peter m.

@pemoe.bsky.social

auf die Methoden verlasse ich mich

Frage in die Runde: Hat jemand dieses Buch, (Print oder) digital? 🙏 Wolfdietrich Schmied-Kowarzik (hrsg) Erkennen - Monas - Sprache: Internationales Richard-Hönigswald-Symposion Kassel 1995 (Studien und Materialien zum Neukantianismus).

Covers des Buches, schwarze Schrift auf monochrom dunkelorangenem Grund

Die Entwicklung der KI-Technik ist kein systemtheoretischer Glücksfall, aber vielleicht ein Glücksfall für die Systemtheorie (in Anspielung auf den wunderbaren ersten Satz aus Claus-Artur Scheiers "Luhmanns Schatten"). 1/

die Produktivitätskomponente der Biomacht wird durch Nekropolitik ja nicht ersetzt, sondern sie wird gezielter. Teile der Bevölkerung und ihrer Reproduktion werden als ungeeignet für regulierende Biomacht unter geänderten ökologischen und technischen Bedingungen markiert und einem

Sehr guter Aufsatz von Christina Weiss (deren Texte ich erst dank der #luhmann100 Konferenz kennengelernt habe): Zur Phänomenologie der Schematisierung. (Auch) sie kritisiert die operationalistische Hoffnung, man könnte qua Befehl und Befolgung kommunikativ die Kommunikation überlisten.

(PDF) Towards a Phenomenology of Schematization

PDF | This article outlines some general phenomenological and dialectical characteristics of the distinction-logic that was worked out by George... | Find, read and cite all the research you need on R...

researchgate.net

Vorsicht Vorschlag: Auf der Ebene operationaler (An)Schließung wäre es klarer, man würde einfach von Rückbezug sprechen, oder von Prozessreferenz; und nicht von "(basaler) Selbstreferenz". Denn gerade in 'basaler' Hinsicht ist da ja (noch) gar kein "Selbst", auf das referiert werden könnte/müsste. 1

1990 steckte Luhmann der FAZ etwas fürs Feuilleton und jemand Beckenbauer den noch druckfrischen Ausschnitt zu; die westdeutsche Auswahl mühte sich vier Tage drauf zu s/einer Taktik der Ausdifferenzierung. Die Differenzierung: aus; das Spiel: aus; Deutschland: Weltmeister. cenex.net/ausdifferenz...

Ausdifferenzierungsweltmeister

Am 4. Juli 1990 (Seite N3) veröffentlicht Niklas Luhmann in der FAZ »Der Fußball«, s-eine Ausdifferenzierung von Leichtigkeit und Schwere; dies beherzigend – der Leichtigkeit und Flüchtigkeit, den …

cenex.net

Was kommunikativ als Adresse konstituiert wurde und wird unterliegt Evolutionen. In früheren Gesellschaften waren nicht nur Menschen, sondern auch Ahnen, Baumfeen oder Götter addressabel. Die Feen verschwanden, dafür kamen Organisationen dazu. Morgen werden eventuell agentische KIs dazukommen... 9

Jetzt wird es (mir) spannend. 1961 "... sozialwissenschaftliche Zeitschrift »Atomzeitalter« ... eine von Ingenieuren geführte Expertokratie .. »das einzige Kriterium des Handelns besteht darin, ... ob die Technik richtig eingesetzt wurde oder nicht, und keine politische Theorie kann uns das sagen«".

