Mittelweg 36

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Die Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung dokumentiert, initiiert und kommentiert kultur- und zeitkritische Debatten.

"…dass es gegenwärtig Skandale gibt, die nicht zu Ende gehen. Das ist neu. Im Unterschied zu früher haben wir es mit Skandalsituationen zu tun, die anhalten und einen Riss im Publikum erzeugen. Wir erleben offenbar eine Emanzipation des Publikums von der Gesellschaft." Gespräch Bude/Verbalyte

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Was sagen Skandale aus über die Gesellschaften, die sie hervorbringen? Welche Funktionen erfüllen und welchen Regeln gehorchen sie? Mehr Infos zum Heft 4/2026: www.hamburger-edition.de/zeitschrift-...

Skandale sind ein fester Bestandteil im Leben moderner Gesellschaften. Kaum ein Tag vergeht, an dem wir nicht Zeuge medial inszenierter Verfehlungen, Vorwürfe und Verteidigungen werden.

Warum sind es zumeist Familien und nicht Einzelne, die reich werden und reich bleiben, und wieso braucht es dafür in der Regel mehrere Generationen? Simone Derix entwirft im aktuellen Heft Langzeitperspektiven auf eine Geschichte mit vielen Akteur:innen.

Spannungsfeld Vermögen. M. Weißmann, B. Neumann, N. Burzan und B. Vogel präsentieren die Ergebnisse eines Forschungsprojekts, in dem sie mit Angehörigen vermögender Familien über deren Lebenssituation gesprochen und diese gefragt haben, was Reichsein zwischen Freiheit und Bürde für sie bedeutet.

Glaubt man Hochglanzbildern und Social-Media-Posts dann spielt sich das Leben der Schönen und Reichen vor unser aller Augen in der Öffentlichkeit ab. Doch der Eindruck täuscht. Die meisten Vermögenden scheuen das Rampenlicht und leben lieber im Verborgenen.

Folglich, nicht endlich. Achim Landwehr wirbt in der akt. Ausgabe für eine kontextualisierende Geschichtsschreibung, die sich 'Von den porösen Zeiten des Anthropozäns' belehren lässt und historische Geschehnisse auf ihre Zusammenhänge befragt, statt sie von ihrem vermeintlichen Ende her zu denken.

„Die Welt geht unter, und wir sind dabei gewesen“. Ulrich Bröckling und Laura Wolters sprechen in der aktuellen Ausgabe über Varianten und Wirkungen politischer Apokalyptik und deren besondere Attraktivität für linke wie rechte Theoretiker:innen und Bewegungen.

Angesichts von Klimawandel, Kriegen und Katastrophen haben apokalyptische Motive gegenwärtig wieder einmal Konjunktur: in Kunst, Literatur, Film & Politik. Woher stammt die anhaltende Faszination der Endzeiterzählungen? Welche Rolle spielt das Ende für die Form des Erzählens?

Wie steht es um den Erfolg von Zusammenhaltsbeschwörungen in Zeiten der Polykrise? Im aktuellen Heft beschreibt A. Leendertz anhand von Jimmy Carters „Malaise“-Rede (1979) die Beschwörung von Vertrauen und Opferbereitschaft angesichts unlösbar scheinender politischer wie wirtschaftlicher Probleme.

Philipp Manow hält im aktuellen Heft ein entschiedenes Plädoyer Wider die Normativität und die Überfrachtung politik- und sozialwissenschaftlicher Studien mit wertorientierten Maßstäben und räumt ein, selbst alles andere als neutral zu sein, wenn die Stabilität der Demokratie auf dem Spiel steht.

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Ein moderner Mandarin? Wie hängen gesellschaftliche Integration, nationale Kontinuität und die Rolle der Intellektuellen bei Helmut Schelsky miteinander zusammen und wie prägte es die Arbeit und das Selbstverständnis des Soziologen? Dies fragt sich Michael Becker im aktuellen Mittelweg 36.

Der gesellschaftliche Zusammenhalt scheint gefährdet wie nie. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass vor seinem Verlust gewarnt oder sein Erhalt gefordert wird. Und je mehr er zu schwinden scheint, desto eindringlicher wird er beschworen. Doch stimmt der Befund und sind die Sorgen berechtigt?