corradino.bsky.social

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Der unsichtbare Hirte Ruinenbaumeister. Friede den Hütten, Krieg den Palästen

Fast noch im Dunkeln los, um Rinder höher zu bringen. Mit der Sonne ist gleich die Wärme da, und dann wollen sie nicht mehr aufwärts steigen.Weitere 29 sind jetzt oben, die restlichen 17 krieg ich hoffentlich morgen rauf.

Einzig die Kühe scheint die aktuelle Situation nicht zu kümmern. Sie weiden das trockene Gras ruhig und klaglos, nutzen dazu die Morgen- und Abendstunden, nehmen weite Wege zu den Tränken auf sich, trinken der Reihe nach. Fast wie nichts anderes gewohnte Wüstentiere.

Die eigenwillige Kuh Leana fehlte heute morgen in ihrer Gruppe, was wegen der gestrigen Blitzschläge Besorgnis auslöste. Eben hab ich sie dank Fernglas entdeckt: Sie hatte sich mausalleine zu einer fast 1 km weit entfernten Wasserstelle begeben.

Hab heute höchste Weidestufe angeschaut wegen Wassersituation. Es heisst, stehende Gewässer seien gesundheitlich für Kühe nicht optimal. Ich vertraue aber auf die guten Mägen meiner Tiere, kein Wasser wäre schlimmer. Bald ziehen wir da rauf.

Eher Tümpel als Bergsee, das Ufer stellenweise mit blühendem Wollgras bewachsen. Der diesen Sommer übliche blaue Himmel, mit weissen Wolken.

Des morgens stellen sich alle Sorgen um meine Herde in Reihe vors Schlaflager. Im Laufe des Tages werden sie abgehakt, aber jeden neuen Morgen sind sie pünktlich wieder da, alte und neue. (Wird allerdings in anderen Jobs auch nicht anders sein). Oder überhaupt im Leben.

Ein Mädchen, bzw. junge Frau, die, seit sie Baby, Kind, dann zunehmend depressiv wirkende Jugendliche jeden Sommer mit Elternteil zu Besuch kam, ist eben mit Rucksack angekommen, dann gleich weiter zur oberen Hütte, allein, fit, fröhlich und munter. (Archivbild, Wasserfall gibts aktuell nicht mehr)

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liebe bubble: ist hier jemand aus magdeburg oder hat friends dort, die mich fuer ein paar tage aufnehmen koennten? plane etwa 12.-17.8. dort zu sein zur wahlkampunterstuetzung (team mustafa) und traue der bettenboerse nicht ;-)

Hab alle Kühe und neugeborenen Kälber aus der durch 3fach- Zaun wolfsgeschützten Weide entlassen, entgegen der Vorschrift. Da ist kein grüner Halm mehr. Kein Wolf hier, dafür unerbittliche Trockenheit und Vegetationsstillstand.

Kaum ist der kleine Notsauftümpel angelegt, will Maika trinken. Dass das Wasser vom graben noch trüb ist, scheint sie nicht zu stören. Eine Kuh braucht bei warmem, trockenem Wetter bis 100 Liter Wasser im Tag.

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Habe den Bauern jetzt erstmals in meiner langen Hirtenkarriere eine Wassermangel-Warnung rausgegeben. Alle Bächlein und Quellen versiegen, die Hauptquelle, die Brunnen und Hütte versorgt, ist am schwächeln.