Christian Dries

@morbuscriticus.bsky.social

Philosopher & sociologist | Head of Günther-Anders-Forschungsstelle @UniFreiburg

Sehr schöne Rezension von @morbuscriticus.bsky.social zu Hartmut Rosas neuester Entfremdungsanekdote und dem Elend der (soziologischen) Zeitdiagnosen.

Anders und frei nach Pascal gesagt, liegt das Elend der Zeitdiagnostik gewiss zu einem Großteil darin begründet, dass ihre Protagonisten keine Zeit mehr finden, ruhig in einem Zimmer zu sitzen und ein Buch zu lesen. So rächt sich an vielen neuralgischen Stellen von Rosas Buch, dass der in der Konstellation des eigenen Erfolgs gefangene Autor keine Muße für gründliche Begriffsarbeit zu theoretischen Großkonzepten wie Erfahrung, Urteilskraft, Spiel und nicht zuletzt Energie[26] mehr findet, vom Regelbegriff ganz zu schweigen. Immerhin bleibt Rosa in dieser Hinsicht erfrischend ehrlich: Statt eine dürre These mit dem guten alten Hausmittel überlanger Literaturverzeichnisse gegen den Vorwurf frei flottierender Assoziation zu immunisieren, findet man bei ihm an Referenzen vor allem das, was er entweder schon lange im Gepäck hat oder was ihm dort zugefallen ist, wo er sich akademisch (meistens) aufhält. Am aufschlussreichsten an diesem Stück Gegenwartsdiagnostik sind daher seine Produktionsbedingungen, über die das Nachwort ebenso beredte Auskunft gibt wie das anekdotische Erzählgerüst und die von Möllers „eigenwillig“ genannten Literaturverweise[27] – darunter auffallend häufig Arbeiten langjähriger Kolleginnen, Jenaer Habilitationsschriften oder zufällige Kongressbegegnungen. Auf diese Weise ist, wie Norman Philippen treffend schreibt, ein „eloquent harmlose[s] Buch“[28] zustande gekommen, das weniger eine Zeitdiagnose ist als vielmehr eine Selbstdiagnose der Jenaer Konstellation.
Soziopolis@soziopolis.bsky.social · 3mo ago

In „Situation und Konstellation“ beklagt Hartmut Rosa das gegenwärtige „Verschwinden des Spielraums“. Rezensent Christian Dries @morbuscriticus.bsky.social attestiert dem Buch fehlende Begriffsarbeit zu Großkonzepten wie Erfahrung, Urteilskraft, Energie und Spiel. www.soziopolis.de/jenaer-selbs...

In der Fachbereichsbibliothek des KG IV (@uni-freiburg.de) gibt es jetzt ein Regal mit Primär- und Sekundärliteratur von und zu Günther Anders, das laufend ausgebaut wird. Für Ortskundige 👉 Frei 31b: III J 800 – 899 bzw. Frei 31b: III J 900 – 999. # Günther-Anders-Forschungsstelle

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Hartmut Rosa hat ein nicht so wirklich überzeugendes Buch geschrieben. Hier meine Besprechung auf @soziopolis.bsky.social 👇

Soziopolis@soziopolis.bsky.social · 3mo ago

In „Situation und Konstellation“ beklagt Hartmut Rosa das gegenwärtige „Verschwinden des Spielraums“. Rezensent Christian Dries @morbuscriticus.bsky.social attestiert dem Buch fehlende Begriffsarbeit zu Großkonzepten wie Erfahrung, Urteilskraft, Energie und Spiel. www.soziopolis.de/jenaer-selbs...

Am 8. Mai, um 17 Uhr geht es weiter mit unserer Reihe »Über Leben im Anthropozän«. Der SPIEGEL-Journalist Jonas Schaible, Autor von »Demokratie im Feuer«, kommt ins Winterer-Foyer des Theater Freiburg. Die Teilnahme an Vortrag und Diskussion ist wie immer kostenlos.

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Im Herbst erscheint bei @suhrkamp.de ein spannender Band zum »Klima der Philosophie« (👉 www.suhrkamp.de/buch/das-kli...), herausgegeben von Martin Mulsow und Melanie Sehgal mit Beiträgen von u.a. Jacob Blumenfeld, Dipesh Chakrabarty und Eva von Redecker.

Das Klima der Philosophie. Buch von Melanie Sehgal, Martin Mulsow (Suhrkamp Verlag)

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suhrkamp.de

Heute vor 40 Jahren explodierte der Reaktor in Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl. Im Dezember 1986 sorgte Günther Anders mit einem Interview in der Zeitschrift »natur« für Furore, in dem der vehemente Kritiker des Atomzeitalters dafür plädierte, Atomlobbyisten mit dem Tod zu bedrohen.

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Ende letzten Jahres ist meine Doktorarbeit open access bei Konstanz University Press erschienen 🥳 „Ökologien der Psyche“ rekonstruiert, wie der Mensch im 20. Jahrhundert von der Psychologie in seiner Umwelt erforscht und dadurch in neuer Weise regierbar gemacht wurde. www.k-up.de/978383539187...

Ole Bogner: Ökologien der Psyche - Konstanz University Press

Menschen zu führen bedeutet, auch die Umgebungen zu gestalten und zu regulieren, in denen sie sich verhalten: Schulen und Unterrichtsräume, Arbeitsatmosphären und Organisationen. Doch woher stammt das...

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