Lea Fink

@strassenverlauf.bsky.social

🧵 Straßenverlauf Eingedenken, (Stadt-)Geschichte, Philosophie ✒️ Wien ✒️ Berlin ✒️ Brandenburg

Die katholische Dolmetscherin Eva-Maria Buch (31. Januar 1921 - 5. August 1943) beteiligte sich an Widerstandsaktivitäten und übersetzte verschiedene illegale Flugschriften. Am 5. August 1943 wurde sie in Berlin-Plötzensee ermordet. 🧵

Fotografie zeigt eine junge Frau mit seitlichen Blick in Richtung Kamera lächelnd. Sie trägt einen dunklen Hut. Nachweis von wiki commons folgt.

Am 5. August 1943 wurde neben anderen auch die Tänzerin und Bildhauerin Oda Schottmüller in Berlin-Plötzensee ermordet. Sie hatte eine kunsthandwerkliche Ausbildung in Pforzheim und Frankfurt a.M. abgeschlossen und war 1929 zurück nach Berlin gezogen, um Bildhauerei bei Milly Steger zu studieren. 🧵

Portraitfotografie, non free Media use, zeigt oda Schottmüller mit dunklen, kurzen Haaren mit einer Welle, dunklen Augen, lächelnd zur Seite blickend. Nachweis von wiki commons, non free media, folgt.

Diese Fotografie eines Fußballspiels von Hakoah Wien gegen VS Sport im TJK Stadium in Tallinn ist auf den 4. August 1926 datiert - damit wäre sie genau 100 Jahre alt. Diese Datierung habe ich nur bei Wikipedia gefunden und nicht beim Estnischen Museums-Webportal. Weiß jemand gesichertes? 🧵

Fotografie von 1926 zeigt ein Fußballspiel in einem Stadion, im Hintergrund eine gut besetzte Tribüne. Im Vordergrund springt ein dunkel angezogener Torwart neben anderen Spielern hoch zum Ball. Nachweis von wiki commons folgt.

Felka Płatek (3. Januar 1899 - 2. August 1944) kam in den 1920ern nach Berlin und studierte Malerei bei Ludwig Meidner in den privaten Ateliers der Lewin-Funcke-Schule (Kantstr. 159). Dort lernte sie Felix Nussbaum kennen, den sie 1937 in Brüssel heiratete. 1944 spürten die Nazis ihr Versteck auf. 🧵

Selbstportrait zeigt sie auf dem Balkon vor einer Staffelei sitzend. Sie trägt eine blaue Hose, ein gelbes Hemd, die braunen Haare kinnlang. Hinter ihr das Balkongeländer und dahinter ein Gebäude. Nachweis von wiki commons folgt

Gerda Taro, geboren als Gerta Pohorylle am 1. August 1910 in Stuttgart, musste - als Jüdin und Sozialistin verfolgt - 1933 nach Frankreich fliehen. Nach dem Militärputsch 1936 ging sie nach Spanien und fotografierte mit Robert Capa den Spanischen Bürgerkrieg. 🧵

Woman training for a Republican militia in Spain, August 1936.
Foto zeigt eine Frau fast als Silhouette im Profil gegen den grauen Himmel. Sie kniet bzw. richtet sich auf und zielt mit einer Pistole. Nachweis von wiki commons folgt.

Am 31. Juli 1947 wurde der 1939 eingeführte Name Gardepionierplatz in Kreuzberg entmilitarisiert und in Südstern umbenannt. Der U-Bahnhof in Kreuzberg hieß 1924 Hasenheide, ab 1933 Kaiser-Friedrich-Platz, ab 1939 Gardepionierplatz und seit 78 Jahren Südstern.

Fotografie zeigt eine gelb geflieste Wand des U-Bahnhofs , mittig steht rotgerahmt auf weißem Grund Südstern. Nachweis von wiki commons folgt.

Der nach dem antisemitischen Wiener Bürgermeister benannte Lueger-Platz dient Rechtsextremen als Kulisse ihrer Veranstaltungen. Statt nach ihm, fordert die Angewandte, soll der Platz nach Friedl Dicker-Brandeis (geb. am 30.07.1898) benannt werden, die die nahegelegene Kunstgewerbeschule besuchte.🧵

Friedl Dicker-Brandeis Gemälde zeigt eine Frau in rotem Kleid an einem Tisch sitzend, den Kopf auf den Arm gestützt. Nachweise von wiki commons folgen.

