@joolischka.bsky.social

Plötzlich schönste Erinnerung an eine Sache aus meiner Jugend, als wir immer mal nachts über den Zaun vom Schwimmbad stiegen und mit dem Mond badeten, dann mit den Glühwürmchen und ein paar nassen Sachen nach Haus geschwind.

Die Lautlosigkeit eines Wimpernschlags, die Konsistenz eines an der Luft getrockneten Handtuchs, das Klackern einer Gangschaltung auf der Straße.

Ausflüge in der Stille – wie verschieden sie ist. Sehr gute Stille auf meiner Veranda, dies Buch vor mir, immer mal wieder hinein. Meist nur ein Abschnitt, manchmal sogar blättern, verweilen, mäandern. Nichts schnelles; so ein dicker wunderbarer Klotz.

Textfragment aus Rolf Dieter Brinkmanns "Rom, Blicke“  

Und Stille, darin, über der Brücke und dem hölzernen Kartenhäuschen der Rundfahrtstelle ein Mond. 

In der Stille kam nun fast geräuschlos ein Boot vorbei, leise gestellter Motor./Am anderen Ufer, direkt gegenüber, schaukelte eine Gondel./Stille Vergammelung./ die giftig-farbigen Neonlichtreklamen trieben in verzerrten Formen auf der Wasseroberfläche, blaues und rotes Gezucke, von einem Hotel in der Ferne./Frontal gegenüber ein Kuppelbau, mit hohem Säulenportal – was will ich hier? Wieder alte Gebäude ansehen? Wieder verstaubte, touristische Traurigkeit? – Andererseits, was erwartet mich in Rom? Das Sucheb nach einem Anfang, das Hinter-sich-bringen von Zeit? Mein Überdruß kam hoch:an den Baudenkmälern, an Denkmälern, plus steinerner Wüste der Jetzt-Zeit./dann also: weiterfahren.

Buchcover: Rolf Dieter Brinkmann: Rom, Blicke

Kleider auf der Kleiderstange, heute will ich meine Tochter besuchen. Mit ihr Zeit verbringen, Müdigkeit in mir, Liebe und die Arbeitsjulia, die schon am Sonntag wieder in alle Ecken rennt und alle Krümel stapelt wie in einem endlosen Traum aus Pflicht. Man man man. Also los, denn das nicht!