Christa Dürscheid

@christaduerscheid.bsky.social

Linguistin

Dass man in der Schweiz vier Sprachen spricht, ist bekannt - eine davon ist Rätoromanisch. Es umfasst fünf Idiome, die ihre je eigenen Schreibweisen haben. Welche davon soll man für die überregionale schriftliche Kommunikation wählen? Braucht man dafür eine „Scriptura franca“?

ERFUNDEN AN DER UZH
Rumantsch Grischun
Die romanische Schriftsprache Rumantsch Grischun ist eine Erfindung des Zürcher Romanisten Heinrich Schmid (1921-1999). Der UZH-Professor erhielt 1982 den Auftrag der Lia Rumantscha, des Dachverbands der rätoromanischen Sprachvereine, eine gemeinsame bündner-romanische Schriftsprache für die fünf Hauptdialekte zu schaffen. Schmid machte sich an die Arbeit und legte nach nur sechs Wochen seine Richtlinien für eine gemeinsame Schriftsprache vor. Sie beruhen im Wesentlichen auf den drei am meisten gesprochenen Idiomen Sursilvan, Surmiran und Vallader und wurden nach dem Mehrheitsprinzip geschaffen, das heisst, Schmid hat wo immer möglich jene Form gewählt, die der Mehrheit der drei genannten Schriftvarianten gemeinsam ist. Auf der Grundlage von Schmids Empfehlungen wurden dann ein Wörterbuch und eine Grammatik ausgearbeitet.
Heute ist das Rumantsch Grischun Amtssprache im Kanton Graubünden. Allerdings ist sie in den romanischen Sprachgebieten nach wie vor umstritten - viele Dörfer unterrichten in ihrem eigenen Dialekt. Rumantsch Grischun wird aber für Radio, Fernsehen und überregionale Texte verwendet.
Text: Thomas Gull; Bild: Frank Brüderli

Gestern war der Tag der deutschen Einheit. Oder der Deutschen Einheit? Normalerweise schreibt man Adjektive, wenn sie nicht am Satzanfang stehen, klein. Doch es gibt Ausnahmen. Wenn es sich um einen offiziellen Feiertag handelt, darf (muss?) das Adjektiv großgeschrieben werden.

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Dass Werbung oft kontextbezogen ist, sehen wir hier: Schokoladenwerbung passend zur Umgebung, zum Bahnhof. Auch Kampagnen mit immer anderen Wortspielen für dasselbe Produkt sieht man oft. Irgendwann ist das aber nicht mehr originell. Ritter Sport macht das schon seit Jahren so.

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Im Deutschen gibt es bekanntlich vier Kasus - und bekanntlich sind nicht alle gleich populär. So ist nicht nur der Genitiv auf dem Rückzug (wegen des > wegen dem), auch der Akkusativ verschwindet gelegentlich. Das gilt zumindest für die Akkusativ-Endung. Hier fehlt z. B. das -en.

Elterntaxis nehmen weiter zu:
«Der Bewegungsradius von Kindern wird immer kleiner»
Die Anzahl Kinder, die ihr Schulweg nicht alleine zurücklegen, nimmt zu. Welche Folgen das für die Kinder hat, erklärt Claudia Blumer im
Podcast.

Wer erinnert sich noch an das Jugendwort des Jahres 2025? Wie wir hier sehen, ist dieses seltsame „das crazy“ schon zum Motiv für eine Postkarte geworden. Und wie mag das diesjährige Jugendwort wohl lauten? Wer hat Vorschläge? Am 10. Oktober werden wir es erfahren.

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Das Verb zügeln ist in grammatischer Hinsicht vielseitig verwendbar. Man zügelt sich (reflexiv), man zügelt das Pferd (transitiv), man zügelt (intransitiv). Die intransitive Variante kommt vor allem in der Schweiz vor. Und das gerade jetzt: Der 1. 10. ist für viele ein Zügeltag.

Was du am Zügeltag griffbereit haben solltest
Wenn alles noch in Kartons verpackt ist, hilft eine «Erster-Tag-Kiste» mit den wichtigsten Dingen für die ersten Stunden im neuen Zuhause.

Wie schön, wenn man in einem Hotel auf diese Weise willkommen geheißen wird! Solche Plakate kennt man, sie fallen aber trotzdem noch positiv auf. Doch hier hat sich ein Fehler eingeschlichen, ein Wort ist falsch geschrieben (WILLKOMMENN). Vielleicht sind es aber auch mehrere?

