienstleistungen (ÖNACE M) +3% * Gesundheits- und Sozialwesen (ÖNACE Q) -0,0%

Selbstbestimmte Zukunft in Freiheit für die Menschen im Iran! Demo am 1. April 2026 vom Christian-Broda-Platz (Wien) Nein zu Krieg und Imperialismus! Weg mit der Islamischen Republik! Selbstbestimmung für die Menschen im Iran! Ganzer Aufruftext auf Deutsch und auf Farsi ⬇️

Demoaufruf: Selbstbestimmte Zukunft in Freiheit für die Menschen im Iran!

Nein zu Krieg und Imperialismus! Weg mit der Islamischen Republik! Selbstbestimmung für die Menschen im Iran! 1. April 2026 Christian-Broda-Platz (Wien)

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Wer von uns, der*die alt genug ist, kann sich nicht an einen der mit Sicherheit politischsten Fußballer erinnern? Und wie schon so oft, wenn es gegen alles geht, was rechts ist, weiß er auch genau, was Sache ist, wenn es um Krieg geht, während unsere Kinder auf Krieg, Tod & Leid vorbereitet werden.

„Ich zum Beispiel werde keines meiner Kinder in den Krieg schicken. Keines. Wozu? Für wen? Wofür?“ Eric Cantona (eigene Übersetzung)

Wieder einmal stellen unsere Medien es so dar, wie wenn Israel nur aus kriegsgeilen Reaktionär*innen bestehen würde. Tatsächlich vertritt Netanjahu immer weniger die Meinung der Mehrheit im Land. Die Friedensbewegung ist geschlossen gegen den Krieg, den er gemeinsam mit Trump gegen den Iran führt.

„Wir müssen uns gegen den Krieg gegen den Iran wehren. Wir wissen, dass militärische Aggression nichts Gutes bringen kann. Nur ziviler Widerstand und gewaltfreier Kampf können ein unterdrückerisches Regime besiegen. Wie die Geschichte zeigt, stärkt ausländische Intervention oft nur unterdrückerische konservative Regime. Nur das iranische Volk kann sich selbst eine prosperierende Zukunft schaffen, und genau das tut es gerade auf den Straßen.”

(Shahaf Weisbein, Refuser Solidarity Network Israel)

(eigene Übersetzung aus dem Englischen)

Der Krieg im Irak führte zu einem drastischen Anstieg des dschihadistischen Terrorismus, einer schweren Migrationskrise im östlichen Mittelmeerraum und einem allgemeinen Anstieg der Energiepreise. Die Position der spanischen Regierung lautet: Nein zum Krieg.“

„Vor dreiundzwanzig Jahren hat uns eine andere US-Regierung in einen Krieg im Nahen Osten geführt. Ein Krieg, der theoretisch, wie damals gesagt wurde, geführt wurde, um Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen zu vernichten, Demokratie einzuführen und die weltweite Sicherheit zu gewährleisten. ➡️

Wer Internationalist*in ist, tut alles, um zu verhindern, dass jemals wieder Arbeiter*innen Arbeiter*innen im Interesse der Nation des Kapitals ermorden müssen. Spaniens Ministerpräsident hat das erkannt und so einen Schritt gemacht, damit der PSOE wieder sozialdemokratisch werden kann. Zitat: ⬇️

In vielen Ländern reagieren Gewerkschaften ganz anders auf den Aufrüstungwahn und die Kriegstreiberei der Regierungen als in Österreich. Hier beispielsweise ein Interview mit einem Kollegen von den Hafenarbeiter*innen in Italien.

Gewerkschaften und Krieg: Die italienische Antwort

Wir veröffentlichen hier für euch übersetzt ein Interview mit Giovanni Ceraolo, Mitglied der nationalen Koordinierungsstelle der Hafenarbeiter*innengewerksch

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