Am 28. Juli 1903 wurde die 'unbekannte' Schauspielerin Lotte Palfi-Andor, die im Abspann von Casablanca nicht namentlich erwähnt wird, als Lotte Mosbacher geboren. Sie floh selbst und spielte die Frau, die auf der Flucht vor den Nazis ihre Diamanten verkaufen muss [Abb.: Szene mit Jacques Lory].🧵

Media Magpies@mediamagpies.com · 6mo ago

E. Rose Nelson writes Attention Must Be Paid: Lotte Palfi Andor www.mediamagpies.com/lotte-palfi-... #attentionmustbepaid #lottepalfiandor #casablanca

Der Bäckerlehring Hanno Günther wurde am 28. Juli 1941 von der Gestapo verhaftet. Er hatte gemeinsam mit Elisabeth Pungs und Wolfgang Pander die Flugblattserie "Das freie Wort" erstellt und verteilt. Die "Deutsche Friedensfront" agitierte teils gereimt für Meinungsfreiheit und Rüstungssabotage. 🧵

Hanno Günther zum 40. Geburtstag (Rudolf Skribelka für die Deutsche Post der DDR 1961). Grüne gestempelte Postkarte mit Portraitfotografie des jungen Mannes mit Seitenscheitel und hellem Kragen. Nachweis von wiki commons folgt.

Mathilde Jacob wurde am 27. Juli 1942 aus Berlin nach Theresienstadt deportiert. 1939 war es ihr gelungen, einen großen Teil des Nachlasses ihrer Freundin Rosa Luxemburg in die USA zu retten. Ihre zeitgleichen Versuche, der antisemitischen Verfolgung zu entfliehen, scheiterten. 🧵

Links Mathilde Jacob auf einem roten Relief der Bildhauerin Ingeborg Hunzinger (1996), vor dem Verlagsgebäude des Neuen Deutschland am Franz-Mehring-Platz; rechts der Stolperstein für Mathilde Jacob und darunter die Gedenktafel in der Turmstraße 35, Berlin-Moabit.

Beim CSD feiert Berlin das Leben, die Vielfalt und die Freiheit. Jetzt ist ein Mensch tot, andere kämpfen nach wie vor um ihr Leben. Der mutmaßlich islamistische Täter ist auf der Flucht. Es ist ein Albtraum, der betroffen & traurig macht. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und der Community.

CSD in Berlin: Fahrzeug in Menschenmenge gefahren - eine Tote und Verletzte

Der Berliner Christopher Street Day ist abgebrochen worden, nachdem ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren war. Laut Polizei starb ein Mensch, mehrere weitere wurden verletzt. Der Fahrer gehört l...

tagesschau.de

George Grosz (26.07.1893 - 6.07.1959): "Aber auch wie ein brodelnder Kessel war die Hauptstadt unserer neuen deutschen Republik. Wer den Kessel heizte, sah man nicht. Man sah ihn nur lustig brodeln und fühlte die immer stärker werdende Hitze." Der Spießer-Spiegel, 1925 & Die Beerdigung, 1917–18. 🧵

Gemälde "Die Beerdigung (Oskar Panizza gewidmet)" zeigt eine Menschenmasse mit verzerrten Gesichtern, die sich an rotglühenden Hochhäusern vorbeischiebt. Unten links ein Monster und ein Priester mit weißem Kreuz. Nachweis von wiki commons folgt.

"Ich könnte von tausenden Frauen berichten, die in der Gaskammer umkamen [...]. Doch ich will hier nur das Schicksal einer tapferen Künstlerin schildern, deren Name in Wiener Künstlerkreisen bekannt ist und von deren Heldentum nur ich weiß." Anna Auředniček über Malva Schalek, AZ, 25. Juli 1946. 🧵

Malva Schaleks Selbstportrait zeigt eine Frau mit dunklem Haar im weißen Kittel vor einem roten Vorhang. In der Hand hält sie einen Pinsel, dahinter eine Palette. Nachweis von Wiki commons folgt.

Auf der Flucht in Paris rekonvertierte der Wiener Komponist Arnold Schönberg in Anwesenheit Marc Chagalls am 24. Juli 1933 zum jüdischen Glauben, nachdem er sich 35 Jahre zuvor - auch um dem Antisemitismus zu entgehen - evangelisch hatte taufen lassen. 🧵

Richard Gerstls Gemälde von ca. 1905-1906 zeigt Schönberg im braunen Anzug mit ernstem Blick auf einem roten Canapé sitzend. Nachweis von wiki commons folgt.

Robert Danneberg, geboren am 23. Juli 1885, war an der Erbeitung der Wiener Stadtverfassung 1920 beteiligt. Er entwickelte die rechtlichen Grundlagen für die sozialdemokratische Wohnbaupolitik der Gemeinde Wien. 1938 wurde er erneut verhaftet, nach Dachau deportiert und 1942 in Auschwitz ermordet.

Fotografie zeigt Robert Danneberg mit runder Brille, Schnauzer in die Kamera blickend. Er trägt einen dunklen Anzug und eine helle Krawatte. Nachweis von wiki commons folgt.

Edith Leffmann (22. Juli 1894 - 3. Februar 1984) kam nach dem Medizinstudium nach Berlin, arbeitete zunächst am Berliner Kinderkrankenhaus und eröffnete bald ihre eigene Praxis. Die linke Ärztin unterstützte während der Weimarer Republik die Rote Hilfe und die KPD. 🧵

Ausschnitt eines Stolpersteins mit Aufschrift "Hier wohnte Dr. Edith Leffmann ".
Stolperstein: Dr. Edith Leffmann, Gleueler Straße 192, Köln. Nachweis von wiki commons folgt.

