William Schmidt

@splitterer.bsky.social

lecturer in linguistics | passionate about languages | Baltimore MD | all photos by me (except for reposts)

In meiner Erinnerung sitze ich am Strand (hochoben segeln wie immer Möwen - ja, es möwt) und tue (weiß schon, "tun" schreibt man nicht, sieht nicht so gut aus) und tue, was man nicht tun sollte: nichts.

Er mit kritischem Blick. Sie mit wissendem Blick. Und sonst? Dunkle, ernste, fragende, glasige, hilflose, lange, leere, rasche, schnelle, verzweifelte Blicke. Meine unablässige Lust am Anblick von Blicken - in Augenblicken.

Gegen Mittag verließ ich das Haus, ließ den ganzen profanen Krempel im Haus Krempel sein und ging (mangels Meer) in den Wald. Um mich, mit einer unübersichtlichen Anzahl von Schritten, begleitet vom Wind und Zwitschern, mal wieder dem Leben zu widmen. (Abgesang auf das Herumhocken)

Im Park, auf einem Grünstück im Schatten sitzend, gab ich mir die Erlaubnis, ein seelenvergnügter Träumer zu sein. Für eine ganze Stunde und mit nichts als Grün um mich herum. Ach ja: und mit blauem Himmel oben drüber. Das auch: mit blauem Himmel.

Sommer 26 (nicht 69, das wäre ja ein Song). Also: den guten Willen Sommer zu sein, kann man ihm nicht absprechen, dem Sommer. Nur irgendwie scheint sein Temperament mit ihm durchgegangen. Oder vielleicht treibt ihn auch nur reine Neugier an: Was halten sie aus, diese kleinen Planetenkrabbler ...

In meinem Plan die Welt zu retten ist auch enthalten, dass ich erst mal dich, mich selbst, zwei Igel und danach einen Fidschileguan (Brachylophus fasciatus) retten muss. Dann sehen wir weiter.

Diese völlig launegetriebenen Streitphasen meiner Nachbarn. Wie grausam egoistisch von denen, eine Streitpause einzulegen. Wo ich doch gerade dabei bin, lang und länger werdende Listen neuer Schimpfwörter mitzuschreiben.

Es wird angenommen, dass ich mich am wohlsten fühle, wenn ich liebeswerbende Enteriche beobachte. Das stimmt nur teilweise. Ich mag auch rätschende Eichelhäher und umherbrummende Fliegen. Ich denke, das Leben hat Groẞes mit mir vor.

Auf der Suche nach der besseren Zeit hab ich mir eine übereinfache Vorstellung von der Welt zurechtgezimmert: hier gut, dort böse. Ich stehe natürlich hier. Stimmt schon, Weltschmerz treibt mich manchmal, peinliche Dinge zu tun.