243 Mio. € Schadensersatz für eine Maut, die nie kam. Ein Gericht klärt, ob Andreas Scheuer sich an ein Angebot von 2018 wirklich nicht erinnerte. Er bestreitet das. Petrus leugnete dreimal. Dann krähte der Hahn, Petrus „gedachte an des Herrn Wort“ und weinte. Ehrlichkeit fängt beim Erinnern an.
Viktor Weber
@priestofberlin.bsky.social
Evangelischer Pfarrer aus #Berlin mit einem modernen und aufgeschlossenen Blick auf die Welt. Kreativ, empathisch, unkonventionell
Heute debattiert der Bundestag über deine Leiche: Widerspruchslösung bei Organspenden. 2025 starben 633 Menschen auf der Warteliste. Ich bin dafür und habe einen Ausweis. Nein ist okay. Wer schweigt, lädt es bei den Angehörigen ab. „Dunst seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt.“ (Jak 4,14)
37 % der Berliner haben 2023 nicht gewählt. Am Sonntag ist wieder Wahl, 23 % sind laut ZDF noch unentschieden. Jeremia an die Verschleppten in Babylon: „Suchet der Stadt Bestes … denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's auch euch wohl.“ (Jer 29,7) Wer hier lebt, hängt an dieser Stadt. Auch ich.
Willst du wissen, wie sich Apokalypse anfühlt? Schau auf die KI-Panik. Diese Angst ist ein religiöses Gefühl – uralt: Pest, Krieg, Kalter Krieg. Christen kennen sie als Erwartung der Wiederkunft Christi. Kein Datum, sondern eine Haltung: wach leben. „Ich sage allen: Wachet!" (Markus 13,37)
Ein Flugzeug mit 10 % Absturzrisiko, kein Notfallplan – einsteigen? Das sagen Entwickler über ihre KI. „Die Geister, die ich rief …" Panik hilft nie. Krisen gehören zum Leben, der Glaube hilft, sie zusammen auszuhalten. „Wir fürchten uns nicht, wenngleich die Welt unterginge." (Psalm 46,3)
Heute, Internationaler Tag der Demokratie. Meine Kirche tat sich damit lange schwer: Sie stützte Throne und diente der „Reichseinheit". Erst 1934 zog eine Minderheit die Grenze – Barmen. Heute steht sie zur Demokratie, belehrt durch dieses Versagen. „Gott mehr gehorchen als den Menschen." (Apg 5,29)
Während du das liest, ersetzt dein Körper 3,8 Millionen Zellen – pro Sekunde. Du wirst gerade, ganz ohne dein Zutun. Alles in dir ist angelegt wie in einem Samenkorn. Irgendwann kippt das Werden ins Vergehen. Der Mehrwert des Glaubens: keine Auflösung, sondern Verwandlung. (1. Kor 15,42)
5,8 Terabyte aus Berlins Verwaltung stehen im Darknet – Meldedaten, Passwörter. Was wir online preisgeben, kann eines Tages sichtbar werden. Bei Gott liegen längst alle Daten offen. Und doch: „Der Herr richtet alle auf, die niedergeschlagen sind." (Psalm 145,14) Er richtet auf, nicht nieder.
43,8 % für die AfD in Sachsen-Anhalt – doppelt so viel wie vor fünf Jahren. Als Pfarrer bleiben mir da vor allem Fragezeichen. Denn viele dieser Wähler sitzen sonntags mit uns in der Bank. „Du sollst den Fremden lieben wie dich selbst." (3. Mose 19,34) Haben wir das laut genug gelebt?
Heute ist Sonntag. Ich als Pfarrer verpasse ungern einen Gottesdienst. Wer regelmäßig geht, sagt fast immer: Es tut der Seele gut – egal wie gut die Predigt war. Eine Harvard-Studie fand bei Frauen mit wöchentlichem Kirchgang rund ein Viertel weniger Sterblichkeit. Komm mal wieder. (Psalm 122,1)
Starting your day on purpose – with meditation or prayer – does you good. Otherwise the noise takes over and you only react. A few quiet minutes flip it: you walk into the day, instead of it crashing over you. Even Jesus rose early to pray, alone (Mark 1:35). Tomorrow, take five.
Heute ist Einschulung in Berlin. Zehntausende Kinder ziehen mit riesiger Schultüte los – in eine Welt, die eben noch nur aus Zuhause bestand. Für die Kleinen ein Abenteuer, für die Eltern ein Kloß im Hals. „Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang“ (Psalm 121,8). Alles Gute, ihr ABC-Schützen!
Heute startet in Köln die Gamescom, die größte Games-Messe der Welt – mit drei Berliner Studios im Award-Rennen (u.a. „The Regreening“: eine verwüstete Welt neu bepflanzen). Spielen ist ein Höhepunkt des Menschseins. Sogar Gott spielt (Psalm 104,26). Nur: Aus Spiel kann Sucht werden.
Der Mensch ist selten zufrieden. Zu viel Stress? Er will Ruhe. Zu viel Ruhe? Er will Stress. Ist alles ausgewogen, sucht er den Nervenkitzel. Wir sind fast nie da, wo wir sind. Augustinus: „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.“ Diese Unruhe ist kein Defekt. Sie ist ein Hinweis.
