Einfach mal eine Empfehlung, weil ich gerade vor Ort bin. Die Gedenkstätte Berliner Mauer: immer einen Besuch wert für alle, die sich für das geteilte Berlin und DDR-Geschichte interessieren. In der Bernauer Straße.
6. April 1980. In der DDR wird die Sommerzeit eingeführt. Die Bundesrepublik, wo ein solcher Schritt bereits länger diskutiert wird, tut das nun auch: unterschiedliche Zeitzonen innerhalb Deutschlands sollen vermieden werden.
5. April 1990. In Ost-Berlin konstituiert sich die Volkskammer, in West-Berlin tagt das Abgeordnetenhaus. Zentrales Thema hier wie dort: 2:1, der geplante Umtausch von DDR- in D-Mark. Der Umtauschkurs ist heftig umstritten, die Verunsicherung groß, in der DDR protestieren Hunderttausende.
4. April 1990. In Ost-Berlin teilt das Komitee zur Auflösung des Amtes für Nationale Sicherheit der schwindenden DDR mit, dass alle Mitarbeiter der früheren Stasi-Zentrale entlassen sind.
3. April 1989. In Ost-Berlin wird der Schießbefehl für DDR-Grenzer aufgehoben: „Lieber einen Menschen abhauen lassen, als in der jetzigen politischen Situation die Schusswaffe anzuwenden.“ Zugleich soll die Abriegelung des Landes weiter ausgebaut werden. Es kommt völlig anders, sehr bald.
28. März 1953. Die DDR-Staatsführung beschließt die Erhöhung der Arbeitsnormen: mehr Arbeit für das gleiche Geld. Die Erhöhung wird wichtiger Anlass für den Volksaufstand vom Juni 1953 sein - die Ursachen liegen jedoch viel tiefer. Und er beginnt auch nicht, wie oft angenommen, in Berlin.
25. März 1982. Neben einem Grenzgesetz wird in Ost-Berlin ein neues Wehrdienstgesetz der DDR beschlossen. Es sieht erstmals u. U. auch die Einberufung von Frauen vor. Dagegen regt sich Widerstand: Die „Frauen für den Frieden“ formieren sich.
25. März 1982. In Ost-Berlin verabschiedet die Volkskammer das „Gesetz über die Staatsgrenze“. Es schreibt fest: „Die Anwendung der Schusswaffe ist gerechtfertigt.“ Unter anderem bei Fluchtversuchen von DDR-Bürger/innen. Nun ist er also Gesetz: der DDR-Schießbefehl.
Mit der Provinzlust auf der Leopziger Buchmesse: 22.3., 20 Uhr, Zeitgeschichtliches Forum 23.3., 12 Uhr, Messestand MDR KULTUR 23.2., 22:30 Uhr, Spätausgabe, Westflügel Leipzig Kommt vorbei, @utabretschneider@bsky.social & ich, wir freuen uns. Das wird gut!
17. März 1952. In Ost-#Berlin wird die Schaffung von Kulturhäusern in der ganzen DDR beschlossen. Sie sollen Bildung & Unterhaltung im Sinne des Regimes sichern. Es gibt sie bis heute, in höchst unterschiedlichem Zustand. Hier: Kulturhaus der Eisenbahner, Jüterbog.
16. März 1981, Berlin: Johannes Moschul, Bundesbürger und wegen einer Psychose arbeitsunfähig, klettert in Wilhelmsruh (West-Berlin) auf die Mauer, springt herunter und läuft gen Ost-Berlin. Er wird von DDR-Grenzern erschossen. Sein Tod wird vertuscht, der Schütze erst 1996 verurteilt.
Gestern Premiere der „Provinzlust“ in Essen. Mit Uta Bretschneider natürlich. Und Ingo Schulze und seinem neuen Buch: „Zu Gast im Westen“. Danke an die Buchhandlung Proust für den geimeinsamen Büchertisch!
Heute stellen Uta Bretschneider & ich unsere „Provinzlust“ erstmals öffentlich vor. In Essen. Mitten im Bahnstreik. Noch bin ich in Berlin. Das wird spannend!
