Matthias Huber

@energyhuber.bsky.social

Professor für Energiesysteme @TH_Ingolstadt, Ingenieur und Ökonom. Institut für neue Energiesysteme: https://tinyurl.com/yfh3tmxd

Sehe eigentlich wenig Gefahr, dass jetzt in Deutschland systemtechnisch/ökonomisch ineffizient zu viele Gaskraftwerke gebaut werden. Aber ich teile die Sorge der Kritiker von Frau Reiche, dass unnötige Subventionen vergeben werden. Also sehe durchaus das "Verteilungsproblem".

Die Dynamik / Kostendegression bei Batterien übertrifft m.E. deutlich die Erwartungen, die der Großteil der Community bis vor wenigen Jahren hatte. Das ist schon fantastisch, da PV + Batterie jetzt für sehr viele Länder den Großteil der Stromerzeugung günstig bereitstellen kann.

Zu Gaskraftwerken gab es in letzter Zeit eine intensive Debatte, mit zum Teil wilden Zahlen. Hier mal eine einfache Rechnung als Orientierung. Was kostet die zukünftige Abdeckung der Residuallast durch Gaskraftwerke? Die Effekte von Speichern, Flex und Biomasse wurden bereits berücksichtigt. (1/3)

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im SRU Bericht von 2013 steht "Windflaute im Winter". Finde aber (kalte) Dunkelflaute völlig in Ordnung - es ist ja erstmal nur eine Zustandsbeschreibung einer schwierigen Lage (so wie in der Schweiz die da verbreitete "Winterstromlücke"), aber er ist natürlich teils völlig aufgebauscht worden.

screenshot seite 67 des SRU Gutachtens von 2013 mit folgendem Text: Selbst wenn bei einer Stromversorgung aus 100 % dargebotsabhängigen erneuerbaren
Energieträgern zur Absicherung lang anhaltender Flauten im Winter 100 % der Leistung in
Form von Gasturbinen bereitgehalten werden müsste, würde sich der Strompreis für diese
Absicherung nur um etwa 0,5 ct/kWh erhöhen. Dieser Berechnung liegen Kosten der
Gasturbinen von 400 Euro/kW, eine 25-jährige Nutzungsdauer, ein Zinssatz von 5 %/a sowie
eine Bruttostromerzeugung von 509 TWh/a und eine Jahreshöchstlast von 85 GW zugrunde.
Sollte diese Reserveleistung 500 Volllaststunden pro Jahr genutzt werden bei
Brennstoffkosten in Höhe von 0,035 Euro/kWh und bei einem Wirkungsgrad von 40 %,
würde der damit erzeugte Strom rund 9 ct/kWh kosten; umgelegt auf die mit dem
Gesamtsystem produzierte jährliche Strommenge wären dies jedoch einschließlich der
Kapitalkosten nur etwa 1 ct/kWh.

In der aktuellen Diskussion entsteht teilweise der Eindruck, Batterien könnten gesicherte thermische Leistung ersetzen. Batterien sind zentral, sie verschieben Strom und stabilisieren Netze, aber sie sichern keine mehrtägigen Dunkelflauten ab. Ein paar Gedanken dazu: 1/

Gestern Omaha Beach besucht und das hat mich schon etwas bewegt und beeindruckt. Dass nach dem Krieg so eine enge deutsch-französische Freundschaft entstanden ist, ist nicht selbstverständlich und heute wichtiger denn je. 🇩🇪 🇨🇵

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"Erneuerbare sind ja nur Fuel Saver und brauchen immer ein fossiles Backup" -> Ja, aber es geht halt auch darum, möglichst schnell möglichst viel fossile Verbrennung zu reduzieren. Der "Gegner" heißt Fossilstrom, und alles, was ihn reduziert sollte willkommen sein.

Ember@ember-energy.org · last yr.

🚨 China is meeting and exceeding its demand growth with clean sources so far in 2025, standing out as a leading example among #BRICS China’s solar generation rose by 120 TWh in the first five months of 2025, meeting 86% of the country’s demand increase ☀️📈

Das ist eine gute Nachricht. Die Stromerzeugung aus Kohle und Gas ist in China ist auf Jahressicht um 64 TWh und zurückgegangen. Der massive EE Ausbau wirkt.

Ember@ember-energy.org · last yr.

