Bettina Grande

@bettinagrande.bsky.social

Psychological psychotherapist | Heidelberg & Charité Berlin Advocacy against psychologization of #MECFS, #PEM & #PENE Research & psychotherapy adapted to ME/CFS Psychotherapie-Netzwerk ME/CFS https://doi.org/10.3390/medicina59040719

Die Qualität einer Studie entscheidet sich bei der Diagnostik: Wer #PEM -und damit #MECFS untersuchen will, muss zunächst sicherstellen, ob wirklich PEM vorliegt - gerade wenn die Ergebnisse in Versorgung bzw. digitale Anwendungen einfließen sollen. Wichtiger 🧵 von @drdanielloy.bsky.social

Dr. Daniel Loy@drdanielloy.bsky.social · 3w ago

Zu U-WatCH ⚠️ Wer #PEM – das Kardinalmerkmal von #MECFS – untersuchen will, muss zunächst belastbar feststellen, wer tatsächlich PEM hat. Das gelingt nicht, wenn PEM auf postexertionelle Erschöpfung verkürzt oder ein Screeningfragebogen als Nachweis von PEM behandelt wird. 1/6

1/ Ich habe meinen Beruf gewählt, um Menschen in Krisen zu begleiten - nicht, um über Honorarpolitik nachzudenken. Jetzt geht es um den Fortbestand der ambulanten Psychotherapie. Entscheidend ist dabei ein Begriff: Die Angemessenheitsprüfung. 🧵

Frau (Bettina Grande) sitzt an ihrem Praxis-Schreibtisch und arbeite handschriftlich an einem Manuskript. Vor mir stehen ein iMac, ein zweiter Monitor sowie Arbeitsunterlagen.

Aus aktuellem Anlass weisen wir darauf hin, dass die Teilnahme an den Fortbildungsveranstaltungen des Psychotherapie-Netzwerks ME/CFS keine fachliche Prüfung voraussetzt und weder eine Empfehlung noch eine Zertifizierung von Angeboten einzelner Teilnehmender begründet.

Die Somatische Belastungsstörung #SBS ist nicht plötzlich entstanden. Sie ist das Ergebnis einer jahrelangen konzeptuellen Entwicklung psychosomatischer Modelle: weg von der Frage, ob Symptome körperlich erklärbar sind, hin zu „bodily distress“, Verhalten und Krankheitswahrnehmung.

1/ Ein Artikel der heutigen ÄrzteZeitung zeigt ein Problem, das viele #MECFS Betroffene betrifft, sehr klar: „Fatigue, aber keine biologische Ursache weit und breit“ - und schon steht die somatische Belastungsstörung (SDS, SBS) im Raum. Mit DSM-5/ICD-11 (1/27) verschiebt sich der Fokus:

Screenshot eines ÄrzteZeitung-Artikels mit der Überschrift: „Patienten mit unklaren Beschwerden? Wann es eine somatische Belastungsstörung ist“. Im Teaser werden Fatigue, Schmerzen und fehlende „biologische Ursachen“ genannt.Artikelabschnitt der ÄrzteZeitung: Patient*innen mit starken körperlichen Beschwerden ohne klare Ursache könnten laut Artikel an einer somatischen Belastungsstörung (SSD) leiden. Erwähnt wird ein Vortrag von Bernd Löwe beim Deutschen Internistenkongress 2026.

Nachdem div. Fachärzt*innen aus ihren "speziellen Ideen" bzgl. #MECFS bereits Nutzen ziehen (Sportmediziner schwören auf Aktivierung, Psychologen, Neurologen setzen auf Verhaltenstherapie), warte ich auf ein Therapiekonzept vom Dachdecker unter dem Motto "von oben sieht alles besser aus". IronieOff

1/ In Vorträgen, Interviews oder Gesprächen kommt fast immer der Moment, in dem ich gebeten werde, nach so viel „Düsterheit“ „Jetzt noch etwas Hoffnungsvolles zu sagen.“ Aber Hoffnung entsteht nicht dadurch, dass man das Unerträgliche beschönigt.

Zum biopsychosozialen Modell in Bezug auf ME/CFS sage ich als Psychotherapeutin Folgendes: Wenn sich Ärzte und Wissenschaftler um biologische Faktoren kümmern und Behörden und Krankenkassen dafür sorgen würden, dass die sozialen Faktoren weniger verheerend wären,

Grafik auf hellblauem Hintergrund. Links ist ein Screenshot eines SPIEGEL-Artikels zu sehen mit der Überschrift: „Es ist unfassbar, welche Demütigungen diese Menschen ertragen müssen“. Darunter ein kurzer Teasertext über ME/CFS sowie der Hinweis auf ein Interview mit der Psychotherapeutin Bettina Grande.

Rechts daneben steht in großer schwarzer Schrift ein Zitat:

„Zum biopsychosozialen Modell in Bezug auf ME/CFS sage ich als Psychotherapeutin Folgendes:
Wenn sich Ärztinnen und Wissenschaftler um biologische Faktoren kümmern und Behörden und Krankenkassen dafür sorgen würden, dass die sozialen Faktoren weniger verheerend wären, dann würde für meine Berufsgruppe nur sehr wenig übrig bleiben.“

Unten rechts befindet sich ein QR-Code, daneben ein kleines Copyright „©BettinaGrande“. Unten links steht der Link zum SPIEGEL-Artikel.

Menschen verlieren ihren Alltag, ihren Beruf, ihre Beziehungen, ihr Leben sie verlieren ihre Bedeutung. Sie verschwinden: in abgedunkelten Räumen, aus unserem Alltag, aus unserer Wahrnehmung - und irgendwann aus unseren Erinnerungen.

Zwei Screenshots aus einem SPIEGEL-Interview mit der Psychotherapeutin Bettina Grande über ME/CFS und psychosomatische Fehlzuschreibungen. Im ersten Abschnitt erklärt Grande, dass unauffällige Routinediagnostik nicht ausreiche, um Beschwerden als psychosomatisch einzuordnen. Sie kritisiert, dass bei ME/CFS selbst nachvollziehbare Reaktionen auf schwere körperliche Symptome – etwa Sorge, Erschöpfung oder verstärkte Aufmerksamkeit für den eigenen Körper – häufig im Sinne psychosomatischer Konzepte umgedeutet würden. Als Beispiele nennt sie Situationen, in denen Betroffenen Dinge aus der Hand fallen oder Beine wegknicken und ihnen anschließend unterstellt werde, sie seien „übermäßig auf ihre Symptome fixiert“ oder hätten eine Angststörung.Im zweiten Screenshot erläutert Grande den Begriff „Krankheitsgewinn“, der in psychosomatischen Konzepten verwendet wird. Sie schildert dagegen die Realität schwer Erkrankter: Menschen verlieren Beruf, Beziehungen, Freundschaften und Lebensperspektiven und leben teilweise isoliert und pflegebedürftig im Kinderzimmer ihrer Eltern. Sie fragt kritisch, wie man angesichts dieser Situation überhaupt von einem „Krankheitsgewinn“ sprechen könne.