3.5 Kybernetische Technokratien, ideologielose Ideologien (Schelsky, Ellul)
Noch bevor die ersten konkreten Entwürfe zu einem kybernetisier-ten Staat erschienen waren, entbrannte insbesondere im deutschfranzösischen geisteswissenschaftlichen Diskurs eine Kontroverse um neue Formen der Technokratie.237 Diese setzte sich inhaltlich besonders mit der Integration technischer Planungs- und Entscheidungsprozesse in politische Verfahren und zuweilen kritisch mit den Potenzialen bzw. der juridisch-demokratischen Legitimität neuer Steuerungstechnologien sowie einem teils vorherrschenden Technik- und Automationsoptimismus im Staatswesen auseinan-der. Die Debatte wurde in Frankreich bereits in den I950er Jahren von Publikationen wie Jacques Elluls La Technique ou l'Enjeu du Siècle (1954) und Jean Meynauds La Technocratie - Mythe ou Réa-lité? (1964)238 forciert und im Anschluss auch im deutschsprachigen Raum in publizistischen Organen wie der sozialwissenschaftlichen Zeitschrift Atomzeitalter geführt. Tonangebend für die philosophische Auseinandersetzung in Deutschland, an der sich Intellektuelle wie Herbert Marcuse, Jürgen Habermas, Claus Offe, Wolf-Dieter Narr und Hermann Lübbe beteiligten, war der in den frühen 196oer Jahren gehaltene Vortrag »Der Mensch in der wissenschaftlichen Zi-vilisation« von Helmut Schelsky. Der konservative Soziologe spricht darin bereits von einer »nichtwerkzeughaften Realtechnik« bzw. von
237 Genealogisch ist der Terminus »Technokratie« insbesondere auf die »Techno-kratiebewegung« der 1920er Jahre zurückzuführen. Für einen Überblick über die wichtigsten Positionen zur Technokratiedebatte vgl. Haring: »Herrschaft der Experten oder Herrschaft des Sachzwangs? - Technokratie als politikwis-senschaftliches ›Problem-Ensemble«, für eine konzise Rekonstruktion im Zusammenhang mit der Emergenz des Netzwerkdenkens Vincent August, TechnoLogisches Regieren. Der Aufstieg des Netzwerk-Denkens in der Krise der Moderne.
Foucault, Luhmann und die Kybernetik, Bielef…einer »universal gewordenen Technik«.239 Damit deutet er an, dass die »technologische Bedingungu40 keineswegs nur spekulatives Zukunftsgeraune war, sondern sich in einer Realität, deren Wahr-nehmungsaparat bereits von der »vermittelte[n] Information« gepragt schien, längst eingestellt hatte.241 In seinem Vortrag vertritt Schelsky die provokante These, dass sich mit der allgemeinen Technisierung notwendigerweise eine Expertokratie einstelle, deren Entscheidungen zunehmend als Verlängerung datengestützter Prognosen und als Antwort auf die Erfordernisse einer allgemeinen Automatisierung verstanden werden müssten und weniger auf die demokratische Willensbildung zurückzuführen seien. In einer logischen Verlängerung lag das Ziel eines technokratischen Staates in der »höchste[n] Wirksamkeit der in ihm verfügbaren Mittek«242 Ähnliche Argumente waren bereits 1954 von dem für Schelskys Uberlegungen wichtigen Philosophen Jacques Ellul in La Technique ou l'Enjeu du Siecle, das im folgenden Jahrzehnt als The Techno-logical Society ins Englische übersetzt wurde, vorgetragen worden.
Wie Schelsky nach ihm geht Ellul von einer der Technisierung immanenten Entwicklung aus, die neben feinabgestimmten mathe-matisch-statistischen Methoden der Meinungsmanipulation, einer reibungslosen Perfektionierung der Mensch-Maschine-Interaktion und einer von Ingenieuren geführten Expertokratie das Ende des Politischen zur Folge habe. Der Philosoph skizziert einen postdemo-
239
Helmut Schelsky, Der Mensch in der wissenschaftlichen Zivilisation, Köln, Opladen 1961, S. II bzw. S. Io. Kursivierung im Original.
240 Die »technologische Bedingung«, unter der sich Wahrnehmungs-, Existenz-und Bezugsformen ändern, korreliert Erich Hörl mit der Emergenz der Kybernetik und einer grundlegenden Sinnverschiebung: »Sinn ist unter der technologischen Bedingung eine Größe von transversalen Koexistenzialgefügen, die die etablierten ontologischen Hierarchien durchkreuzen.« Hörl, »Die technologische Bedingung. Zur Einfü…kratischen Zustand als Endpunkt einer umfassenden Automatisierung der Gesellschaft, in dem Revolutionen passé seien, es maximal zu kleineren Aufständen oder, kybernetisch gesprochen, Störungen kommen werde. In einer pointierten Formulierung heißt es:
