Dieser Krebs macht müde und ich kann anhand der Schmerzen einfach nicht schlafen.
Frau Direkt
@fraudirekt.bsky.social
In mir die Flammen meiner jungen Jahre. Um mich die Mauern meiner Grenzen.
Wenn man seine Chemo freie Zeit damit verbringt einen Magenbypass zu bekommen, weil sich einige der Metastasen im Zwölffingerdickdarm breitgemacht haben und mein Essen in den Magen dadurch landete. Verengung Hallo.
Nach jeder Chemo fühle ich mich immer mehr wie eine dieser Steinplatten auf dem Boden.
Es ist so surreal. Ich bin immer noch ich. Trotz Bauchspeicheldrüsenkrebs im mittlerweilen pallativ Stadium. Trotz Chemo alle 2 Wochen seit Anfang des Jahres. Trotz all den grauslichen Nebenwirkungen. "I bi ima nu i." um es im schönsten oberösterreichischen Dialekt zu erwähnen.
Prognose 2 Jahre noch. Dann wäre ich 47 Jahre. Ich sag 50 Jahre. Mindestens. Fick Dich Krebs.
Mein Geist ist überflutet von Erinnerungen an vergangene Tage.
Heute bekam ich Besuch. Ein Olivenbaum wurde überreicht mit den Worten: "Für dein Grab, hast ja nicht mehr so lange oder? Erwähnte ich je, das ich Menschen nicht sonderlich mag?
Chemo die 8te. Das einzig schöne daran, ist der Sonnenaufgang auf den Weg dahin um 6i frühmorgens.
Was am Ende zählt, ist nur die Intensität des Moments. Es ist nicht die Dauer, die zählt. Es ist die Intensität.
Bin still und lausche. Man könnte es auch zuhören nennen.
Alles wird klarer, aber manchmal auch schonungslos ehrlicher.
Seitdem ich Krebs habe, merke ich, wie wenig Toleranz ich dafür habe, wenn Menschen trotz vorhandener Möglichkeiten nicht handeln.
Ich habe Wind und Sonne. Das ist fast wie am Meer. Aber nur fast.
Echt ist, was alle sehen. Alle sehen deine Hülle, aber niemand sieht deinen Geist.
Wer braucht schon einen Hafen, wenn man einen Anker hat?
Mein erster Kaffee seit Dezember. Leider schmeck ich dank der laufenden Chemo rein gar nichts. Nixtinix. Aber er riecht herrlich. Paradox. 🫤🙄
Am ehesten bleiben Dir die Menschen in Erinnerung, die Deine Seele berührt haben.
Du gibst mir immer das Gefühl "Ich" sein zu dürfen, mit all meinen Ängsten und Kanten.
Wenn ich etwas für jemanden tue, erwarte ich nichts dafür. Ich mag den jemanden einfach, dass genügt mir.
Manchmal ist alles, was man braucht, der Wind auf dem Gesicht und die stille Gesellschaft der Bäume dazu.