Doreen Reinhard

@doreenreinhard.bsky.social

Freie Journalistin, Dresden, Sachsen

Was ich mich neben allem anderen bei dem Song von Danger Dan/Igor Levit (Gruß an die "Hammerband" - einfach nein! usw...) gefragt hab: Wenn es um Widerstand gehen soll, warum ackern sich diese oder andere Künstler*innen, die gegen Rechte protestieren wollen, nicht durch die Hallen der Provinz?

Die Autobiografie von Werner Finck gelesen. Bemerkenswerter Mann. Geboren in Görlitz. In der NS-Zeit war er ungeheuer mutig, riss auf seiner Berliner Kabarettbühne Witze über die Nazis. Legte sich immer wieder mit ihnen an. Er kam deshalb für einige Zeit ins KZ. Danach eine Zeitlang Arbeitsverbot.

Cover der Biografie von Werner Finck "Alter Narr - was nun?"

Gestern in der Lausitz in einem Dorf gewesen. Da war ein hübsches kleines Fest, offenkundig organisiert von der Dorfgemeinschaft. Etwas, dass man sich ja eigentlich wünscht, um so eine ländliche Gemeinschaft zu beleben. 1/

Dass diese Partei von vielen Deutschen nicht mehr als Nazipartei wahrgenommen wird, ist eine Glanzleistung der politischen Grenzverschiebung durch die Partei selbst, ihres Vorfelds und öffentlicher Stimmen, die ihre Normalisierung vorantreiben. Diese Aufnahmen holen die Realität zurück.

1/3 Noch ein paar Gedanken zu der AfD/GD-Demo in Schwerin gestern: Die Demo diente der eigenen Inszenierung. Es handelte sich um die erste große Aktion der neuen AfD-Jugendorganisation. Das wurde genutzt, um einen Imgeaufnahme für die GD zu erzeugen, die vom IB-nahen Filmkollektiv erstellt wurde.

Schmidtke ist ein gern gesehener „Gast” bei der extremen Rechten – von Kubitschek über die AfD bis hin zu Neonazis. Bei der AfD-Demo in Schwerin rief ein großes rechtes Medium dazu auf, ihn zu abonnieren.

Ich bin bei Konversionen generell vorsichtig. Aber wenn das stimmt, ist diese Wandlung angesichts von Heino Bosselmanns Vergangenheit bemerkenswert: „Ich bin aus der AfD ausgetreten, habe meine Referentenstelle gekündigt und meine publizistische Tätigkeit eingestellt.“

Heino Bosselmann: Weg von der AfD, hin zur Kirche

Die AfD verbucht wachsende Unterstützung, bei Wahlen, Umfragen, Parteieintritten. Über eine mögliche absolute Mehrheit bei kommenden Landtagswahlen wird spekuliert. Doch es gibt Menschen, die den umge...

evangelisch.de

Berührungsängste beim Buchhaus Loschwitz mit der Neonaziszene gibt's auch schon länger nicht mehr. Susanne Dagen talkt in Schnellroda mit dem Neonazi und langjährigen NPD-Kader Sebastian Schmidtke. Man kennt sich natürlich längst.

Bild

Fasse kurz das Sarrazin Interview zusammen: ,Ich bin kein Rassist, ich finde es nur schade und schlimm, dass D nicht rein weiß ist. Ich finde, dass Schwarze lieber Sport machen sollen und Türken am besten Gemüse verkaufen oder Taxi fahren. Mein Buch hat das Land verändert, darauf bin ich stolz.‘ 1/5

Wenn man Uwe Steimle und Dieter Hallervorden in Sachsen-Anhalt gemeinsam auf einer Bühne auftreten lässt, entsteht eine Kernfusion, mit der man alle Plattenbauten auf dem Gebiet der ehemaligen DDR ein Jahr lang mit Fernwärme versorgen kann.

Umstritten war nicht die Frage, ob Intelligenz von Eltern an ihre Kinder vererbt wird. Die Kritik setzte an, wo individuelle Vererbung auf ethnische Gruppen hochskaliert, diese so hierarchisiert und daraus gesellschaftliche Wertungen abgeleitet wurden. Das ist sozialdarwinistische Argumentation.

Bild

Mit Sarrazins Buch 2010 (oder seinem Lettre-Interview vorher) begann ein Kapitel in der Geschichte dieser Republik, von dem ich damals nicht ahnte, dass es daraus kein Entrinnen mehr geben würde.

Der Witz, den Uwe #Steimle über das Merkel-Bild gemacht hat, ist alt. Der Kabarettist Werner Finck hatte ihn über Hitler gemacht. In Steimles Zitat steckt also nicht nur eine Gewaltfantasie, sondern auch ein Hitler-Vergleich. Und Steimle stellt sich damit in die Tradition ... (1/2)

Finck hatte 1929 zusammen mit Hans Deppe in Berlin die Kabarettbühne „Die Katakombe“ gegründet. Berühmt waren seine Wortspiele, oft in Halbsätzen vorgetragen und aufgeladen mit politischen Anspielungen, mit denen er sich auch schon vor 1933 den Zorn der Nationalsozialisten zugezogen hatte. Einmal kam er – nach 1933! – mit einem gerahmten Portrait von Hitler auf die Bühne. Nach einigen umständlichen Ausführungen fragte er am Ende mit Blick auf die Fotografie: „Was mach ich jetzt mit ihm? An die Wand stellen oder aufhängen?“

Altkanzlerin Merkel "an die Wand stellen", "wo ist Stauffenberg, wenn man ihn mal braucht": Kabarettist Uwe Steimle testet auf einer AfD-Veranstaltung die Grenzen der Satirefreiheit. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft. Aber sind die Aussagen wirklich strafbar? Von @mkolter.bsky.social

Gewaltfantasien gegen Merkel und Merz: Ist das strafbar?

'Dann stellen wir sie an die Wand' und 'Wo ist Stauffenberg?': Wegen dieser Aussagen über Merkel und Merz ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen Kabarettisten.

buff.ly

Ich hab die Gewaltfantasien von Steimle übrigens bewusst nicht rausgeclippt aus der AfD-Aufnahme von gestern. 1. Weil auch der Kontext relevant ist. 2. Warum solche Gewaltfantasien als Rohclip weitverbreiten. Es gibt andere Möglichkeiten, das trotzdem zu thematisieren. #Einordnung

Aufschlussreich: Steimle erwähnte Merkel und ihr Porträt. In diesem Zusammenhang hat er diese Sätze gesagt. Und dabei auch den Namen Werner Finck erwähnt. Ein von den Nazis verfolgter Kabarettist aus Sachsen - der damals allerdings eine Nummer mit Bezug auf Hitler gemacht hatte.

Bild
Doreen Reinhard@doreenreinhard.bsky.social · 3w ago

Auch in Bezug auf Angela Merkel gab es von Steimle Anspielungen mit "an die Wand stellen". Insgesamt natürlich auch ein großes Hardcore-Ostalgie-Theater. Am Ende wollte Steimle die DDR-Hymne singen, wurde freudig mitgemacht.