Ich sehe bei Baumburg (Chiemgau) ein Schild: "Buchenwaldgedenkstätte". Buchenwald ist fast 500 km entfernt. Man weiß ja nie. Stellt sich als Massengrab mit Opfern der Schlacht von Hohenlinden (1800) aus dem Zweiten Koalitionskrieg heraus. Hohenlinden ist übrigens auch 50 km entfernt.
Das zu sagen, ist das eine. Die Interims-Intendantin Karin Bergmann scheint die nötige Souveränität zu besitzen, das zu drucken und für sich selbst stehen zu lassen. (Interview mit Romeo Castellucci im Programmheft der Salzburger Festspiele zu "Saint François d'Assise".)
Regel Nr. 1 für Intendanten: Für Reibungen sorgen. Romeo Castellucci "Saint François d’Assise" inszenieren zu lassen, sorgt für langweiliges "Parsifal"-Herumgestehe, wenn die Wiener Philharmoniker unter Maxime Pascal Messiaen spielen zu lassen, holt alles hingegen alles aus dieser Musik heraus.
Ich sehe solche Wiederholungen einstiger Kultstücke eher skeptisch - wobei, im Kaffeehaus funktioniert's ja auch
Ja, tatsächlich, der Salzburger Festspielbezirk scheint sanierungsbedürftig zu sein.
Was dabei rauskommt, wenn der Dirigent eigentlich einen fetten Strauss dirigieren möchte und der Regisseur sich mehr für Kino interessiert.
(AZ+) Salzburger Festspiele: „Ariadne auf Naxos“ als Space-Opera
Der Regisseur Ersan Mondtag verlegt die Oper auf den Mars, der Dirigent Manfred Honeck und die Wiener Philharmoniker wirken wenig engagiert.
abendzeitung-muenchen.de
Nach "Ariadne auf Naxos" noch einen Prozess der inneren Reinigung mit einer Langen Scharfen bei der Heißen Kiste an der Staatsbrücke eingeleitet. (Der Würstelmann am Landestheater kennt keine Lange Scharfe. Untergang des Abendlands.)
Heute gleich zwei Opern: Nachmittags Mozarts "Lucio Silla" mit dem Mozarteumorchester unter Adam Fischer und abend "Ariadne auf Naxos" unter Manfred Honeck. Nachmittags war's musikalisch echt aufregend. Was ist nur in Adam Fischer gefahren? Der liebt frühen Mozart wirklich.
Bei Gesetzesänderungen sollten wir stets fragen: Was würde das für eine AfD an der Macht bedeuten? Bei der de facto Abschaffung des IFGs läge auf der Hand: Der Autoritäre Umbau könnte noch ungestörter erfolgen. Insbesondere, wenn bei internen Weisungen der Absender großzügig geschwärzt werden darf…
Von Daniele Rustioni ungewöhnlich gut dirigierter, von Beethoven (und nicht von Wagner) her gesehener "Freischütz" im Nationaltheater. Auch Golda Schultz und Stanislas de Barbeyrac haben mir sehr gut gefallen. Rest mehr so naja.
Das einzige Opernhaus mit angeschlossener Synagoge in steht ausgerechnet in Bayreuth: Die Synagoge (im Foto rechts) ist das alte Redouten-Haus, der Vorläufer des Markgräflichen Opernhauses. Wegen der Nachbarschaft wurde das Gebäude 1936 auch nicht in Brand gesteckt, sondern "nur" verwüstet.
Ich finde die Grand Opéra als Form interessant. Daher hätte für mich die Bayreuther "Rienzi"-Aufführung im dritten Akt noch drei oder vier Minuten länger sein dürfen. Aber man verstand auch, wieso Wagner die Oper seinen "Schreihals" nannte.
(AZ+) Populismus und Katzenjammer: „Rienzi“ in Bayreuth
Bei den Bayreuther Festspielen bringt Natalie Stutzmann frischen Grand‑Opéra‑Klang in Wagners 'Rienzi'. Andreas Schager imponiert mit roher Wucht, bleibt aber stellenweise wacklig, die Regisseurinnen ...
abendzeitung-muenchen.de
Andreas Schager ist ein Kerl. Wie der den "Rienzi" durchsteht! Aber schön ist das nicht. Und zum Thema Populismus ist den Regisseurinnen auch nichts eingefallen. Natalie Stutzmann reißt's raus. (Aber jetzt bloß nicht das "Liebesverbot", da streike ich.)
