Jonas Leppin

@jolepp.bsky.social

Journalist, Chef vom Dienst @DerSPIEGEL Politik, Medien, Rapmusik jonas.leppin@spiegel.de

Klingt doch nach einem gelungenen Tourauftakt für Till Lindemann: "Nonnen tanzten in Strapsen, die Drummerin warf Torten ins Publikum, und auf der riesigen Leinwand wurde viel nackte Haut, Blut oder auch Erbrochenes gezeigt."

Ach, ich dachte, 100 Milliarden Euro gehen an den Klima- und Transformationsfonds (KTF), um damit zusätzliche Investitionen zur Klimaneutralität bis 2045 zu ermöglichen. Wenn das nun allein die Grünen kriegen, dann kaufen die doch bestimmt nur 100 Milliarden Joints und vegane Schnitzel davon 😠

BILD-Schlagzeile: „Friedrich Merz im Interview: Darum haben wir den Grünen 100 Milliarden gegeben“

Gestern und heute wurden zwei Menschen im Zug von einem Mann mit einem Messer bedroht. Aber nur in einem dieser Fälle hat es für einen Push, eine Eilmeldung und Homepage-Platz 1 gereicht. Ich komme aber nicht auf den Unterschied 🤷🏻‍♂️

Schlagzeiloe auf schiene.de: "Mann bedroht gambischen Regionalbahn-Fahrgast mit Messer

Im Zuge eines Streits zieht ein Regionalbahn-Fahrgast ein Messer und bedroht einen Mann aus Gambia. Die Polizei ermittelt. Während der Fahrt in einer Regionalbahn von Bühl nach Appenweier soll ein Mann einen gambischen Staatsbürger mit einem Messer bedroht haben. "Ob Fremdenfeindlichkeit Motiv des mutmaßlichen Täters war, ist Teil der Ermittlungen", sagte eine Sprecherin der Polizei auf Nachfrage. 

Im Zuge eines Streits soll der Verdächtige ein Messer gezogen und sein Opfer damit bedroht haben, wie die Polizei mitteilte. Dabei habe der mutmaßliche Täter auch "Stichbewegungen" gegen den Mann gemacht, wie es in der Mitteilung heißt.

Der 46-Jährige habe sich daraufhin von dem mutmaßlichen Täter entfernt und den Notruf gewählt, so die Polizei. Der Verdächtige hingegen sei in Appenweier aus der Bahn ausgestiegen und bei der von der Polizei sofort eingeleiteten Fahndung vorläufig festgenommen worden. Die Beamten fanden demnach auch ein Taschenmesser, das er mit sich führte."Schlagzeile bild.de: "Zug in Niedersachsen gestoppt: Afghane droht mit Messer! Polizei räumt ICE

Gifhorn (Niedersachsen) – Er drohte mit einem Messer und einem „weiteren gefährlichen Gegenstand“!

In der niedersächsischen Kreisstadt Gifhorn (43.000 Einwohner) hat die Deutsche Bahn am Dienstagmorgen gegen 9.40 Uhr einen ICE außerplanmäßig gestoppt und anschließend geräumt.

Der Grund: Ein Afghane (44) löste in dem ICE 541, der von Köln nach Berlin unterwegs war, eine Bedrohungslage mit anschließendem Polizeieinsatz aus.

Afghane drohte Zugpersonal mit Messer
Der Mann soll nach Angaben eines Polizeisprechers während der Fahrt gegenüber dem Zugpersonal mit einem Messer und einem weiteren gefährlichen Gegenstand gedroht haben.

Bei der WELT gibt es eine öffentliche Diskussion über die Deutung nach dem Eklat im Weißen Haus. Die Zeile der US-Korrespondentin »Selenskyj hat mit seinem Verhalten die Sicherheit Europas aufs Spiel gesetzt« wurde inzwischen zu »Ein Schock für die Ukraine« geändert.

Kommentar von Welt-Mitarbeiter:in auf "X"Kommentar von Welt-Mitarbeiter:in auf "X"Kommentar von Welt-Mitarbeiter:in auf "X"Kommentar von Welt-Mitarbeiter:in auf "X"

551 Fragezeichen, aber wenn ich aus Populismus die Ermordung des CDU-Politikers Lübcke für eine Kritik an „Antifa und gegen Rechts“ nutze und sich dann seine Witwe »sehr befremdet« und kritisch äußert, bin ich vielleicht gar nicht so der einende Bald-Kanzler wie behauptet 🤷🏻‍♂️

Zitat aus Spiegel-Text: „Braun-Lübcke widersprach nun entschieden dem Eindruck, den Merz offenbar erwecken wollte, dass es keine Solidaritätskundgebungen nach dem Tod ihres Mannes gegeben habe: »Nach der Ermordung meines Mannes gab es ein starkes gesellschaftlich breites Bekenntnis zu unserer Demokratie und ihren Werten.« Tausende Menschen seien auf die Straße gegangen, um sich »klar gegen Gewalt, Hass und Hetze sowie eindeutig für Demokratie, Freiheit und Menschlichkeit« zu positionieren. »Dies gab uns als Familie sehr viel Kraft und zeigte, wir sind nicht allein, du bist nicht allein, wir treten gemeinsam ein für den Bestand unserer Demokratie«, hieß es weiter im Statement.“

First things first: Der mutmaßliche neue Kanzler Merz hat eine Kleine Anfrage zur »politischen Neutralität staatlich geförderter Organisationen« eingereicht. Betroffen sind Gruppen wie Omas gegen Rechts oder Greenpeace, die gegen seinen Umgang mit der AfD mobil gemacht haben 🤷🏻‍♂️

Drei Charts zur Wählerwanderung bei der Bundestagswahl 2025: 1. Ja, die GRÜNEN verlieren 700.000 Wähler an die LINKEN. Aber eben auch 560.000 an Union/AfD. Die Grünen-Verluste sind also nicht nur mit LINKS zu erklären.