Wie @frankbehrens.bsky.social anmerkt, kann das Zitat nicht von 1969/von Sylvia von Harden sein, denn sie ist schon früher gestorben. Habe ich da einen Tippfehler übersehen und ist das Zitat von 1959? www.fembio.org/biographie.p... Weiß das jemand? Ich lösche/ändere den Beitrag anschließend.

Sylvia von Harden

Biografie von Sylvia von Harden (1894-1963), deutsche expressionistische Lyrikerin, Feuilletonistin, Bohemienne

fembio.org

Post nicht verfügbar.

Am 21. Juli 1961 hielt Dr. Dr. Eva Reichmann als erste Jüdin auf einem Evangelischen Kirchentag in Berlin in der Messehalle am Funkturm in der Arbeitsgruppe "Juden und Christen" einen Vortrag über "Die Wurzeln des Antisemitismus".

Foto vom 21.7.1961 in West-Berlin zeigt den 10. evangelischen Kirchentag, 61. Arbeitsgruppe "Juden und Christen" in der Messehalle am Funkturm. In der aus erhöhter Perspektive aufgenommenen Halle sitzt ein großes Publikum, links an der Wand ein Davidstern und ein Kreuz über mehreren Kreuzen. Hinten Glasfenster, die sich von der hohen Decke fast bis zum Boden ziehen. Nachweis von wiki commons folgt.

Am 21. Juli 1922 trat unter Reichsjustizminister Gustav Radbruch das Gesetz zum Schutze der Republik in Kraft, das nach der Ermordung Walter Rathenaus in Berlin die Demokratie gegen republikfeindliche Bestrebungen verteidigen sollte. 🧵

Fotografie zeigt Radbruch als Referendar in Lübeck (1902). Der junge Mann mit Schnauzer und Seitenscheitel steht seitlich zur Kamera. Er trägt einen dunklen Anzug und steckt die Hand in die Jackett Tasche.  Nachweis von wiki commons folgt.

Am 20. Juli 1793 wurde Olympe de Gouges in Paris verhaftet. Sie soll beim Plakatieren ihrer Schrift "Les trois urnes", in der sie die Wahl aller Stimmberechtigten zwischen Republik, föderativer Regierung und konstitutiver Monarchie forderte, auf der Brücke Saint-Michel aufgegriffen worden sein. 🧵

Ein Pastell von Alexander Kucharski mit dem Portrait von Olympe de Gouges in weißem Oberteil, grauem Haar und braunen Augen. Unten rechts ins Bild eingefügt das gelbe Plakat mit dem Titel "Les trois urnes, ou le salut de la Patrie, par un voyageur aérien". Nachweise von wiki commons folgen.

Die österreichische Widerstandskämpferin und Überlebende des Konzentrationslagers Ravensbrück Carmella Flöck berichtete über die Rückkehr der Befreiten nach Wien: "Am 20. Juli [1945] erwartete man uns in Wien um acht Uhr abends bei der Votivkirche. [...]". 🧵

Carmella Flöck in den 1920er Jahren. Fotografie zeigt sie mit kurzen hellen Haaren im dunklen Kleid mit hellem Kragen vor einem Baum sitzend. Nachweis von wiki commons folgt.

Die NS-Propagandaausstellung "Entartete Kunst" wurde am 19. Juli 1937 in den Münchner Hofgartenarkaden eröffnet. Auf der sog. "Dada-Wand" mit einer Wandbemalung vergrößerter Details von Kandinskys Werken wurde unter anderem Paul Klees Sumpflegende von 1919 schräg gehängt. 🧵

schwarz-weiß Fotografie der sog. "Dada-Wand" mit einer Wandbemalung vergrößerter Details von Kandinskys Werken, unter dem Zitat von Grosz "Nehmen Sie Dada ernst! es loh[...]" Bilder von Kurt Schwitters, Ausgaben der Dada-Zeitschrift und Paul Klees Sumpflegende von 1919.

"Was schleicht durch alle kriegführenden Länder? Welches Ding schleift die infizierten Gewänder vom Schützengraben zur Residenz? Wer hat es gesehn? Wer nennts? Wer erkennts? Schmerzen im Hals, Schmerzen im Ohr – die Sache kommt mir spanisch vor." Kurt Tucholsky in der Weltbühne, 18. Juli 1918 🧵

Kurt Tucholsky im Anzug steht 1928 in Paris vor einer Mauer. Nachweis von wiki commons folgt.

Der antistalinistische Kommunist Werner Scholem wurde 1933 verhaftet, in sog. "Schutzhaft" genommen und im Juni ins Gefängnis Moabit überstellt. 1935 mangels Beweisen freigesprochen, kam er wieder in sog. "Schutzhaft", dann nach Dachau. In Buchenwald wurde er am 17. Juli 1940 ermordet. 🧵

Portraitfotografie zeigt Werner Scholem um 1924. Er trägt eine Brille, einen dunklen Anzug und Krawatte. Er blickt neutral, fast gelangweilt, in die Kamera. Sein Haar dünnt über der Stirn aus. Nachweis von wiki commons folgt.