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Öffnet Fenster in die Vergangenheit. Posts zu Arbeit, Alltag, Politik, Protest und Umwelt in historischer Perspektive.

55 v. Chr. eröffnet Pompeius in Rom ein neues Theater. Zur Belustigung der Bevölkerung lässt er in der Arena 20 Elefanten gegen bewaffnete Tierkämpfer antreten. Doch statt Jubel bekommt er eine Blamage: Das Publikum hat Mitleid mit den Elefanten und stellt sich auf die Seite der Tiere! 1/6

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Aufdringliche Männer? Margaretha Dalhusen sagt 1639 gleich vier Mal „Nein“ zum Heiratsantrag von Kaufmann Willer Willers. Doch der lässt sie trotzdem nicht in Ruhe: Er bedrängt Margaretha und will sie in die Verlobung zwingen. 1/9

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August 1967, Tschechoslowakei: Grenzbeamte schießen auf die nach Österreich flüchtende Familie Šindar. Der jüngste Sohn Ctibor bleibt daraufhin wie versteinert vor der Grenze stehen. 1/7

Das Bild ist ein Porträt von Ctibor aus einer Zeitung. Es ähnelt einem Passfoto.

Diana Budisavljević rettet im Zweiten Weltkrieg in Kroatien tausende serbische Kinder aus den Lagern der faschistischen Ustascha. Die gebürtige Tirolerin riskiert dabei sehr viel. Doch über das Leid der Kinder will sie nicht hinwegsehen. Sie baut in kürzester Zeit ein großes Hilfswerk auf.

1977, Argentinien während der Militärdiktatur: Der Deutsche Fußball-Bund könnte einer verhafteten Studentin mit einem Anruf das Leben retten. Doch DFB-Präsident Hermann Neuberger meint: Der Fußball soll sich nicht in die Politik einmischen. 1/11

DFB-Präsident Hermann Neuberger steht an einem Auto, auf das Symbole des DFB gedruckt sind. Hinter ihm stehen mehrere Anzugträger.

Rom:nja sollen Kinder entführen? Das ist Unsinn: Historisch war es oft genau andersrum. 1773 ist es Kaiserin Maria Theresia, die den Rom:nja ihre Kinder raubt. Die Herrscherin will damals die Rom:nja-Kultur durch Umerziehung auslöschen.

Viele wollen am liebsten, dass die Gastarbeiter:innen in ihrer Freizeit unsichtbar bleiben. In den 60ern müssen sie auf die Bahnhöfe als Treffpunkt ausweichen. Am Wiener Südbahnhof erfahren sie Tratsch und Klatsch, aber auch wichtige Informationen über die Heimatgemeinde.

Polizeigewalt gegen einen jungen Schwarzen? Im Sommer 1704 zünden wütende Demonstranten die Polizeiwache am Neuen Markt in Wien an. Die Polizisten suchen einen Sündenbock. Ohne Beweise behaupten sie: Der Angolaner Jacob Bock ist schuld! Doch der war am Neuen Markt nicht einmal dabei. 1/5

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Juli 1969, New York: Die Bürgerrechtsgruppe „Young Lords“ legt regelmäßig mit brennendem Müll den Verkehr lahm. Die Aktivist:innen protestieren dagegen, dass die Müllabfuhr sich nicht um die Viertel von Schwarzen Menschen kümmert. 1/11

Das Bild zeigt Mitglieder der Young Lords bei der Puerto Rican Day Parade in New York. Im Vordergrund ziehen zwei Männer mit Berets eine kohlende Puppe des damaligen Bürgermeisters hinter sich her. Auf einem Banner im Hintergrund steht "Viva Puerto Rico Libre!"

Aus einer engen Einzimmerwohnung mit 9 Personen zieht die 4-jährige Anna Brandstetter 1931 in einen Wiener #Gemeindebau. Die Wohnung hat Fließwasser und ein eigenes Klo. „Wir haben uns gefühlt wie die Könige!“, erinnert sie sich später. 1/4

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In den 1970er-Jahren werden Migrant:innen im österreichischen Fußball ausgegrenzt. Wer aus dem ehemaligen Jugoslawien kommt und Fußball spielen will, hat in Wiener Amateurklubs kaum eine Chance. Aus dieser Ausgrenzung heraus entsteht eine eigene Liga: die Wiener „Jugo-Liga“.

