finn st. pierre

@flstp.bsky.social

Wir leben ja in den glücklichen Zeiten, da das Archiv des Merkurs digital zugänglich ist. Wir müssen uns deswegen nicht mehr auf akademische Gerüchte und das Geraune in einer Arte-Doku verlassen. Wir können selbst nachlesen: beispielsweise den letzten Satz von Habermas Rezension von Kritik und Krise

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Foucault, 1975 – Wahrscheinlich ist es das, was in all den Habermas Nachrufen gefehlt hat und was er aber selbst in seinen "Profilen" noch so charmant zeigte: Die Aneignung in fremden Vokabular. Er hätte ein Recht darauf, produktiv missverstanden zu werden. Umso enttäuschender all das Epigonentum.

"Nietzsches Anwesenheit wird von Mal zu Mal wichtiger. Doch langweilt mich die Aufmerksamkeit, die man ihm entgegenbringt, um über ihn dieselben Kommentare abzugeben, die man über Hegel oder Mallarmé abgegeben hat oder abgeben würde. Die Leute, die ich liebe, die gebrauche ich. Das einzige Zeichen einer Anerkennung, die man gegenüber einem Denken wie dem von Nietzsche gelten lassen kann, besteht genau darin, es zu verwen-den, es zu verformen, es knirschen und schreien zu machen. Was dagegen die Kommentatoren sagen, ob man ihm so treu ist oder nicht, ist von keinerlei Interesse."

Gegen die Entgrenzung des Krieges lässt sich nur schwer das Eigenrecht privaten Glücks behaupten. Mounir erzählt auch von den kleinen Kulturtechniken dieses (sich) Behauptens, dessen Kontrafaktizität gegen die Ohnmacht einer ganzen Region gerichtet ist. Das Lügen macht dann frei, für einen Moment.

Mounir Zahran@mounirzahran.bsky.social · 3mo ago

Meine Eindrücke aus Beirut im März im @redaktionmerkur.bsky.social – über das neue Wesen des Krieges und die feine Grenze zwischen privater Emotionalität und öffentlicher Anteilnahme. www.merkur-zeitschrift.de/artikel/beir... (Gratislink)

"Es geht Wittgenstein wie Heidegger und Adorno um die heilende Klärung des in der profanen Präsenz Verdeckten und Verpuppten, also um die Analyse eines Hintergrundes, der als solcher unaussprechlich ist." (3/3)

Mitreißend, wie Martin im Staccatostil den Philosophiekanon durch- und den historischen Variationen seines Themas virtuos nachgeht. Die Genese der konzeptionellen Trias der Kritiken Kants ist kaum nacherzählt, schon setzt er an zu einer Kritik am Wertbegriff und an Habermasens politischer Theorie.

Wissenschaftskolleg zu Berlin@wiko-berlin.bsky.social · 6mo ago

Lectures and Keynotes: Fellow John Levi Martin, "The True, the Good, and the Beautiful: Structures of Social and Constitutional Thought" vimeo.com/1159613396?f...

Nach 40 weiteren „Berliner Tagen“ liefert @victorloxen.bsky.social zu Koskenniemis Schmitt-Lecture eine Besprechung, welche den Vortrag so dicht wie charmant reproduziert. Beide übersehen jedoch die performative Pointe jener eben polemischen Warnung Habermasens vor Schmitt („Don’t go there!“):

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Worin besteht denn eigentlich diese merkwürdige Sogkraft, welche Affären von Intellektuellen auf uns ausüben? Wenn sie mehr sein sollte als nur gebildeter Gossip, dann muss sie in der eigentümlichen Dynamik liegen, welche sich zwischen den zwei sich im Medium des Denkens Liebenden entwickelt:

finn st. pierre@flstp.bsky.social · 8mo ago

Julian Schütt fügt im zweiten Teil seiner Frisch-Biographie der Geschichte des merkwürdigen Faszinosums Bachmann-Frisch eine noch vor dem Kennenlernen im Frühjahr 1958 einsetzende, weitere Anekdote hinzu—Natürlich spielt der @redaktionmerkur.bsky.social eine Rolle, welchem B auch Gedichte lieferte

Mit einem Feinsinn für die in Beirut aufeinandertreffenden Erwartungen und Erinnerungen fühlt Mounir zwischen Daumen und Zeigefinger eingespannt den vielen Strängen der Hoffnungen nach, die in dieser Hauptstadt der Levante zum mit Blut und Tränen benetzten Geflecht schicksalshaft zusammenlaufen;

Mounir Zahran@mounirzahran.bsky.social · 10mo ago

Was, wenn sich die moderne Geschichte des Nahen Ostens immer wieder in Beirut verdichtet? In meinem neuen Essay im Merkur über Beirut als Brennspiegel libanesischer, palästinensischer und israelischer Erinnerungskultur - und indirekt auch der deutschen. merkur-zeitschrift.de/artikel/beir...