Jens Temmen

@jenstemmen.bsky.social

(he/him) | Prof in #AmericanStudies | KU Eichstätt-Ingolstadt | Alumnus Junge Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz | #Astroculture and the Anthropogenic Polycrisis | US Imperialism | Critical Futures @ transcript | privat

Sehr schöne Replik aus Nassehi/Saake in der Zeit. Besonders durch die Frage nach der Wissenschaftlichkeit der dem Artikel zu Grunde liegenden Fragestellung (aka „unsere Studis sind zu links“) + die Wahl des Publikums für den Artikel („Applaus von Rechts“), legt die Replik den Finger in die Wunde.

Ausschnitt aus dem Artikel. Text: 
Denn sie fordern zwar mehr Wissenschaftlichkeit von „der" Soziologie ein. Das Forum, das sie dafür suchen, die Wochenzeitung „Die Zeit", ist allerdings gerade kein wissenschaftliches, sondern eines der politisch-medialen Öffentlichkeit. In einem soziologischen Forum würde sich ihr Plädoyer in genau diese Kontroversen des Faches um Wissenschaftlichkeit und Normativität einreihen. Dazu könnten sie einen Beitrag liefern, der dann allerdings besser gewappnet sein müsste als vor allem durch Beobachtungen von Studierenden in ihren Seminaren gestützt zu werden.Auszug aus dem Text 2. Text: 
Im geänderten Kontext, in der politischen Öffentlichkeit, nehmen die als Aufforderung zu mehr Wissenschaftlichkeit vorgetragenen Ausführungen von Nassehi und Saake einen ganz anderen Charakter an. Vor einem Publikum, dass die Fachgeschichte und - debatten nicht kennt, mag der Applaus leichter, mit weniger Begründungslasten zu haben sein. Jedoch ist auch schnell zu sehen, von woher Applaus zu erwarten ist: von weit rechts. Also von da, wo man schon immer wusste, dass das mit dem Genderwahn, der Migrationsforschung und überhaupt „der Soziologie" bloße linke Ideologie sei.
Morten Paul@mortenpaul.bsky.social · 2d ago

Hilfreiche Replik Stephan Lorenz‘ auf den Zeit-Artikel von Nassehi/Saake blog.soziologie.de/2026/08/sozi...?

«Merz ist ein plumper Konservativer. Er reduziert die wirtschaftliche Lage auf eine Moralfrage und schwingt die Peitsche. … Er scheint vergessen zu haben, dass das Lied ‹Jetzt wird wieder in die Hände gepuckt, wir steigern das deutsche Bruttosozialprodukt› als Satire gedacht war.»

Adam Tooze: »Das ist keine Übung mehr, das ist der Ernstfall«

China überschwemmt den deutschen Markt. Zerstört das Land unsere Wirtschaft? Der renommierte Historiker Adam Tooze sagt: Deutschland war blind und überheblich.

zeit.de

Sarrazins “Thesen“ werden 1 zu 1 nochmal aufgewärmt, aber diesmal ohne Widerspruch und nach Einladung der @zeit.de. Die Kritik, das sei doch alles nicht wissenschaftlich, ist schon eingepreist. Die neue “wissenschaftliche“ Infrastruktur zur Legitimation schon in Arbeit (siehe Druko) 👇

Annika Brockschmidt@ardenthistorian.bsky.social · 6d ago

Dieses ganze Interview ist eine solche Vollkatastrophe, dass man kaum weiß, wo anfangen. Dass von Sarrazin derselbe Rassismus, Antiziganismus, Sexismus samt Eugenik, Ethnonationalismus etc kommt wie vorher ist das eine. 2026 stimmt die Zeit Interviewerin ihm zu, hantiert mit IQ als wärs eine…

eine Gleichsetzung der „identitätspolitischen“ Anliegen „schwarze Menschen sollten nicht existieren - im Film oder generell so“ und „die Frauenrollen hätten selbstständiger und unabhängiger interpretiert werden können“ ist schon waghalsig.

Die Wissenschaftsfreiheit wird am besten verteidigt, indem man Universitäten nicht zu Tode spart. Nichts höhlt die "Resilienz" der Institution mehr aus, als das katastrophale Kürzungsprogramm, das gerade abläuft.

Ob man Leihmutterschaft nun unterstützt oder nicht, aber deutlich wird hier nochmal: eine Regulierung von Reproduktionsrechten richtet sich in erster Linie an diejenigen, die sich nicht leisten sich darüber hinweg zu setzen.

Christina Clemm@clemm.bsky.social · 3w ago

Politikverdrossenheit entsteht auch, wenn Politiker*innen unglaubhaft sind, sich Dinge herausnehmen, die sie anderen untersagen, ihre Privilegien zur Schau stellen. Jens Spahn ist ein gutes Beispiel dafür: www.queer.de/detail.php?a...