Als starkes Zeichen gegen den herrschenden Kapitalfaschismus habe ich eben auf der Fahrt ins Büro laut bei Material Girl mitgesungen.
Wie ich gleich vorm Öffnen des Supermarkts meinen Platz als Erster in der Schlange vor den missgünstigen Rentnern verteidige
Throwback in MP3-Zeiten als ich einem Freund einen "Old School Hip Hop Classics" benannten Stick geschenkt habe, auf dem ausschließlich Tracks von Pur waren, deren Metadaten ich akribisch geändert habe und wie er damit auf einer Party flexen wollte, ohne den Stick vorher selbst angehört zu haben.
Wenn ich samstags mit den Rentnern auf das Öffnen des Supermarkts warte, denke ich oft an eine Ex. Sie war Medizinerin und hat auf dem Einkaufszettel sofern bekannt immer chemische Verbindungen anstatt des Produkts notiert. In der Zeit habe ich mehr über die Elemente gelernt als im Chemieunterricht.
Jockel 1 schreibt kompletten Bullshit ins Netz Jockel 2 "Quelle?" Jockel 2 lehnt sich ob seiner kritisch-provokativen Haltung selbstgefällig zurück Jockel 1 postet KI-Slop Jockel 1 lehnt sich ob seiner überzeugenden Argumentationskette selbstgefällig zurück Das heutige Internet ist so ermüdend
Diese Menschen, die inflationär das Wort reüssieren verwenden, wem wollen die eigentlich was beweisen?
Zum Start in die neue Woche gelten meine Gedanken und Gebete denjenigen, die unter kriegerischen Auseinandersetzungen stets am meisten zu leiden haben, dem Tourismus und dem Influencertum.
Raketen statt sorgenfreier Luxus: Influencer werden in Dubai vom Iran-Konflikt eingeholt
Für Ruhe, Luxus und Steuervorteile sind sie nach Dubai gezogen, nun teilen sie Fotos von Raketen und Rauchwolken am strahlend blauen Himmel mit ihren Followern. Was die Influencer nun vom Krieg berich...
tagesspiegel.de
Throwback zu dem Moment als ich naiver Trottel beiläufig zu meiner Nichte sagte, dass Pink und Rosa doch die gleiche Farbe sei, ich in die entgleisten Gesichtszüge eines kleinen Mädchens blickte und nach einer ausufernden Belehrung das Gefühl blieb, von ihr fortan nicht mehr ernst genommen zu werden
Freitagvormittag kommt immer der Zeitpunkt, der mich für die Woche endgültig bricht: Getragen von euphorischer Ekstase kommt mein Chef gleich von seinem Unternehmerfrühstück wieder schnurstracks in mein Büro, um mir zu erzählen, welche neuen KI-Tools wir UN-BE-DINGT SO-FORT einsetzen müssen.
Plusgrade und ein paar Sonnenstrahlen, die Motorradjockel sind zurück aus dem Süden und beglücken alle im Umkreis von zwei Quadratkilometern entlang ihrer Fahrtstrecke Lebenden mit ihrer akustischen Anwesenheit
MacOS scheint Mitleid mit meinen Kommunikationsskills zu haben und mich coachen zu wollen
In der Menschheitsgeschichte hatte noch nie jemand ein derart unbändiges Verlangen nach Kohlrabisticks wie ich in diesem Moment
wie fragen kostet nix schon mal was von überwindung gehört du lurch
Gestern sind nebenan neue Nachbarn eingezogen, heute Morgen wurden sie vom Rentner von gegenüber darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Tonnen hier frühestens um 19 Uhr am Vortag der Abholung an die Straße gestellt werden und nicht schon um 17 Uhr. Es ist die deutsche Herzlichkeit, die mich hier hält
Mein einziger Vorsatz fürs neue Jahr ist spontan eine politische Blitzkarriere zu starten, um jede Korrespondenz mit der Bundesregierung mit der Formulierung "werte Kolleginnen und Kollegen" zu beginnen und mit "mit der Ihnen gebührenden Hochachtung" abzuschließen
Mich hat gerade ein Nachbar mit "Frohes Neues erstmal noch" begrüßt, es ist für uns alle einfach eine Zeit der Orientierungslosigkeit
In meinem Umfeld gibt es Menschen, die laut eigener Aussage die Zeit zwischen den Jahren gerne dafür nutzen "in Ruhe das neue Jahr zu planen" wtf
Der Mann der Schwester meiner Schwägerin (wie auch immer dieser Verwandtschaftsgrad wissenschaftlich korrekt heißt) ist ein großer Komiker. Er fragt, ob ich über die Feiertage in der Heimat sei, er habe in letzter Zeit Probleme mit der Kopplung seiner Blauzahn-Geräte. Blauzahn, versteht ihr? HAHAHA
Eine Freundin aus der Schweiz schreibt mir und fragt, ob ich Ende des Jahres auch einen Unterbruch habe, der ambitionierte Hypochonder in mir verspürt spontan Schmerzen in diversen Körperregionen
Montag 8:44 Uhr, der Jockel gegenüber hat gerade zum Abschluss eines Videocalls gesagt: "Ich nehme als Learning aus dem Call mit, dass wir asap ins Doing kommen müssen." Woche bitte wieder beenden
Beste am Leben in der Bodenseeregion sind die Zeiten, in denen der Nebel 24/7 zeigt, wer hier der Boss ist
Habe meinem Patenkind einen Adventskalender gebastelt und jetzt schickt sie mir jeden Tag nach dem Auspacken ein Foto und der "Text" dazu besteht jeweils aus 1-76452 Emojis. Checke nix aber finde trotzdem lieb
Seit 6 Tagen Gefangener eines übermotivierten KI-Ticketsystems, das trotz mehrfacher Aufforderung das verdammte Ticket endlich zu schließen auch am Tag des Herrn nicht davor zurückschreckt impertinent seine Hilfe anzubieten
Alle Energie fürs Wochenende zehre ich aus den missgünstigen Blicken von Lowperformer-Rentnern, die erst ab 6:50 Uhr auf das Öffnen des Supermarkts warten und deswegen hinter mir in der Schlange vor der geschlossenen Tür stehen
Falls es wider Erwarten noch eines Beweises bedurfte, was für ein verkommen durchtriebenes Subjekt der gemeine Vermieter ist: Hatte eben angekündigten Termin wegen Mieterhöhung und der Hund des Vermieters war mit im Raum. Kann mich nur an Ohrenkraulen und irgendwas unterschrieben zu haben erinnern.
Wochenstart 0/10, wenn unmittelbar vor dir eine Horde hungriger Handwerker die Bäckerei betritt. Ausnahmslos jede Bestellung mit Sonderwünschen, obwohl die Auslage unzählige sorgsam vorbereitete Gebäckvariationen bereithält. Bis deren Bestellungen abgearbeitet sind, ist die Woche fast wieder rum.
Wer auch immer meinen Nachbarn dieses Windspiel geschenkt hat, das schon beim kleinsten Mückenfurz abartig Alarm macht: Ich hasse dich.
Am Tag des Herrn mal geschmeidig eine Stunde mit dem Laubbläser auch den letzten Rest Leben aus der gepflasterten Einfahrt blasen. Deutscher Herbst einfach Mission für meine redlichen Nachbarn.