Falk Schreiber (he/him)

@falkschreiber.bsky.social

„Sie wollen Tipps von mir, wie man eine Baddie wird.“

Mir wurde jetzt erst klar, was da im Nachklang zu diesem „Die 80er live“-Konzert im Volksparkstadion passierte. Alphaville (mit denen ich nie besonders viel anfangen konnte) spielten ihr kurzes Set, und dabei positionierte sich Sänger Marian Gold gegen die AfD. (1/3)

Was ich wirklich schön finde: wie die Mehrheit der LGBTIQ*-Community den Umarmungsversuchen der Rechten widerstanden hat. Und wie Letztere darauf in ihrem Beleidigtsein beweisen, dass zwischen sie und den Islamismus kein Blatt passt.

Einerseits ein beglückender, solidarischer CSD in Hamburg, bei dem die Community sich nicht rechts vereinnahmen ließ. Und andererseits eine europäische Politik, die sehenden Auges in die Falle Ceuta gelaufen ist und sich vollkommen dem Fetisch Migrationspanik hingegeben hat.

Beim CSD in Hamburg

Weshalb maßen sich eigentlich immer die Fans eines ästhetischen Konservatismus an, zu bestimmen, wie Theater auszusehen habe? Weil Theater mit ihrem Steuergeld finanziert wird? Fun fact: Ich zahle ebenfalls Steuern, aber mir würde nie einfallen, meine Meinung absolut zu setzen.

Und weil gerade eigentlich kluge und folglich agendageleitete Leute versuchen, eine Verwandtschaft zwischen Linker und Islamismus zu konstruieren: übersteigerte Religiosität, Elitendenken, binäre Weltsicht sind klassisch rechte Konzepte. Steht übrigens schon bei Marx. Nichts daran ist links.

Kürzlich fragten mich liebe Menschen, was ich mir denn zum Geburtstag wünschen würde, und ich antwortete, dass nicht nur Jens Spahn zurücktreten solle, sondern auch Reiche, Weimer, Prien, Söder, vor allem aber Merz. Sie meinten, ich müsse realistisch bleiben, damit fand ich mich ab, aber, naja …

Spiegel im Hotelzimmer

Dass in einer Gesellschaft, in der rechte Gewalt regelmäßig ignoriert, kleingeredet, verharmlost wird, linke Gewalt schöngeredet werde, ist eine Argumentation, die ich in ihrer Verdrehtheit Hasnain Kazim durchaus zugetraut habe. Aber nicht, dass der Spiegel so etwas dann auch noch publiziert.

Eine leicht verwirrt wirkende Frau in der Bahn erklärt allen Leuten, die sie für Touris hält, dass sie zum Flughafen die S3 nehmen müssten, und ich überlege, ob ich klarstellen sollte, dass in Wahrheit die S1 zum Flughafen fährt, oder ob das die Verunsicherung noch verstärkt?

Es ist natürlich bezeichnend, dass Spahn nicht über seine unzähligen Skandale gestolpert ist, nicht über seine Maga-Nähe und nicht über seine Rechtsoffenheit. Sondern über eine private Verfehlung, die mittelbar mit seiner Homosexualität zu tun hat. Queerness verzeiht Deutschland nicht.

Ich mag Danger Dan nicht. Dass er die Flora vor den Bus warf, linke Antisemtismuskritik diskreditierte und so den dreckigen Job der CDU machte, nehme ich ihm übel. Aber wisst ihr was: Angesichts des autoritären Umbaus von Staat, Gesellschaft, Kultur und Medien ist einfach wumpe, wen ich mag.

Pitch für einen deutschen Katastrophenfilm, „Stellwerk“. Ein ungewöhnlich heißer Sommertag. Mehrere Handlungsstränge. 1. Im ICE 318 von Frankfurt nach Berlin (78 Minuten Verspätung) sitzt Banker René, im Koffer eine große Menge veruntreutes Bargeld (1/7)

Ich komme aus einem sehr bürgerlichen Umfeld, Fußi war bei mir zuhause etwas, das zutiefst verachtet wurde. Mittlerweile weiß ich natürlich, dass diese Verachtung Ideologie war, Abgrenzung nach unten, Distinktion, ich stehe da drüber. Aber unglaublich langweilig ist dieser Sport schon, oder?