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Wer Werbung in Dialekt verfasst, möchte sich einen lokalen Anstrich geben. Das ist auch hier der Fall. Natürlich muss man darauf achten, dass man trotzdem verständlich bleibt. Doch bedeutet hier snacken? Eine Kleinigkeit essen? Oder ist es die plattdeutsche Variante zu ‚reden‘?

Snacken, stöbern, Haare schön? - Allet, wat de brauchst, jibts hier im Bahnhof!

An- und Verkauf, be- und entladen, Mund- und Nasenschutz. Der Ergänzungsstrich ist ja so praktisch: Man tippt weniger, spart Platz und vermeidet unschöne Wortwiederholungen. Es gibt nur einen Nachteil: Dieser kleine Strich wird oft vergessen. So auch hier.

Auf dem Schild steht: An + Verkauf

Nennen ist eines der wenigen Verben, die im Deutschen mit zwei Akkusativobjekten gebildet werden (vgl. Er nennt ihn einen Lügner). Andere solche Verben sind heißen, lehren, schimpfen. Warum aber steht hier kein Objekt? Ob diese ungrammatische Konstruktion ein Zitat ist? Seltsam.

Auf dem Schild steht: Die Oder nennt

Es gibt so viele interessante regionale Varianten! In der Variationslinguistik wird untersucht, wo sie verwendet werden und welche Bedeutungen damit verbunden sind. Dabei geht es keineswegs nur um Dialektwörter. So wie hier: Die (vier?) Helvetismen gehören zur Standardsprache.

Jetzt eine Frage zu Helvetismen: Wie viele enthält der folgende Satz? «Gleich nach dem Apéro kaufte der Mechaniker ein Billett für das Postauto und wechselte den Pneu.»
einen Helvetismus
zwei Helvetismen
drei Helvetismen
vier Helvetismen
fünf Helvetismen
gar keinen Helvetismus

„Im Wald gibt es viele Bären/Beeren.“ Je nach Region, in der man diesen Satz hört, wird man sich vielleicht fragen, was wohl gemeint ist. Denn die Aussprache klingt oft sehr ähnlich. Andere solche Paare im Deutschen sind Ehre/Ähre oder mehr (bzw. Meer)/Mähr.

Auf dem Bild ist ein Ladenschild zu sehen: Bären-Treff. Der Fruchtgummi-Laden

Was sind echte Menschen? Dazu schreibt die KI: „Ein echter Mensch ist ein biologischer Organismus der Art Homo sapiens mit DNA, Bewusstsein, Empfindungsvermögen, Emotionen und einem physischen Körper.“ Wie gut, dass es diese im Kundenkontakt noch gibt. Doch das muss man nun eigens betonen.

Wir bauen auf ein freundliches Lächeln, ein offenes Ohr und den Kontakt zwischen echten Menschen.
So begleiten wir unsere Kundinnen und Kunden in allen Lebensphasen - viele über Generationen hinweg.
Daran ändert sich auch während der Bauphase nichts.

„Niederdeutsch wird in Mecklenburg-Vorpommern seit 2017 regulär als dritte Fremdsprache angeboten und kann somit ein Abiturfach bilden.“ So steht es auf der Website der Uni Greifswald, wo man das Fach studieren kann. Und wer das tut, wird diesen Artikel ohne Mühe lesen können.


JÜRGEN HILLMER
Dat uns Huustelefon bimmelt, kummt verdaag doch blots noch recht selten vör. Dat mehrste Te-lefoneren, Schrieven un hen-un-her-Schicken vun Narichten un noch veel mehr passeert doch mit dat Handy. Wenn et denn doch mal bimmelt, wiest dat Telefon tomeist ok gliek den Naam vun den Anroper, denn Nummern vun Belang, so as de Frün-nen un Familje sünd ja spiekert.
Dat hett den Vördeel, dat wenn op't Telefon steiht, dat Swieger-mudder anröppt, du noch flink över nasinnen kannst, wenn du överhaupt tohuus büst! Af un an sünd man ok heel annere Tahlen
to sehn....,

Aha ist ein interessantes Wort. Wie übersetzt man es in andere Sprachen? Und was meinen wir, wenn wir Aha sagen? Laut Duden dient es dazu, „auszudrücken, dass man etwas verstanden hat [und verwundert oder erstaunt ist]“. Und das Dudenbeispiel dazu: „Aha, so hängt das zusammen!“ Aha.

Manchmal denke ich nur :
AHA-
Und dann meine ich
das auch so.