Mal wieder Schulkino mit und für den @baberlin.bsky.social im Delphi-Kino, Berlin: „Das schweigende Klassenzimmer“. Ausverkauftes Haus, jetzt schauen 350 Schüler/innen. Und Karsten Köhler ist als Zeitzeuge da, 1956 war er mitten drin im Geschehen. Das wird spannend!
In bester Gesellschaft. Und ab Donnerstag im gut sortierten Buchhandel: die #Provinzlust. Große Vorfreude bei Uta Bretschneider & mir!
9. März 1990. In Ost-Berlin wird Erich Mielke, seit Jahrzehnten Stasi-Minister der DDR, aufgrund „geistigen und körperlichen“ Verfalls aus der Haft entlassen. Erst Jahre später wird er verurteilt: wegen doppelten Polizistenmordes im Jahr 1931.
7. März 1988. In Ost-Berlin und der DDR feiert die staatliche Jugendorganisation Freie Deutsche Jugend (FDJ) Geburtstag - mit einem besonderen Highlight: Depeche Mode spielen ihr einziges Konzert in der DDR. Die Amiga-LP der Band (siehe unten) war bereits 1987 erschienen.
Für alle, die darauf zugreifen können: Ich empfehle ganz unbedingt die morgige „ZEIT im Osten“. Große Vorfreude hier, denn dort geht’s um - die Provinzlust.
5. März 1953. In der Sowjetunion stirbt Stalin. Im offiziellen Ost-Berlin ist die Trauer riesengroß. Was noch niemand ahnt: Zugleich beginnt eine Ereigniskette, die wenige Monate später zum DDR-Volksaufstand vom Juni 1953 führen wird.
4. März 1983. In Ost-Berlin ist die Stasi beunruhigt - wegen der Landwirtschaft in der halben Stadt: „Es ist schon mehrfach vorgekommen, dass nicht gemolken wurde, wobei Alkoholgenuss eine große Rolle“ spielt. Das ist DDR-weit ein Problem und wird sich weiter zuspitzen.
3. März 1989. In Ost-Berlin beschließt die DDR-Volkskammer (unter bestimmten Voraussetzungen) das kommunale Wahlrecht für „Ausländer“. Was niemand ahnt: Die Wahl am 7. Mai 1989 wird die letzte unter SED-Bedingungen sein. Noch acht Monate bis zum Mauerfall.
2. März 1989. In West-Berlin konstituiert sich das Abgeordnetenhaus, erstmals mit rot-grüner Mehrheit. Auf grüner Seite herrscht Amüsement über das vor jeder Sitzung übliche Bekenntnis zur deutschen Einheit. Acht Monate später fällt die Berliner Mauer.
27. Februar 1969. Ausnahmezustand in West-Berlin: US-Präsident Richard Nixon kommt in die Halbstadt. Die außerparlamentarische Opposition (APO) hat zu Protesten aufgerufen, es bleibt aber recht ruhig. Nixon lässt sich feiern, besucht u. a. das Luftbrückendenkmal und die Mauer.
26. Januar 1990. In Ost-Berlin beschließt der Ministerrat auf Empfehlung des Zentralen Runden Tisches die Vernichtung elektromagnetischer Datenträger der Stasi. Man glaubt u.a., dies seien lediglich Kopien von Akten - ein schwerer Fehler, wie sich zeigen wird.
24. Februar 1990, Ost-Berlin. Der „Berliner Zeitung“ fällt auf: Die Sex-Branche erobert die DDR. Beate Uhse & Co. liefern fleißig und stoßen auf riesiges Interesse. Noch in den Startlöchern: Privatunternehmer/innen aus Ostdeutschland. Mehr dazu ab 14. März 2024 in der „Provinzlust“. 🥳
Kommt bitte zahlreich am 24.02.24 zur Solidaritätsdemo #VictoryForPeace von @vitsche.bsky.social um 13:00 Uhr zum Brandenburger Tor. Helft mit, am 2. Jahrestag des russischen Großangriffs auf die Ukraine ein Zeichen für Freiheit & Frieden in der Ukraine zu setzen. (Foto von der Demo am 24.02.2023)