Michel Friedman im Bayreuther Festspielhaus. Eine Mut machende Aufforderung zur Verteidigung der Demokratie.
Ihr könnt's in Sachsen-Anhalt machen, was ihr wollt: Bayern und Baden-Württemberg machen dann halt einen einen starken Südstaat auf.
Der Mann mit dem Schnurrbart wird Teil der Bayreuther Folklore. Abb. aus dem Programmheft des heutigen Festakts 150 Jahre Bayreuther Festspiele. Andererseits: Wenn sie ihn weggelassen hätten, würde man das auch gegen sie verwenden.
Bis vor ein paar Minuten war mir nicht klar, dass Cola eine Kurzform von Nicola ist.
Bei der Debatte um die Kammerspiele kann etwa Theorie und Einordnung nicht schaden. Ich habe mir beides bei Julian Nida-Rümelin geholt, der schon mal einen Intendanten der Kammerspiele nicht verlängert hat - auf eigenen Wunsch, auch wenn die mythologische Erzählung anderes wissen will.
(AZ+) Ex-Kulturreferent Nida-Rümelin warnt im Kammerspiele-Streit: 'Kulturpolitik darf sich nicht entmachten“
Der frühere Münchner Kulturreferent Julian Nida‑Rümelin über seine Erfahrungen mit der Nichtverlängerung von Dieter Dorn vor 25 Jahren, Gründe für eine zeitliche Begrenzung von Intendanzen, die Stells...
abendzeitung-muenchen.de
Ich bin gar kein Fan schriftlicher Interviews. Aber es war irgendwie verhext: Trotz redlichen Bemühens einer Sprecherin war kein Raum in Bayreuth zu finden, in dem man am Samstag nachmittag hätte reden können. Dafür gibt's den Text halt schon jetzt.
(AZ+) Mehr Geld für Bayreuth, Kürzungen bei Pop: Weimer erklärt seine Entscheidung
Bayreuth bekommt eine Million Euro mehr vom Bund, gleichzeitig wird bei der Popförderung gespart. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer erklärt im AZ-Interview seine Entscheidung, spricht über Katharina...
abendzeitung-muenchen.de
Ich hab' ne großartige Idee für Christopher Nolan: Als Fortsetzung die "Aeneis" verfilmen. Das Material der Troja-Szenen kann man neu schneiden, die Kostüme und das Schiff sind auch schon da. Matt Damon macht Aeneas. Anne Hathaway ist Dido. Und so weiter.
Was mir an diesen „Die radikale Rechte verstehen“-Texten immer nicht aufgeht: Als kennte man die Antwort auf diese Fragen nicht ganz genau; als gebe es nicht seit Jahren zig Analysen, die eine präzise Kenntnis dieses Milieus ermöglichen… www.zeit.de/2026/32/umga...
In Zeiten satellitengestützter Navigationssysteme halte ich eine Odyssee wirklich nicht mehr für zeitgemäß. Irrfahrten sind auch wenig nachhaltig. Vieles lässt sich außerdem per Zoom lösen, man muss nicht mehr überall hingondeln.
Dobrindt bekämpft sogar die Volkshochschulen, schließlich besteht die Gefahr, dass sich Ausländer dank ihnen integrieren könnten: #DobrindtRücktritt
Integrationskurse: Volkshochschulen werfen der Bundesregierung „Demontage“ vor
Integrationskurse sollen Geflüchteten und Migranten helfen, in Deutschland anzukommen und zu arbeiten. Nun gefährdet der Sparkurs selbst laufende Kurse.
sueddeutsche.de
Sagen wir es freundlich: Wenn Ludovic Tézier die Wesendonck-Lieder singt, die Wagner explizit für eine Frauenstimme komponiert hat, kommt das sonst oft unterbelichtete Lied "Schmerzen" ganz groß raus.