Am 3. August 2006 unternahm Thomas Reiter als erster ESA-Astronaut einen Weltraumspaziergang an der ISS. Hört man ihn heute, beschreibt er das völlig frei von kalten Daten. Er schildert das Gefühl, mit 28.000 km/h nur an einem dünnen Seil im unendlichen, tiefen Schwarz des Kosmos zu hängen. (1/3)
Marco Kraft
@mrcokrft.bsky.social
Menschen sind schwierig; Physik ist schwieriger | 339 ppm CO2 | Astronomie, Klimawissenschaft, Raumfahrtgeschichte
Die Plejaden sind ein klassisches Wintersternbild. Dass sie jetzt im August um 3:00 Uhr morgens schon so hoch im Osten stehen, zeigt, dass sich die Erde unaufhaltsam auf ihrer Bahn weiterdreht. (1/2)
Kosmischer Geheimtipp: In diesen Nächten erreichen die Alpha-Capricorniden ihren Höhepunkt. Zwar ist die Rate mit weniger als fünf Sternschnuppen pro Stunde gering, doch der Strom ist berühmt für seine Feuerbälle. Diese können so intensiv sein, dass sie das Mondlicht und Wolken durchschlagen. (1/2)
Die Plejaden spielen in der Stadt gerne Verstecken: Sie tauchen im Augenwinkel auf, verschwinden aber, sobald man hinsieht. Schuld ist das „indirekte Sehen“: Unser Auge nimmt schwaches Licht am Rand der Netzhaut (über die Stäbchen) viel besser wahr als im Zentrum. Ich hasse diesen Trick!
Die astronomische Nacht ist auf dem 51. Breitengrad zurück: Zum ersten Mal seit Mitte Mai sank die Sonne wieder tiefer als 18 Grad unter den Horizont. (1/3)
Am 20. Juli 1976 landete Viking 1 auf dem Mars. Die Sonde setzte ohne jegliche Sicht auf und wäre beinahe mit einem Felsen zusammengestoßen. Im Gegensatz zu heutigen Mars-Rovern besaßen die Viking-Lander keinerlei automatisierte Gefahrenvermeidung oder Echtzeit-Bildgebung während des Abstiegs. (1/5)
Am frühen Morgen des 19. Juli 2011 leitete Doug Hurley ein sogenanntes Fly-Around-Manöver ein. Der Space-Shuttle-Orbiter flog dabei nicht einfach weg, sondern umrundete die ISS in engem Abstand, um Abschiedsfotos zu machen. www.space.com/12341-shuttl... (1/4)
Photos: Space Shuttle Leaves Space Station for Last Time
The space shuttle Atlantis undocked from the International Space Station, the final time for shuttle to do so.
space.com
Die Wetter-App sagt: „In zwei Wochen 45 °C!“ ➡️ Schock, Emotion, Screenshot, ab in die WhatsApp-Gruppe oder Story. Das dauert nur drei Sekunden. (1/2)
Am 10. Juli 1941 beobachtete der amerikanische Astronom Walter H. Haas einen sich bewegenden, weißen Lichtpunkt nahe dem Krater Hansteen auf dem Mond. Das von ihm beobachtete Phänomen gehört zu der Kategorie von Rätseln, die auch während der Apollo-11-Mission für Aufsehen gesorgt haben. (1/4)
Um exakt 11:29 Uhr Ortszeit hob am 8. Juli 2011 die Raumfähre „Atlantis“ (Mission STS-135) vom Kennedy Space Center in Florida ab. Es war der allerletzte Start eines US-Space-Shuttles in der Geschichte der Raumfahrt. (1/4)
Vor genau zehn Jahren erreichte die NASA‑Sonde Juno den Jupiter. Offiziell unbemannt – inoffiziell mit einer sehr speziellen Crew: drei maßgefertigte LEGO‑Figuren aus Aluminium. Der Gott Jupiter, die Namensgeberin Juno und Galileo Galilei fliegen seit 2016 mit. (1/3)
Am 4.7.1868 wurde Henrietta Swan Leavitt geboren. Als „Computer“ durfte sie in Harvard keine Teleskope nutzen, sondern katalogisierte für 30 Cent pro Stunde Fotoplatten. Dabei entdeckte sie 1912 die Formel zur Entfernungsmessung im All. Erst das machte Edwin Hubbles Schlussfolgerungen möglich. (1/2)
Die erste aufgezeichnete Beobachtung von leuchtenden Nachtwolken war 1885. Seitdem wurden sie regelmäßig gesehen und gemeldet. Eines der frühsten Fotos entstand am 2. Juli 1889 in Berlin. (1/4)
Gottfried Wilhelm Leibniz, geb. 1.7.1646, glaubte, wir leben in der besten aller Welten. Dieser Optimismus prägte auch sein Binärsystem (0 & 1). Für ihn war die 1 das Seiende, die 0 das Nichts. Seine Vision war es, die Welt komplett mathematisch zu entschlüsseln. (1/2)
