trans scribe

@scribetrans.bsky.social

die taz macht jetzt in vorauseilendem gehorsam propaganda für karin prien und titelt "5 Millionen Euro mehr für queere Projekte", wo es um 5 Millionen Euro für Deradikalisierungsprogramme auch gegen "Linksextremismus" geht, die bereits vor dem Attentat eingeplant waren

ich finds bemerkenswert und besorgniserregend, wie viele linke und queere leute gerade die vermutung vorbringen, der anschlag sei allein aufgrund des zeitpunktes von irgendwelchen kräften (russland, afd, etc.) geplant worden, um die wahlen im sinne der afd zu beeinflussen.

gesternnacht war ich noch schockiert und heute, wo klar ist, dass jemand gestorben ist, bin ich unendlich traurig. und wütend darüber, dass die cdu das erwartbar als gelegenheit für pr missbraucht. und wütend auf die queers, denen zuspruch zu islamismus egal gewesen ist die letzten jahre

ab august wird es in ganz leipzig niemanden mehr geben, der noch bartepilation in einer arztpraxis durchführt. transfemmes haben damit keine möglichkeit mehr, die kosten für die bartentfernung von den krankenkassen übernommen zu kriegen. absolut normale zustände in der transgesundheitsversorgung

heute tagestrip nach münchen für das vorgespräch zur korrektur-op, dann abends auf der dragspendengala einer evangelischen gemeinde unter anderem für den verein und zwischendrin diss schreiben, orga für ein seminar klären, das ich gebe und mit meinen beziehungspersonen schreiben.

ich weiß nicht, ob das einfach nur ein affekt von mir ist, aber ich hab irgendwie einen widerwillen dagegen, wenn leute darüber sprechen, dass "mein gehirn" xy macht, weil das so einen entmündigenden zug hat. das ist wie von sich selbst in der dritten person reden

seit mir vor zwei wochen aufgefallen ist, dass es bei hegel (und folgend auch marx, adorno usw.) einen unterschied zwischen gegensatz und widerspruch gibt, freu ich mich sehr darauf, wenn wir die entsprechenden abschnitte in der wesenslogik behandeln.

das ist ja mal ein spannender lapsus, dass amy allen melanie klein in einem kapital zur kritik des kolonialen erbes psychoanalytischer entwicklungsparadigmen gegen eine rassismuskritik damit verteidigt, dass es sich da noch nicht um ihre "reife" position gehandelt habe

man hat immer abwechslung, wenn man lacan liest, weil einen moment geht es um die augenlider buddhas, dann um die plazenta und kloakentiere und dann darum, warum die frau ein topf ist und der phallus der glanz

mist, ich hab ein kapital über adornos psychoanalytischen deutungsbegriff angefangen und jetzt erst amy allen gelesen und sie schreibt exakt dasselbe unter bezugnahme auf exakt dieselben zitate wie ich und jetzt sieht das kapital so aus, als hätte ich abgeschrieben

das ist schon auch immer krass in der vereinsarbeit, wie der wunsch, leuten geschlechtliche selbstbestimmung zu ermöglichen, heftig damit kollabiert, dass dafür nur sehr begrenzte ressourcen zur verfügung stehen