1938, KZ Buchenwald: Der jüdische Häftling Fritz Löhner-Beda schreibt für die Lagerleitung ein „Buchenwaldlied“. Der Schluss lautet: „Wir wollen trotzdem ja zum Leben sagen, denn einmal kommt der Tag: dann sind wir frei!“ Den Nazis entgeht, dass das den anderen KZ-Insassen Mut machen soll. 1/12

Das Bild ist ein Porträt von Fritz Löhner-Beda. Er schaut direkt in die Kamera. Löhner-Beda trägt Hut, Brille und einen Mantel.

2. Jahrhundert, Halikarnassos in der heutigen Türkei: Duell zwischen den Gladiatorinnen Amazona und Achillia. Es begeistert das Publikum so sehr, dass es als Unentschieden gewertet wird – das seltene Ende für einen besonders beeindruckenden Kampf. 1/5

Das Bild zeigt das Relief auf dem Amazona und Achillia gegeneinander kämpfen. Sie tragen die typischen Waffen von Gladiator:innen, also Kurzschwerter und rechteckige Schilder. Über und unter ihnen sind Inschriften auf altgriechisch.

1950 verhaftet die Polizei in Frankfurt am Main 100 Männer auf Basis eines Gesetzes aus der Nazi-Zeit. Ihr angebliches „Verbrechen“: Homosexualität. Hinter der Verhaftungswelle stehen Staatsanwalt Fritz Thiede und Richter Kurt Ronimi. Schon in der NS-Zeit gelten sie als brutale „Schwulenjäger“. 1/9

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Juni 1628, Bamberg: Auf Anweisung des Fürstbischofs wird Johannes Junius wegen Hexerei verhaftet. Dabei ist der ein angesehener Bürger der Stadt – und war noch ein Jahr zuvor sogar ihr Bürgermeister. Der Bischof setzt Hexenprozesse allerdings gezielt gegen politische und religiöse Gegner ein. 1/7

Das Bild ist eine Illustration der Bambergischen Peinliche Halsgerichtsordnung von 1507, das ein Gefängnis zeigt. Im Vordergrund ist ein Mann abgebildet, dem ein Bewaffneter die Hände hinter dem Rücken zusammenbindet. Ein anderer bereitet einen Seilzug für die Folter vor. Links und im Hintergrund sitzen 4 edel gekleidete Männer, die miteinander diskutieren.

Mai 2026, Wien: Nach langer Debatte kippt die Stadt eine Statue von Karl Lueger um 3,5°. Jüdische Gruppen finden diese „Kontextualisierung“ unzureichend. Doch viele wollen den „verdienstvollen Politiker“ von seinem Antisemitismus trennen – und fallen damit auf Luegers Personenkult herein. 1/10

Das Bild zeigt eine Instagram Story der Freiheitlichen Jugend. Vor dem mit einem Gerüst umgebenen Lueger Denkmal steht folgender Text: " -Ausbau der Wiener Hochquellwasserleitung - Elektrifizierung der Stadt Wien -Ausbau des Straßenbahnnetzes 
- Ausbau der Wiener Kanalisation
- Sozialer Wohnbau
- Bau zahlreicher Bildungseinrichtungen
- Ausbau von Grünflächen
Etc.

