Die AfD kann in Umfragen von 20 auf 30 Prozent steigen, ohne einen einzigen zusätzlichen Wähler zu gewinnen. Das klingt absurd. Es ist der blinde Fleck unserer Sonntagsumfragen – und einer der Gründe, warum CDU und SPD sich selbst zerstören. 🧵
DIe Bundesregierung ist nur zuständig für die Probleme der 90er Jahre. Die Gegenwart soll irgendwer anderes machen.
Ich vermute der Kanzler “beobachtet die Lage” auch weiterhin. Wortlos. www.tagesschau.de/inland/hitze...
Die SPD gibt ihr soziales Profil auf. Die CDU stößt bürgerlich-liberale und stabilitätsorientierte Wähler ab. Beide schielen auf die Wählerschaft der AfD und vernachlässigen ihre eigene.
Viele verstehen unter „Nichtwähler mobilisieren“: an Türen klingeln, Plakate kleben und Leuten ein schlechtes Gewissen machen. Das kommt viel zu spät. Menschen gehen wählen, wenn eine Partei etwas vorhat, das ihr Leben verbessert – und glaubhaft dafür kämpft. 🧵
Niemand weiß heute, wen die Nichtwähler 2029 wählen werden. Genau deshalb ist das Rennen offen. Kampagnen, Kandidaten, Themen und taktisches Wählen können verändern, wer überhaupt zur Wahl geht.
Das Rechenbeispiel ist simpel: 20 AfD-Wähler unter 100 Wählern sind 20 Prozent. Bleiben 33 Wähler anderer Parteien zu Hause, werden aus denselben 20 AfD-Wählern plötzlich 30 Prozent.
Die nichtfaschistischen Parteien müssen ihre eigene mögliche Mehrheit wieder vertreten und mobilisieren. Umfragen sind keine Prophezeiungen. Wer sie als Schicksal liest, macht sie zur selbsterfüllenden Prophezeiung.
Niemand weiß heute, wen die Nichtwähler 2029 wählen werden. Genau deshalb ist das Rennen offen. Kampagnen, Kandidaten, Themen und taktisches Wählen können verändern, wer überhaupt zur Wahl geht.
In den üblichen Umfragegrafiken verschwinden Nichtwähler aus dem Bild. Die übrigen Stimmen werden wieder auf 100 Prozent hochgerechnet. So sieht die Demobilisierung der anderen Parteien aus wie ein Wachstum der AfD.
Damit erzeugen sie asymmetrische Demobilisierung: Die AfD-Wählerschaft bleibt wütend und mobilisiert. Andere Menschen sehen immer weniger Grund, SPD oder CDU zu wählen – und bleiben zu Hause.
Präventivhaft ist ein Euphemismus für Schutzhaft. So nannten die Nazis es, wenn sie jemand ins KZ steckten.
"Präventivhaft für Gefährder zwingend notwendig" #Dobrindt #CSD #Anschlag
So wird aus einer offenen Wahl eine angeblich unausweichliche AfD-Zukunft gemacht. Das lähmt ihre Gegner, normalisiert ihre Positionen und räumt ihr immer mehr politisches Gelände frei.
Trotzdem lesen CDU und SPD die Umfragen immer gleich: Die AfD steigt. Also wollen die Leute rechte Politik. Also müssen wir rechter werden, um sie zurückzugewinnen.
Davon profitieren Parteirechte, Wirtschaftsverbände und rechte Medien – vom Seeheimer Kreis und Wirtschaftsrat bis zu INSM, Springer und Nius. Verteilungspolitik gefährdet ihre Interessen. Kulturkampf schützt sie.
Der AfD-Anteil steigt weiter. Dann gilt dieser Anstieg als Beweis, dass der Rechtskurs noch nicht weit genug gegangen sei. Die falsche Deutung erzeugt einen Teil der Realität, mit der sie sich später rechtfertigt.
Diese Lesart wird gepflegt, weil sie politisch nützlich ist. Sozialkürzungen, Migrationskampf und autoritäre Verschärfungen lassen sich als Reaktion auf den „Volkswillen“ verkaufen.
Die Nazis mussten den Reichstag nicht anzünden, um sofort zu erkennen, was ihnen der Brand bot: Angst, ein Feindbild und die seltene Gelegenheit, lange vorbereitete Eingriffe plötzlich als Notwehr erscheinen zu lassen. 🧵
CSD Berlin: Abdul B. offenbar noch am Abend des Anschlags mit Kamera überwacht
Behörden haben den mutmaßlichen Attentäter laut Berichten bis kurz vor der Tat beobachtet. Bundesinnenminister Dobrindt schlägt Maßnahmen für Gefährder vor. Das Liveblog
zeit.de
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Langenscheidt macht aus dem "Jugendwort des Jahres" dann doch wieder "Was die Erwachsenen gerne hätten wie die Jugend redet"
Jugendwort des Jahres: Langenscheidt, leck Eier!
Langenscheidt kickt „Mehrzweckeier“ aus den Top 10 für das Jugendwort des Jahres. Denkt der Verlag, Jugendsprache ist nicht politisch? Peinlich.
taz.de
Eigentlich sind die Sonntagsumfragen komplett nutzlos ohne die Angabe "Nichtwähler". Theoretisch könnte bei ausreichender Wahlbeteiligung ein völlig anderes Ergebnis herauskommen. Zum Beispiel dass die AfD gar nicht so viel Vorsprung hat wie immer suggeriert wird.
Der Staat kannte die Gefahr, überwachte den Mann und schützte die Menschen nicht. Die Union hatte queere Sichtbarkeit bekämpft und entdeckt queere Menschen nun als ideale Opferkulisse. Und Dobrindt präsentiert uns die Rechnung: Sein Apparat versagt. Bezahlt wird mit unserer Freiheit.
Offensichtlich sind wir nicht mündig. Wie auch? Wir lassen mit uns Sachen machen, da hätten andere Völker längst die Guillotine rausgeholt.
Erst wird einer Minderheit erklärt, ihre Sichtbarkeit sei übertrieben, ihre Förderung ideologisch und ihr Schutz ein Sonderwunsch. Dann wird sie tatsächlich zum Ziel tödlicher Gewalt. Und schließlich wird sie benutzt, um Maßnahmen durchzusetzen, die mit ihrer Emanzipation nichts zu tun haben.
Zu Deutsch: Sie wird eine grosse Koalition mit der AfD machen, da die SPD eh keine Prinzipien mehr hat.
Also wenn Bärbel Bas im Sommerinterview auf die Frage, was die SPD macht, wenn die AfD ne Mehrheit im Landtag einfährt, mit „Das weiß ich doch jetzt noch nicht“ antwortet, mag das ehrlich sein, aber puh, puh, puh.
Die AfD verliert, wenn ihre Gegner wieder etwas Eigenes vertreten. Etwas, das Menschen im Alltag spüren. Etwas, wofür eine Partei tatsächlich kämpft. Etwas, das den Gang zur Wahlurne lohnt. Wahlkampf kann das erzählen. Er kann es nicht ersetzen.
Für die SPD wäre der Weg ziemlich klar: Löhne erhöhen. Tarifverträge stärken. Mieten begrenzen. Renten sichern. Schulen und Krankenhäuser in Ordnung bringen. Und offen sagen, wer davon profitiert, dass all das ausbleibt.