🚨 China is meeting and exceeding its demand growth with clean sources so far in 2025, standing out as a leading example among #BRICS China’s solar generation rose by 120 TWh in the first five months of 2025, meeting 86% of the country’s demand increase ☀️📈

Falls das mit den Klimaanlagen in Deutschland in den nächsten Jahren kommt, sollten wir nicht den Fehler aus manchen anderen Ländern machen und auf 20 Grad oder drunter abkühlen. Leichte Kühlung auf 25°C würde Krankenhäusern, Altenheimen, Schulen und Büros dagegen gut tun.

Kann es sein, dass ich zu einer Minderheit gehöre, die den Klimawandel als zentrales Problem unserer Zeit sieht, aber gleichzeitig auf privater Ebene die Tage mit 30+ Grad und Sonnenschein ganz gerne mag?

Die Kombi PV+Klimaanlage zu installieren hat doppelten Nutzen: An sonnigen Sommertagen wenn die Klimaanlage läuft --> gut fürs Netz, da PV Strom eh im Überfluss vorhanden. An kälteren/trüben Tagen dagegen-> PV Strom wertvoll fürs System und kann eingespeist werden.

Ich kann gut verstehen, wenn man über verschiedene Lösungswege diskutieren will – etwa mehr AKWs oder CCS etc. Aber dass wir 2025 immer noch über den menschengemachten Klimawandel an sich sprechen müssen und ob er überhaupt existiert, ist wirklich irre.

Fortschritte im "Hard to abate" Bereich und PtX: "the Kassø facility produced the first five tons of e-methanol on March 12, 2025, and aims to ramp up production during the second quarter of 2025 to deliver 42,000 tonnes of e-methanol" www.offshore-energy.biz/renewables-i...

Renewables in action: 'World's largest' commercial e-methanol plant inaugurated

Kassø Power-to-X facility in Aabenraa, Denmark, dubbed the world’s largest commercial e-methanol facility, has been officially inaugurated.

offshore-energy.biz

Besichtigung der Kläranlage Nürnberg. Hier wird Klärgas in BHKWs verstromt. Zukünftig soll der Gasspeicher vergrößert werden, damit die BHKWs tagsüber bei viel PV abschalten können. Es sind auch viele kleine Projekte, die in Summe einiges an Flexibilität bereitstellen werden.

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Belgien verlängert seine AKW Laufzeiten. Auch Frankreich und andere werden nicht aussteigen. Für die EU insgesamt gilt daher: wir werden in Zukunft ein Verbundnetz mit AKW + rapide steigender EE sowie beständig weniger fossiler Stromerzeugung bekommen. www.tagesschau.de/wirtschaft/e...

Belgien macht Atomausstieg rückgängig

Belgien macht den 2003 beschlossenen Ausstieg aus der Atomkraft rückgängig - und will sogar neue Meiler bauen. Begründet wird das mit der Sorge um eine sichere Energieversorgung, auch wegen Russlands ...

tagesschau.de

Exkursion zum Wärmenetz in Mertingen. Hier steht eine zentrale Luft-Wasser Wärmepumpe neben einem PV Feld und einem Pufferspeicher. Außerdem gibt es weitere Wärmeerzeuger wie Biomasse im Netz. So kann das System flexibel am Strompreis orientiert fahren. /1

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Bin keiner, der die Probleme mit volatiler Erzeugung kleinreden will. Aber die Diskussion ist gerade schon sehr negativ. Warum reden wir nicht zb mehr darüber, wieviele Eautos wir täglich mit dem PV oder Strom laden könnten wenn Infrastruktur und Preissignale passen?

Etwas verspätet wollte ich doch noch von meiner Projektreise nach Lesotho berichten. Wir wollen dort im Projekt "MaZero" Elektromobilität voranbringen. Das Land mit Hauptstadt Maseru liegt umschlossen von Südafrika etwas erhöht und bezeichnet sich auch als "Mountain Kingdom".

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Sehe ich anders, die Lösung heißt aus meiner Sicht: Speicher+ Flexibilität, also alles was man eh brauchen wird. Warum sollte man CO2 armen Strom abregeln?

Volker Quaschning@volkerquaschning.bsky.social · last yr.

In Belgien sieht man, dass #Photovoltaik und #Kernenergie nicht zusammenpassen. Die Kernenergie produziert munter Grundlast, die keiner braucht, weil es mehr als genug Solarstrom gibt. Die Folge: Extrem negative Strompreise und Probleme für das Energiesystem.