Die Technik hat traditionelle demokratische Doktrinen obsolet gemacht.
[...] Mit der Einführung der technischen Entwicklung in das Staatsleben wird die Situation völlig anders; die Doktrin ist lediglich erklärend und rechtfertigend. Sie stellt nicht mehr das Ende dar; das Ende wird durch die autonome Operation der Techniken definiert. Sie ist nicht länger das Kriterium des Handelns; das einzige Kriterium des Handelns besteht darin, zu wissen, ob die Technik richtig eingesetzt wurde oder nicht, und keine politische Theorie kann uns das sagen.243
Insgesamt deutet Ellul, der sich intensiv mit Wieners Anti-Aircraft-Predictor und den damit verbundenen »Fähigkeiten des Feedbacks« beschäftigt und unter anderem dessen bahnbrechendes Buch Cyber-nétique et Société (engl.: The Human Use of Human Beings) rezensiert hatte,24 an, dass sich Technologien im Zeitalter der Kybernetisie-rung keineswegs voneinander isolieren ließen und vielmehr einem wachsenden Netz glichen. Entsprechend schreibt er bereits von einem »Ensemble der Techniken«,24› dem eine intrinsische Akze-lerations- und Expansionstendenz innewohne. Diese könne man allenfalls momenthaft einschränken oder situativ aufhalten, keinesfalls jedoch wirksam gestalten, es handele sich um einen grenzenlosen Fortschritt, der, »wie Wiener gezeigt hat, eine Notwendigkeit« ist. 246 Ellul hatte sich nicht allein mit Wieners Grundlagenwerk, sondern auch, so lässt sich vermuten, mit dessen und Shannons Forschungen und Überlegungen zu selbstlernenden Schachmaschinen bzw. »Maschinen zur Evaluierung militärischer Situationen«, aus-einandergesetzt, sodass er im Tonfall Dubarles ebenfalls befürchtete:
»Kybernetische Geräte werden den Staat dazu bringen, Politik zu betreiben, wie man eine Partie…Diese durchweg technikdeterministischen Annahmen waren durch die übliche Betonung ambivalenter Nutzungsweisen von Technologien oder deren Einbettung in diese oder jene gesellschaftliche Zwecke nicht einfach zu widerlegen. Denn Ellul bezicht sich weniger auf einen vorbestimmten Gebrauch von spezitischen Technologien als vielmehr auf ein abstraktes technisches Prinzip, das sich im Luge fortschreitender Kybernetisierung aktualisierte, Technik wurde ganz allgemein zu einer »Methode des Handelns«, 248 Mensch und Maschine sind hier also schon durchaus symbiotisch, kaum mehr dualistisch gedacht, und Technik ist weder auf ein Instrumentarium noch auf eine isolierte Apparatur zu reduzieren. Sie hatte sich längst von ihren programmatisch eingeschriebenen Zwecken emanzipiert und eine Eigenlogik entwickelt. »Technique in diesem Sinne ist als strukturell prägende Machtform zu verstehen, der Begriff beschreibt ein unumgängliches Effizienz- und Expan-sionsgesetz, das sich durchsetzen werde - eben weil die Technik bereits eine autonome Dominanz entfaltet habe.249 Im Geiste der (auch utopischen) Automatisierungsdiskurse der 196oer Jahre250 - Marshall McLuhan sprach in diesem Kontext explizit von einer
»Cybernation«31 bzw. kybernetisch-computerisierten Techniken, die sich von den simplen Maschinen der Mechanisierung unterschieden - schlägt sich Technisierung in Elluls Ausführungen so als
248 Ebd., S. 97.
249 1980 sprach Ellul dann von einem »technologischen System«, reflektierte damit bereits eine Kybernetisierung der Gesellschaft, die sich weniger linear as operativ-rekursiv vollzog, vgl. Jacques Ellul, The Technological System, New York
1980, S. I.
250 Vgl. exemplarisch John Diebold, Automation, New York 1983; Leon Bagrit, The Age of Automation: The Reith Lectures 1964, London 1965, oder Arendts Vortrag zu Kybernetik und technischen Automationsprozessen, denen sie kritisch revolutionäre Kraft zugestand. Den Vortrag hielt Arendt 1964 auf einer von Alice Mary Hilton organisierten Kon…

Dorothee Gisela Renate Maria Bär hat als Tochter eines CSU-Politikers ihr Studium von der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung bezahlt bekommen. Parteinahe Stiftungen werden größtenteils aus staatlichen Mitteln finanziert. Damit hat Doro Bär auf Staatskosten studiert, was tatsächlich „privilegiert“ ist.