Robert Braunmüller

@robertbraunmueller.bsky.social

Ich sehe bei Baumburg (Chiemgau) ein Schild: "Buchenwaldgedenkstätte". Buchenwald ist fast 500 km entfernt. Man weiß ja nie. Stellt sich als Massengrab mit Opfern der Schlacht von Hohenlinden (1800) aus dem Zweiten Koalitionskrieg heraus. Hohenlinden ist übrigens auch 50 km entfernt.

Buchenwaldgedenkstätte bei Baumburg.Gedenktafel für Opfer der Schlacht bei Hohenlinden.

Das zu sagen, ist das eine. Die Interims-Intendantin Karin Bergmann scheint die nötige Souveränität zu besitzen, das zu drucken und für sich selbst stehen zu lassen. (Interview mit Romeo Castellucci im Programmheft der Salzburger Festspiele zu "Saint François d'Assise".)

Politikerbeschimpfung im Programmheft.

Regel Nr. 1 für Intendanten: Für Reibungen sorgen. Romeo Castellucci "Saint François d’Assise" inszenieren zu lassen, sorgt für langweiliges "Parsifal"-Herumgestehe, wenn die Wiener Philharmoniker unter Maxime Pascal Messiaen spielen zu lassen, holt alles hingegen alles aus dieser Musik heraus.

Schlussbeifall in der Felsenreitschule.

Nach "Ariadne auf Naxos" noch einen Prozess der inneren Reinigung mit einer Langen Scharfen bei der Heißen Kiste an der Staatsbrücke eingeleitet. (Der Würstelmann am Landestheater kennt keine Lange Scharfe. Untergang des Abendlands.)

Lange Scharfe mit Beilagen.

Heute gleich zwei Opern: Nachmittags Mozarts "Lucio Silla" mit dem Mozarteumorchester unter Adam Fischer und abend "Ariadne auf Naxos" unter Manfred Honeck. Nachmittags war's musikalisch echt aufregend. Was ist nur in Adam Fischer gefahren? Der liebt frühen Mozart wirklich.

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Bei Gesetzesänderungen sollten wir stets fragen: Was würde das für eine AfD an der Macht bedeuten? Bei der de facto Abschaffung des IFGs läge auf der Hand: Der Autoritäre Umbau könnte noch ungestörter erfolgen. Insbesondere, wenn bei internen Weisungen der Absender großzügig geschwärzt werden darf…

Das einzige Opernhaus mit angeschlossener Synagoge in steht ausgerechnet in Bayreuth: Die Synagoge (im Foto rechts) ist das alte Redouten-Haus, der Vorläufer des Markgräflichen Opernhauses. Wegen der Nachbarschaft wurde das Gebäude 1936 auch nicht in Brand gesteckt, sondern "nur" verwüstet.

Die Rückseite des Markgräflichen Opernhauses in Bayreuth.

Ich finde die Grand Opéra als Form interessant. Daher hätte für mich die Bayreuther "Rienzi"-Aufführung im dritten Akt noch drei oder vier Minuten länger sein dürfen. Aber man verstand auch, wieso Wagner die Oper seinen "Schreihals" nannte.

(AZ+) Populismus und Katzenjammer: „Rienzi“ in Bayreuth

Bei den Bayreuther Festspielen bringt Natalie Stutzmann frischen Grand‑Opéra‑Klang in Wagners 'Rienzi'. Andreas Schager imponiert mit roher Wucht, bleibt aber stellenweise wacklig, die Regisseurinnen ...

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Andreas Schager ist ein Kerl. Wie der den "Rienzi" durchsteht! Aber schön ist das nicht. Und zum Thema Populismus ist den Regisseurinnen auch nichts eingefallen. Natalie Stutzmann reißt's raus. (Aber jetzt bloß nicht das "Liebesverbot", da streike ich.)

Schlussbeifall nach "Rienzi" im Bayreuther Festspielhaus.

Bei der Debatte um die Kammerspiele kann etwa Theorie und Einordnung nicht schaden. Ich habe mir beides bei Julian Nida-Rümelin geholt, der schon mal einen Intendanten der Kammerspiele nicht verlängert hat - auf eigenen Wunsch, auch wenn die mythologische Erzählung anderes wissen will.

(AZ+) Ex-Kulturreferent Nida-Rümelin warnt im Kammerspiele-Streit: 'Kulturpolitik darf sich nicht entmachten“

Der frühere Münchner Kulturreferent Julian Nida‑Rümelin über seine Erfahrungen mit der Nichtverlängerung von Dieter Dorn vor 25 Jahren, Gründe für eine zeitliche Begrenzung von Intendanzen, die Stells...

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Ich bin gar kein Fan schriftlicher Interviews. Aber es war irgendwie verhext: Trotz redlichen Bemühens einer Sprecherin war kein Raum in Bayreuth zu finden, in dem man am Samstag nachmittag hätte reden können. Dafür gibt's den Text halt schon jetzt.

(AZ+) Mehr Geld für Bayreuth, Kürzungen bei Pop: Weimer erklärt seine Entscheidung

Bayreuth bekommt eine Million Euro mehr vom Bund, gleichzeitig wird bei der Popförderung gespart. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer erklärt im AZ-Interview seine Entscheidung, spricht über Katharina...

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Ich hab' ne großartige Idee für Christopher Nolan: Als Fortsetzung die "Aeneis" verfilmen. Das Material der Troja-Szenen kann man neu schneiden, die Kostüme und das Schiff sind auch schon da. Matt Damon macht Aeneas. Anne Hathaway ist Dido. Und so weiter.

Helden aus der "Odyssee".