Moritz Gathmann

@gathmann.bsky.social

Reporter für den Stern et al.

Ich gratuliere den Ukrainern (und übrigens auch den Moldauern!) zu dieser Entscheidung. Es ist eine in diesen eher düsteren Zeiten wichtige gute Nachricht. Zugleich ist es der Beginn eines mühsamen und langjährigen Weges, der alle Beteiligten vor schwere Prüfungen stellen wird.

Ein Gedankenexperiment, basierend auf der Wirklichkeit. Du bist Ukrainer, Vater von drei Kindern, Dein Ältester wird bald 18. Du stehst vor der Entscheidung: Schickst Du ihn zum Studium/zur Ausbildung/zum Arbeiten ins Ausland oder lässt Du ihn im Land?

These: Inzwischen schauen die Menschen in Deutschland genau so auf den Krieg in der Ukraine wie nach zwei Jahren auf Corona. Man weiß, dass das Problem noch da ist, aber man will einfach nur noch, dass es irgendwie weg geht.

Der FB-Post von Mustafa Nayyem vom 21.12.2013, mit dem der Maidan in Kiew begann: "Wir treffen uns um 22:30 unter dem Denkmal der Unabhängigkeit. Zieht euch warm an, nehmt Regenschirme mit, Tee, Kaffee, gute Laune und Freunde. Gerne teilen!"

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Es gibt diese eine kleine unbedeutende Nebensache, über die ich mich jedes Mal freue, wenn ich aus der Ukraine nach Deutschland zurückfahre: dass ich keine Frauen mit Entenlippen mehr sehen muss. Ich. Verstehe. Dieses. Schönheitsideal. Einfach. Nicht.

Berührende Szene in Uschhorod: Ein Mann geht mit dem kleinen Enkel an der Hand durch die nassen, dunklen Straßen nach Hause. Sie üben Ukrainisch: "Doschd idjot" (Es regnet) auf Russisch,auf Ukrainisch "Doschtschit." Der Junge spricht mit Interesse nach. Es könnte alles so einfach sein.

Erste Eindrücke aus vielen Gesprächen hier im Gebiet Transkarpatien, das an Ungarn und die Slowakei grenzt und wo der Krieg auf den ersten Blick weit, weit weg scheint. Eine ausführliche Reportage dann in gut einer Woche im stern. www.stern.de/gesellschaft...

Was wurde aus Selenskyjs "Jahr des Sieges"? stern-Reporter über die Stimmung im Land nach 21 Monate...

stern-Reporter Moritz Gathmann berichtet aus der ukrainischen Stadt Uschgorod und beschäftigt sich mit der Frage, wie sich 21 Monate Krieg für die Ukrainer anfühlen.

stern.de

Unterwegs in Uschhorod mit einem Taxifahrer, der Kinderarzt ist, aber vorerst Taxi fährt, weil er 6000 Dollar zahlen müsste, um eine Anstellung als Arzt zu bekommen. Gehalt dann knapp 400 Euro. Wie man die Investition dann wieder reinholt - dreimal dürft ihr raten. Welcome to reality.

Frühstück in diesem fancy Hotelrestaurant in einem Land im Krieg und dazu aus den Lautsprechern eine Dance-Version von "talkin bout a revolution" ist mir am Morgen eindeutig zu viel kognitive Dissonanz.

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Ich bin ja schon einige Jährchen unterwegs in der Ukraine, aber erst heute habe ich gelernt, dass Säugling auf Ukrainisch "nemowlja" heißt, also (mowa = Sprache) "etwas Kleines, das nicht spricht". Als Philologe/Slawist liebe ich diese Heureka-Momente. Mit Grüßen aus Uschhorod.

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Wer das Ausmaß des Problems verstehen will, das der Gaza-Krieg für den Westen verursacht, sollte diese Karte zum Abstimmungsverhalten bei der UN-Resolution ES-10/21 anschauen. Grün dafür, rot dagegen, gelb Enthaltung. Hier die Liste, wer wie abgestimmt hat: w.wiki/83mX

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Nach der gescheiterten Gegenoffensive tut sich in der Ukraine politisch etwas.Selenskyjs ehemaliger Berater Arestowytsch ist die erste politisch relevante Figur,die sich nach vorne traut. Er greift S. an und fordert Verhandlungen, anstatt weiter Menschenleben zu opfern. www.stern.de/politik/ausl...

Ex-Berater von Selenskyj fordert: "Wir sind in einer Sackgasse. Es ist Zeit, sich an den Verhandlung...

Oleksij Arestowytsch war ein enger Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymir Selensky – jetzt fordert er Verhandlungen mit Russland.

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“By some measure, Netanyahu is Israel’s worst leader” — and, perhaps by the same measure, Biden is America’s best, in this century. A tragic alliance between the two could make no further harm to N (just because it’s impossible) but a decisive damage to B www.ft.com/content/fbf4...

Netanyahu is an albatross around Biden’s neck

Israel’s prime minister stands in the way of the two-state solution that is the US president’s goal

ft.com

Ich habe heute parallel ARD (Tagesschau und Tagesthemen) und BBC geschaut, um mich über die Situation in Gaza/Israel zu informieren. Und ich muss sagen: Bei der BBC wurde ich eindeutig besser (=vielseitiger) informiert.

Bekommt eigentlich irgendwer mit, dass die Türkei, unser Nato-Partner, im Schatten der Kriege in der Ukraine und in Israel/Gaza die kurdischen Gebiete im Nordosten Syriens zerbombt und in den zurückliegenden Tagen nahezu achtzig Prozent der Infrastruktur zerstört hat?