Dr. Karl Lueger (1844 - 1910).
Ein Bürgermeister, der diese Bezeichnung
noch verdiente und maßgeblich zur
ursprünglichen Schönheit der Stadt
beitrug.
#luegerbleibt

In den 1930er-Jahren schenkt Rosa Jochmann ihrem kleinen Neffen Otti eine Puppe zum Spielen. Die Puppe wird sein Lieblingsspielzeug! Besonders gern zieht er ihr neue Kleider an. Das Problem: Ottis Mutter passen solche „weiblichen Spielereien“ gar nicht! 1/6

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Bis heute glauben viele Eltern: Mit Zärtlichkeit verziehen sie ihr Kind. Das ist auch der Ansatz des NS-Erziehungsbuchs „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“. Nach 1945 verkauft es sich hunderttausendfach, da es perfekt in die „Schwarze Pädagogik“ der Nachkriegszeit passt. 1/8

Das Cover von Die Deutsche Mutter uns ihr erstes Kind. Darauf hält eine junge Frau ein kleines Mädchen in den Armen.

Die 26-jährige Amerikanerin Elizabeth Feldhusen kommt im Mai 1945 als Krankenschwester ins befreie KZ Gusen. Viele Stunden täglich versorgt sie ehemalige Häftlinge. Trotz allem hat sie Hoffnung: Sie glaubt, die Menschen werden aus dem Holocaust lernen. 1/8

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Der Geburtstag von Florence Nightingale am 12. Mai ist auch internationaler ME/CFS-Tag. Von der Krankheit ME/CFS Betroffene sind #unversorgtseit1969. Es gibt mehrere Protestaktionen. Weitere Infos bei @mecfs.at und am Ende des folgenden Threads ⬇️⬇️⬇️

Benjamin Schlöglhofer@bschloeglhofer.bsky.social · 3mo ago

Krimkrieg, 1855: Während Florence Nightingale Leben rettet, steckt sie sich mit dem Krimfieber an. Vom Bett aus reformiert die chronisch Kranke danach die britische Krankenpflege. 1/14

#Heute vor 81 Jahren: Eigentlich soll der US-Soldat Albert Kosiek Brücken kontrollieren – und erfährt durch Zufall, dass sich in der Nähe ein großes KZ befindet. Ohne Unterstützung seiner Vorgesetzten gelingt es ihm, das Lager #Mauthausen zu befreien. Den Ruhm dafür beanspruchen andere für sich. 1/9

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Jeden Tag ziehen KZ-Häftlinge mitten durch den Ort Mauthausen. Die meisten Bewohner:innen schauen weg. Doch Anna Pointner winkt den jungen Männern durchs Fenster zu. Anfang 1945 versteckt sie für die Häftlinge ein wertvolles Paket. 1/8

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November 1892, München: Tausende Schaulustige trampeln den Alten Südfriedhof nieder. Sie wollen unbedingt das Begräbnis der Afrikanerin Cula sehen. Ein britischer Unternehmer hat die 17-Jährige für eine „Völkerschau“ nach Europa gebracht. 1/9

Das Bild zeigt den Alten Südfriedhof in München. Im Vordergrund steht der Bruder von Cula und ein anderen Afrikaner vor ihrem noch offenen Grab. Beide tragen ein Afrikanisches Kriegerkostüm und Schwerter. Rechts und links stehen mehrere Reihen von Afrikaner:innen. Ganz im Hintergrund steht eine Menge von Schaulustigen. Sie werden von einem Polizisten bewacht.

1722 streiken die Wiener Schustergesellen, weil sie ihren Arbeitsplatz selbst aussuchen wollen. Sie brauchen damals nämlich eine schriftliche Bestätigung von ihrem Meister, um den Betrieb zu wechseln. Die Polizei jagt die Protestierenden auf offener Straße. 1/7

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13. Jahrhundert, Lucera in Süditalien: Unter Friedrich II. können Nicht-Christen ihre Religion weitgehend frei ausüben. Der römisch-deutsche Kaiser schaut sich diese Religionsfreiheit bei muslimischen Herrschern ab. Er begeistert sich seit seiner Kindheit für den Islam. 1/7

Das mittelalterliche Gemälde zeigt Sultan al-Kamil im Gespräch mit Friedrich II., die beide berühren sich an den Händen. Hinter Friedrich steht ein Ritter, hinter al-Kmail zwei muslimische Kämpfer. Ganz rechts ist die Stadtmauer von Jerusalem mit dem Felsendom dargestellt.