Vor 50 Jahren verbrannte sich Pfarrer Oskar Brüsewitz in Zeitz selbst – aus Protest gegen ein Regime, das den Glauben erstickte. Die DDR erklärte ihn für verrückt. In Wahrheit konnte sein Gewissen nicht mehr schweigen. „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg 5,29).
Berlin ist gehackt, sensible Daten abgeflossen. Ohne Digitalisierung geht nichts – das macht uns verwundbar. Und viele vertrauen inzwischen ihrer KI die tiefsten Geheimnisse an. Die Beichte hat ein Siegel. Der KI-Chat hat einen Server. „Du erforschest mich und kennest mich“ (Ps 139,1).
Bei The Vampire Diaries ist der Tod selten endgültig – dahinter ein menschlicher Wunsch: Geliebte sollen nicht verschwinden. Christliche Auferstehung meint aber keine Rückkehr ins alte Leben. Paulus nimmt das Bild des Samenkorns (1. Kor 15): Verwandlung, keine Wiederholung. #VampireDiaries
Ein Abgeordneter fragte den Berliner Senat, ob aggressives Missionieren in Öffis erlaubt ist. Antwort: nur „einvernehmlich“. Davon distanziert sich meine evangelische Landeskirche. Glaube lädt ein, er überfällt dich nicht. Wer aufgeklärte Religion sucht, ist bei uns richtig. Nur Amen heißt Amen.
Bei einem Schicksalsschlag fragen wir: „Warum ich?“ Dreh die Frage um: Wer heil davonkommt, könnte fragen: „Warum geht es mir gut, trotz all des Elends?“ Geht es dir gut, denk nicht nur an dich – auch du brauchst mal Hilfe. Sei dankbar: den Menschen, dem Universum, und wenn du glaubst, Gott.
Heute tanzt Berlin: 300.000 Menschen, Motto „Imagine Love“ – die erste große Parade, seit ein Anschlag beim CSD das Feiern treffen wollte. Wo Hass die Straßen leeren wollte, füllen sie sich mit Musik. „Du hast meine Klage verwandelt in einen Reigen“ (Psalm 30,12). Aus Trauer wird Tanz.
In der Ukraine entwickelt sich der Krieg atemberaubend schnell: Drohnen jagen Drohnen, autonome Schwärme, laut Berichten erstmals eine KI, die Menschen tötet, ohne dass ein Mensch die letzte Entscheidung trifft. Mich beunruhigt die Geschwindigkeit: Der Krieg wird schneller als unser Gewissen.
Every eclipse, some Christians read it as a sign of Christ’s return. Jesus said the opposite: “God’s kingdom doesn’t come in observable ways” (Luke 17:20). The eclipse is stunning physics, not a coded message. Christ already comes quietly, in the neighbour. Watching for signs can mean missing him.
Vor 65 Jahren ging die Mauer hoch. In Alt-Staaken stand plötzlich eine mittelalterliche Dorfkirche im Osten, die Mauer direkt davor, ein Wachturm neben dem Kirchturm. In der DDR wurden Kirchen zu Räumen, die das Regime nicht kontrollierte: Friedensgebete, „Schwerter zu Pflugscharen“ (Micha 4,3).
Nach jedem Unglück: „Wo war Gott?“ Oft ehrliche Klage. Nach biblischem Verständnis verspricht Gott kein leidfreies Leben. Im Zentrum hängt einer am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mk 15,34). Wer nur bei Sonnenschein glaubt – glaubt der an diesen Gott?
The man who drove into the CSD crowd and killed a woman was buried this week in Spandau, where I work. How would I bury someone like that? I won't lie at a graveside. I won't pretend to know where a soul finally stands. „The Lord looks at the heart“ (1 Samuel 16:7). The last word is his, not mine.
Bei Rekord-Niedrigwasser wird viel gebetet und beklagt. Amos hat solche Frömmigkeit abgekanzelt: Gott sei eure Feste leid – „es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach“ (Amos 5,24). Bei uns versiegt beides: die Flüsse und der Wille, etwas zu ändern.
An der Grenze zu Ceuta versuchten rund 60.000 Menschen, nach Europa zu kommen. Mindestens 67 starben, viele ertranken. Europa bekommt seit Jahren keine gemeinsame Migrationspolitik hin – und Menschen bezahlen das mit dem Leben. Man muss nicht für offene Grenzen sein, um das unerträglich zu finden.
Gestern über Stille nachgedacht. Elia sucht Gott – im Sturm, im Erdbeben, im Feuer ist er nicht. Erst danach kommt „ein stilles, sanftes Sausen“ (1. Könige 19,12). Da war er. Wir leben im Dauerlärm und überhören das Leise. Gott ist nicht leiser geworden. Wir sind lauter.
Heute hat die Menschheit ihr Ökobudget für dieses Jahr aufgebraucht – Deutschland schon am 10. Mai. Wir warten auf Erlösung durch Politik oder Technik. Aber Erlösung ist kein Gerät, das man bestellt. „Die ganze Schöpfung seufzt und liegt in Wehen“ (Römer 8,22). Sie wartet auf unsere Umkehr.
Two firefighters died on Crete, trapped by the flames, lost in the smoke. Across Europe hundreds of thousands flee the fires – and a few run toward them, for strangers. „Greater love has no one than this: to lay down one's life for his friends“ (John 15:13). Remember that such people exist.