Hisako Koyama zeigte schon als Jugendliche eine große Leidenschaft für die Astronomie, was sie dazu brachte, Sonnenflecken zu studieren. 1946 wurde sie die wichtigste Sonnenbeobachterin im japanischen Nationalmuseum der Naturwissenschaften und schließlich die bedeutendste der Geschichte. (1/3)
„Mir war 1976 heiß, also gibt es keinen Klimawandel.“ – Heute fällt mir nur dieser Sommer ein, der vor 50 Jahren begann. Würde sich die damalige Wetterlage wiederholen, lägen die Temperaturen wegen der stark erwärmten Atmosphäre nicht bei über 30 °C, sondern bei 40 °C entlang der Rheinschiene. (1/2)
Heute war Neumond – und das bedeutet: Ab jetzt läuft die astronomische Sanduhr unerbittlich. Es trennt uns nur noch ein einziger Neumond im Juli von der Sonnenfinsternis im August. (1/2)
Am 13. Juni 1983 kreuzte die Raumsonde Pioneer 10 als erstes menschengemachtes Objekt die Umlaufbahn des damals am weitesten entfernten Planeten: Neptun. Damals war Pluto noch ein echter Planet. (1/3)
Wann ist die Nova von T Coronae Borealis sichtbar? Alle Berechnungen basieren auf der 228-tägigen Umlaufperiode beider Sterne. Aber: Die Termine im März und November 2025 verstrichen ereignislos! Der nächste statistische Höhepunkt ist der 25. Juni 2026 – also in ungefähr 2 Wochen.
Technisch hätte Nicole Ayers „Artemis III“ fliegen können – sie bringt als F-22-Pilotin ein herausragendes Profil mit. Dass sie nicht nominiert wurde, liegt an einem unumstößlichen Faktor im Astronauten-Flugplan: dem Timing ihrer Einsätze. (1/5)
„Die Maschine kann tun, was immer wir ihr zu befehlen wissen.“ Mit diesem Satz schloss Ada Lovelace 1843 kreative Maschinen aus. Ihre These: Rechenmaschinen waren genial im Ausführen von Regeln, aber unfähig zu eigenen Gedanken. (1/3)
Ohne das Treffen am 5. Juni 1833 wäre die Geschichte der Informatik vermutlich eine völlig andere: Ada Lovelace begegnete Charles Babbage auf einer Londoner Abendgesellschaft. (1/3)
Am 2. Juni 1966 setzt Surveyor 1 im Oceanus Procellarum auf. Ein dumpfer Stoß, dann Stille. Die Sonde steht im fahlen Mondlicht – die erste weiche US‑Mondlandung. Und sie widerlegt die Vermutung, im Mondstaub könne jede Landefähre versinken. Der Boden trägt, zuerst Surveyor, dann Apollo. (1/3)
Ein nur 1 Meter großer Brocken raste mit 120.700 km/h in unsere Atmosphäre und setzte über Neuengland die Energie von 300 Tonnen TNT frei. Häuser wackelten, ein doppelter Knall war kilometerweit zu hören. (1/2)
Mariner 4 sah nur Krater und wir hielten den Mars für eine tote Welt. Mariner 9 brach am 30. Mai 1971 auf und erreichte den Planeten ein halbes Jahr später. Als sich der Staub legte, erschienen die Gipfel riesiger Vulkane wie Olympus Mons und der 4.000 km lange Valles Marineris. (1/2)
Eine simple Anfrage im Jahr 1977: „An alle Interessierten, ich bin Doktorandin der Astrophysik an der Stanford University und interessiere mich für das Space-Shuttle-Programm. Bitte senden Sie mir die erforderlichen Bewerbungsformulare als Missionsspezialistin zu. Vielen Dank, Sally Ride.“ (1/2)
Auf dem Mars befindet sich bereits auf einer Quarzglas‑DVD eine kleine Bibliothek, die am 25. Mai 2008 mit „Phoenix“ landete. Darauf gespeichert – Wells, Bradbury, Clarke, Robinson. Geschichten über den Mars, die nun selbst auf dem Mars sind. (1/3)
Weil Hollywood uns lehrte, dass Aliens ohnehin nur das Weiße Haus im Visier haben, dachte sich die Uni Berkeley: Warum die Suche nach den Invasoren nicht einfach beschleunigen? 😉 (1/4)
Manche planen ihren Urlaub, Johannes Kepler sein Leben – und zwar rückwärts! Der Astronom datierte seine eigene Zeugung auf die Minute genau: 16. Mai 1571, 04:37 Uhr. Warum? Weil er überzeugt war, dass die Sterne in diesem Moment die Weichen für sein Schicksal stellten. Spoiler: Es hat funktioniert!
Während der eigentliche Flug am Vortag stattfand, war der 6. Mai 1961 der Tag der ersten umfassenden medizinischen Untersuchungen und Debriefings eines Astronauten nach seinem Flug ins All. 48 Stunden lang testeten Mediziner, ob der Weltraum Alan Shepard irgendwie veränderte. (1/2)