Ist das nicht eine originelle Speisekarte?Interessant sind vor allem die Erläuterungen zu den einzelnen Speisen, so zu „Rösti Fries“. Diese sind nach eigenen Angaben „extremst lecker“. Ein solcher Superlativ klingt seltsam, ist aber (zumindest in grammatischer Hinsicht) möglich.

BROTZ
STANDARD
CURRYWURST
extra scharfe Currysauce, Premium Rösti Fries dazu PAAR KNACKIGE WIENER
Semmel dazu
POMMES KLASSISCH
so wie Kinder sie lieben
RÖSTI FRIES
extremst lecker, Premium Qualität
BAUMGARTEN PANINI
mit Schinken oder Salami, Käse und allem, was die Fr heute hergibt. DIP on Top

Von der PISA-Studie und damit auch von der Lesekompetenz ist zurzeit viel die Rede. In diesem Artikel geht es um das Pendant dazu, um die Rechtschreibkompetenz. Und es wird eine interessante Frage gestellt: Sollen im Deutschunterricht wieder (mehr) Diktate geschrieben werden?

Abo Rechtschreibung in der Schule
«Bei vielen Schülern wäre alles rot»
Wie schlimm ist es, wenn ein Vierklässler «Unser noies auto färt snel» schreibt?
Braucht es wieder mehr Diktate? Das sagen Lehrpersonen und Fachleute für Didaktik.
Sandro Benini
Publiziert heute um 15:57 Uhr

Ist das nicht eine interessante Gegenüberstellung von Substantiven, deren Bedeutung sich mit der Wahl des Artikels ändert? Oft ist der Unterschied gewaltig (so bei Kiefer), manchmal aber auch subtil. Ein Beispiel dafür (nicht auf der Liste) ist das Wort Verdienst (der/das).

zdfk
aroundtheword O
1
2DF
Wenn der Artikel den Sinn verändert
Der See 2
Binnengewässer
Die See 2
Meer
Der Erbe 2 männliche Person, die erbt
Das Erbe - das, was vererbt wird
Der Tau
Morgentau
Das Tau • starkes Seil
Der Moment 2 kurzer Zeitraum
Das Moment 2 ausschlaggebender
Umstand
Der Kiefer 2
Knochen für die Zähne
Die Kiefer 2
Baumart
Das Band 2
schmaler Gewebestreifen
Der Band 2
Buch
Der Gehalt 2 gedanklicher Inhalt, ideeller Wert
Das Gehalt 2
Einkommen
zdf

Das Verb ausweisen kennen wir. Es wird transitiv (jemanden ausweisen) oder reflexiv (sich ausweisen) verwendet. Hier geht es um ein anderes Verb: sich ausmenschen. Ob wir uns künftig bei allem, was wir selbst verantworten und nicht die KI machen lassen, ausmenschen müssen?

KARPIPEDIA
Neue Wörter braucht die Welt
ausmenschen, sich (Verb) [aus|men|schen] Sich digital als Mensch ausweisen. Wer sich ausmenscht, versucht, einer Maschine die eigene
Existenz zu beweisen.
Muss in den meisten
Berufen täglich wiederholt werden.
Beispiel: «Mein Arbeitstag beginnt damit, mich auf mehreren Plattformen auszumenschen.
Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierungen, Captchas. Sobald das geschafft ist, mache ich Mittag.»

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Lautfolge darzustellen, die im Deutschen als /ku:/ gesprochen wird. Hier sehen wir drei Varianten: Q (der Buchstabenname), coo (engl.) und ein Kuhkopf (🐮). Ist das nicht Ql / cool / 🐮l ? Da möchte man doch gerne im Q-Hof einkehren. 🐄

Auf dem Bild ist ein Lokal zu sehen, das mit den Namen Q-Hof spielt und diesen auf verschiedene Weise darstellt.

Was bedeutet „utepils“? Dabei handelt es sich um ein norwegisches Wort, es ist ein Kompositum aus ute (draußen) und pils (Pils). Das ist das erste Bier, das man im Frühling draußen trinkt, in der Sonne. Auf dieses utepils müssen wir nun leider noch eine Weile warten.

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In diesem Artikel wird die Annahme vertreten, dass E-Mails umso kürzer und informeller sind, je höher man in der Hierarchie steht. Als Beispiel werden „Zweibuchstabenmails“ genannt: ok, no. Oder ein Fragezeichen, das man kommentarlos weiterschickt. Ist das nicht effizient?

Schlagzeile: Wer etwas zu sagen that, schreibt ultrakurze E-Mails.