Wählerwanderungsgrafik der Grünen: GRÜNEN verlieren 700.000 Wähler an die LINKEN. Aber eben auch 560.000 an Union/AfD

André Aden und das Team von Recherche Nord filmen Rechtsextreme bei ihren Treffen und dokumentieren ihre geheimen Netzwerke. Eine gefährliche Aufgabe. Uns so reagiert vor Ort die Polizei 👇🏻

Zitat aus SPIEGEL-Text: „Ein Polizist stellt sich zu Aden und Lena. Er fragt, ob sie es denn okay fänden, hier die Besucher zu fotografieren. Er hätte auch gern auf seiner Gartenparty keine Paparazzi. Das sei alles rechtens, erklären Aden und Lena. Und eben wichtig, weil man nur so rechtsextreme Strukturen und Verbindungen dokumentieren könne. Außerdem sei das eine politische Versammlung, keine Gartenparty. Der Polizist entgegnet, er hätte eigentlich gute Erfahrungen mit Rechten gemacht. »Die sind eigentlich immer friedlich. Im Gegensatz zu den Linken.«

Lena fragt den Polizisten, ob das sein Ernst sei. Als wir vom SPIEGEL einwenden, dass es doch sehr viele Beispiele aus jüngster Vergangenheit gebe, die das Gegenteil bewiesen: die rassistischen Morde des NSU oder Hanau. Sagt der Polizist: Ja, okay, das stimme. Er frage sich nur, ob man sich hier wirklich in dieser Mannschaftsstärke das Wochenende um die Ohren schlagen solle. Dann geht er.“

"Sollte sich der Verdacht erhärten, droht der AfD, die sich gern als 'Rechtsstaatspartei' rühmt, ein Strafgeld wegen illegaler Parteienfinanzierung – in dreifacher Höhe der unzulässigen Spende, in diesem Fall also rund sieben Millionen Euro." www.spiegel.de/politik/deut...

(S+) Verdacht auf illegale Parteienfinanzierung: Neue Spendenaffäre erschüttert AfD

Kürzlich gingen 2,35 Millionen Euro an die AfD. Nach Recherchen von SPIEGEL und »Standard« erhielt der angebliche Spender zuvor jedoch eine Schenkung eines Immobilienmilliardärs. Der hatte AfD-Chefin ...

spiegel.de

„Seid nicht gleichgültig, wenn rechtsextremer und antisemitischer Hass durch die Gesellschaft zieht, seid nicht gleichgültig, wenn Minderheiten diskriminiert werden, seid nicht gleichgültig, wenn großmäuliger Populismus die Welt für sich beschlagnahmen will.“ Gute Reise, lieber Marian Turski. #RIP

Internationales Auschwitz Komitee@auschwitz.info · last yr.

Marian Turski, Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees, ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Auschwitz-Überlebende in vielen Ländern verabschieden sich mit großem Schmerz und unendlicher Dankbarkeit von ihrem Freund, Bruder und Leidensgefährten Marian Turski. Ohne ihn sind wir sehr allein.

Marian Turski, Auschwitz-Überlebender, Journalist und Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees, am 18.2.2025 im Alter von 98 Jahren in Warschau gestorben. Foto: Eva Oertwig, SCHROEWIG News & Images für IAK Berlin 

Marian Turski, 1926 geboren, wurde als Jugendlicher gemeinsam mit seiner Familie im Ghetto von Lodz inhaftiert und von dort nach Auschwitz deportiert. Er war 20 Jahre alt, als er - mehr tot als lebendig - nach dem Todesmarsch aus Auschwitz in Theresienstadt befreit wurde. Zu seinem Tod betonte in Berlin Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees:

"Auschwitz-Überlebende in vielen Ländern verabschieden sich mit großem Schmerz und unendlicher Dankbarkeit von ihrem Freund, Bruder und Leidensgefährten Marian Turski, der in aller Welt als wirkmächtiger Vertreter ihrer Erinnerungen und als Stimme ihrer ermordeten Angehörigen gehört wurde. 
Bis in seine letzten Lebenstage hinein hat Marian Turski als Journalist und Zeitzeuge die politischen Entwicklungen mit zunehmender Sorge verfolgt. Er war bestürzt angesichts des europaweiten Aufflammens antisemitischer und rechtsextremer Ideologien und der rhetorischen Gewalt, mit der die Repräsentantinnen und Repräsentanten dieser Ideologien besonders junge Menschen zu radikalisieren versuchten. Nichts hat Marian Turski in den letzten Monaten seines Lebens so sehr umgetrieben wie der Satz des Auschwitz- Überlebenden Primo Levi:

"Es ist geschehen und es kann wieder geschehen."

Und dennoch gehörte auch in diesen Tagen die Hoffnung zu seinem Lebensprinzip. Er vertraute trotz seiner Ängste darauf, dass auch seine Mitmenschen jenseits aller Angst und Hetze Wege zueinander finden würden. Eine seiner letzten Botschaften, die er in seiner Rede anläßlich des 80. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz formulierte:

"Unsere Tage, die der Überlebenden, sind gezählt: Aber wir werden nicht verstummen, wenn Sie, Sie Alle nicht schweigen." 

https://www.auschwitz.info/index.php?id=6

Mit 2,35 Millionen Euro erhielt die AfD kürzlich die größte jemals von der Partei gemeldete Spende, angeblich von einem FPÖ-Funktionär. Nach Recherchen von SPIEGEL u. »Standard« erhielt dieser zuvor jedoch eine Schenkung eines deutschen Milliardärs, der Weidel schon einmal heimlich unterstützte.