Der Tobi

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Ich habe ja schon immer vermutet, dass die sogenannte bürgerliche Mitte viel mehr Angst vor der Linken als vor der AfD hat, aber das jetzt alles so eindeutig bestätigt zu bekommen, ist gleichzeitig faszinierend und erschreckend. 

der Staubsaugerroboter hat das Katzenfutter neben dem Napf weggesaugt und macht jetzt komische Geräusche. Einem Schnurren nicht unähnlich. Würde mich nicht wunder wenn er gleich an der Tür kratzt und raus will.

"Wir wollen den Soli zurück!" "Mauer wieder aufbauen!" Ich antworte als Wessi-Lehrer im Osten: Bei der Demokratieerziehung führen wir einen Kampf, bei der uns der eigene Dienstherr unbewaffnet antreten lässt. Ein Rant.

„Wir wollen den Soli zurück!“ – „Die Ossis können keine Demokratie!“ 
Ragemode: Als in Sachsen-Anhalt lebender linksgrüner Wessi, der sich dem Martyrium hingibt, Sozialkundelehrer und damit Demokratieerzieher in der ostdeutschen Pampa zu sein, kommt mir das Kotzen bei diesen Aussagen. Ja, es gibt in meinem Wahlkreis 40+ AfD-Wähler*innen. Tendenz steigend. Wenn man mit denen spricht, tritt gleich hinter dem Alltagsrassismus das eigentliche Problem zu Tage: Und das hat immer mit sozialen Defiziten zu tun. Teure Preise. Teure Mieten. Mit der Abwesenheit von Sozialdiensten, Institutionen und Bildungsangeboten. Gleichzeitig kämpfen wir Lehrkräfte einen unmöglichen Kampf. Wir sollen Kindern und Jugendlichen Bock auf Demokratie machen. Dafür haben wir 1 Wochenstunde Zeit. Ab Klasse 8. In der Sekundarschule nur bis Klasse 10. Ein Hauptschüler, der nach Klasse 9 die Schule verlässt, hatte in seiner gesamten Schullaufbahn zwischen 30 und 50 Unterrichtsstunden Sozialkunde. Diesen unmöglichen Kampf führen wir unbewaffnet und mit einer auf dem Rücken festgebundenen Hand: Mittelkürzungen für Vereine und die Landeszentralen für politische Bildung sind das eine. Verbote von Unterrichtsmaterial das andere. In Sachsen-Anhalt dürfen wir, dank der CDU, sehr gute Unterrichtsmaterialien nicht nutzen, weil darin gegendert wird. Die Krahs und Höckes dieser Welt, kommen hingegen über TikTok bis in die Kinderzimmer und machen für alles „die Ausländer“ verantwortlich. Zu CSDs und anderen Feiern der Demokratie müssen wir getarnt anreisen. Es tut mir leid, liebe Mit-Wessis. Ich habe als linksgrün-woker Idealist hierzulande nicht den Hauch einer Chance und daher habe ich persönlich aufgegeben und kümmere mich um die wenigen Anständigen und Aufrechten. Vielleicht tröstet es euch, dass wir im Osten auch den Soli zahlen. Solange sich an diesen strukturellen und teilweise von der CDU verschärften Lage nichts ändert, werden wir weiterhin solche Wahlergebnisse sehen.

Bei der "Welt" gibt es jetzt eine modische "Stilkritik" zu Reichinnek, die selbst vor Stilblüten nur so strotzt. Wie schafft es Springer, zuverlässig nur Leute anzuwerben, die selbst keinen geraden Satz schreiben können? Oder ihr krauses Geschreibsel wenigstens von ChatGPT glätten lassen?

Screenshot welt.de: "Allerdings kann das verzweifelte Instandhalten der alten ästhetischen Codes inzwischen ganz schön ins Geld gehen. Grob geschätzt hat Reichinnek allein für die sichtbaren Tattoos in etwa 5000 Euro hingeblättert. Also mehr als für eine Designertasche. Das Rockabilly Punktekleid aus einer Vintage-Boutique im Friedrichshain-Kiez, wo man als Nichtlinker ständig zu spüren bekommt, gegen den allgemeingültigen Dresscode-Regelkatalog verstoßen zu haben, ist zwar gebraucht. Aber weil das Secondhand-Geschäft gerade boomt, dürfte es auch nicht mehr nur zwei Euro gekostet haben. In dem Regelkatalog muss auch irgendein Unterpunkt zu Haaren gelistet sein, der eine Variante des Problem-Ponys vorschreibt und Haare in gewollt verwaschenem Rot, Gelb oder fahlem Blau, die beim Friseur selbstverständlich extra so verfärbt werden. Auch nicht umsonst, auch wenn man das eigentlich gerne so hätte."